L10 Generalbetriebsdirektor Josef Wild, Berlin:
Harzteilen befreit, und dann in „Hefewannen‘“, zu- Dedarf in Gasometern, also in Gasform sammeln und
meist aus Eichenholz, besser in emaillierten Wannen ıufspeichern, während beim Vertrieb der Kohlenoder
 Aluminiumwannen unter sehr kaltem und kühl ;äure, also bei Verwendung außerhalb der Brauerei,
gehaltenem Wasser aufbewahrt bis zur Wieder- ıur die flüssige Form der Kohlensäure in Stahlanstellung
 in ein paar Tagen. Die überschüssige laschen in Frage kommen kann. Zu betonen ist
Hefe, außerordentlich phosphat- und eiweißreich, ist lierbei, daß die Verwendung der Kohlensäure im
in nasser oder getrockneter Form ein ausgezeichnetes J3rauereibetrieb an Stelle der Luft vielfach Vor-Nährmittel
 für das Vieh, und auch für den Menschen -r"üge hat, die zum Teil auf die vermiedene Sauerwerden
 Nährextrakte an Stelle der bekannten Fleisch- :toffzuführung, zum Teil auf die vermiedene Infektion
extrakte daraus hergestellt; die Bierhefe ist auffal- ı\inauslaufen würden, Auf den Finfluß der erzwunge-‚enderweise
 sehr vitaminreich. ı1en eingeschränkten handelsmäßigen Erzeugung von
Die Luft und das Betriebswasser, alle Leitungen, Sohlensäure muß aber hingewiesen werden, da deren
Gefäße und auch die Räume, in welchen dieselben sich lötzliche völlige Einstellung den Ausschank des
beünden, also Wände und Pflaster, sind einer 3ieres bei der Kundschaft ernstlich in Frage stellen
cönnte, solange nicht die Brauereien den gesamten
dauernden Betriebskontrolle im biologischen Sinn KXohlensäurebedarf zu decken vermögen.
unterworfen, wobei man sich zur möglichsten Steril- Die Anregung, die gefrorene Kohlensäure als
arhaltung der Hitze in Form von Dampf, heißen ‚Schneeblock zum Kühlen zu verwerten, Z. B. auf
Wassers oder, wo das nicht angängig ist, der zahl- lem Transport in Fisenbahnwaggons, hat einen nicht
reichen Desinfektionsmittel, also chemischer Lösun- 92 der Hand zu weisenden Reiz, da die Kohlensäure
zen von je nach dem Verwendungszweck spezifisch ehr stark kühlt und wohl vergast, ohne Feuchtigkeit
arozentualem Gehalt der chemischen Mittel, die den 4 hinterlassen, jedoch muß vor dieser Vergasung
betreffenden Objekten angepaßt sein müssen, bedient. ort gewarnt werden, wo Menschen tätig sind oder
Sie können also saueren, alkalischen oder neutralen ich aufhalten, da Erstickungsgefahr sehr naheliegt.
Charakters sein. Gummischläuche sucht man soviel m Hausgebrauch ist dieser Kältebringer daher völlig
wie möglich zu vermeiden und durch Kupferrohre zu 'ngeeignet,
arsetzen. Bei den Leitungen sind alle schwer zu- Die Leistungsfähigkeit eines Gärkellers hängt
zänglichen Ecken und Winkel, Durchsackungen usw. eben der Aufnahmefähigkeit desselben von der Cärzu
 vermeiden, vielmehr sollen alle Leitungen so ver- lauer ab. Legt man eine acht- bis zwölftägige Cäregt
 sein, daß sie restlos auslaufen können. Nach lauer, also eine Gärperiode zugrunde, so wird man
Verwendung von chemischen Mitteln ist das gründ- nit 25—30 Perioden im Jahr das Richtige treffen,
iche Nachspülen mit biologisch einwandfreiem, kaltem wobei berücksichtigt ist, daß sechs Monate volle Aus-Wasser
 unbedingt notwendig. ıutzung des Gärkellers und sechs Monate nur zu
Bei der Haunigärung wird 50 % den Gärraum auszunutzen gestatten.
SE CEr LAMPEN Entweder mittels freien Gefälles oder mittels
sehr viel Kohlensäure erzeugt, d&gt;ımpen wird das im Gärkeller nach vollzogener
Jauptgärung „schlauchreif“ gewordene Bier nach
lem

‘heoretisch etwa 4 Kilo aus einem Hektoliter Bier,
praktisch sind bis zu 2 Kilo greifbar. Nachdem die
Wissenschaft an Hand von praktischen Versuchen
1achgewiesen hat, daß die Lebenstätigkeit der Hefe
unter schwachem Kohlensäuredruck, der bei der Gewinnung
 derselben unter Luftausschluß unvermeidlich
ist, gar nicht beeinträchtigt wird, ja selbst eine Hefeverbesserung
 konstatiert worden sein soll, lägen vom
Standpunkt der Hefegärung und in ihrer Auswirkung
auf das fertige Bier keine Einwände vor, wenn gegen
lie beschränktere Übersichtlichkeit der Gärung selbst
und die umständlichere Abhebung der Gärungsdecken
nebst Hefengewinnung nach Ablauf der Gärung und
zegen die vermehrte Reinigungspflicht der Innenseite
der Gärgefäßhaube keine praktischen Einwände gemacht
 werden. Jedenfalls muß vom Standpunkt der
Wirtschaftlichkeit die Gewinnung der Kohlensäure
lie Aufstellung und den Betrieb der Kohlensäurevewinnungsapparatur
 lohnen. Man wird die bei der
Z3ärung gewonnene Kohlensäure für den Brauerei-Lagerkeller


veschafft. Der Lagerkeller ist wohl zumeist unterrtdisch
 bis zu 8 m unter dem Hofniveau, und zwar
(ann, wenn der Wasserspiegel dies zuläßt. Die Temeratur
 der Erdwärme beträgt Sommer wie Winter
;twa 10° C. Bei 10° C kann man kein Bier lagern,
ielmehr werden Temperaturen von 0—32° C verıngt.
 Es ist also zweierlei nötig. Sind die Keller
nterirdisch, so muß der Keller dauernd gegen die
'rdwärme geschützt werden, und zwar durch gufe
solierung, wobei das Pflaster keinesfalls über-‚ehen
 werden darf; ferner ist die erforderliche
"emperatur von 0—2° C durch künstliche Kühlung,
i. h. durch mit Salzwasser von minus 6°C
iurchflossene Berohrung an der Decke oder oben
ın den Wänden herbeizuführen. Sind die Keller
»berirdisch, so sind die Wände gegen die Sommervärme
 und Winterkälte der Außenluft zu isolieren