Generalbetriebsdirektor Josef Wild, Berlin:
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stand zu leisten, läßt aber die oben geforderte Ab- Alle Biere müssen
sonderung der anhängenden Stoffe zu lange hinausziehen.
 Man hat versucht, durch Vergrößerung der gut vergoren
Dberfläche im Gärgefäß die Klärung zu beschleu- ein, wenn sie bekömmlich sein sollen. Es ist ein
ılgen, indem man die Abscheidung an größerer Ober- rtum, wenn manche glauben, daß dank Unter-]äche
 verstärken wollte. Dies geschah durch die Irückung der Gärung durch besonders tiefe Tem-Verwendung
 von jeraturen mit dem Ziel, mehr Extrakt im Bier eres
 1alten zu wollen, die Biere vollmundiger werden.
„Spänen”; Solche Biere bekommen dann vielmehr einen mastidas
 sind sauber behandelte ausgekochte „Haselholz- zen, sättigenden Charakter, der unter Umständen
späne“ von etwa 30 cm Länge, 5 cm Breite und 3mm uch eine normale Verdauung verhindert, während
Dicke. Diese ausgekochten Späne zwingen die vorbei- ı\ormal gegorenes Bier die Verdauung anregt. Auch
strömenden Bierteile bei der Nachgärung — das Bier ind, wie schon an anderer Stelle angedeutet, nicht
ist infolge dauernder Kohlensäurebildung stets in lie Dextrine, also die schwerer vergärbaren Zuckerschwacher
 Bewegung — sich anzuhängen und fest- ırten, die Vollheitbringer, vielmehr sind es die Fizusetzen.
 Das gelingt manchmal mit einem Ge- veißstoffe in richtig umgewandelter Form in viel
schmackserfolg, aber manchmal ist es auch über- öherem Maße. Die sogenannten „Nährbiere“ sind
Nüssig, namentlich dann, wenn die Hefe als verhält- jewaltprodukte, die sich vom MNormalbier recht
nismäßig sauberes, genügend spezifisch schweres veit entfernen. Stark gehopfte Biere wirken günstig
Substrat das rechtzeitige Absetzen selbst ohne Zu- uf den Magen, vermehren und beschleunigen die
ıilfenahme von Spänen zu besorgen imstande ist. Tarnabsonderung und führen daher auch den Alkohol
Namentlich in großen Gefäßen glauben manche, da in :chneller ab.
jenen die Wandungen im Verhältnis zum Inhalt eine Das reife Bier wird nun
zeringere Oberfläche bieten, diese letztere dadurch
vermehren zu müssen, daß sie „Späne‘ oder indiffe- „abgezogen“
rente „Aluminiumkörper“ in das Gefäß einbringen. uf „Fässer“ oder auf „Flaschen“. Zur Zeit sind die
Bringt man keine abfällig schmeckenden Stoffe in ‚ölzernen Transportfässer immer noch tonangebend,
das Lagergefäß hinein und sorgt man dafür, daß die wohl bereits verschiedene Anläufe zu konstatieren
Hefe sie evtl. verhältnismäßig bald wieder zum Ab- ind, welche die eichenen Holzfässer durch solche
setzen bringen kann, dann sind die Späne entbehrlich. us Metall ersetzt wissen möchten. Das ist durchaus
Deren Reinigung und das Ein- und Ausbringen macht rklärlich und verständlich, denn ein hölzernes Faß
viel Arbeit und sie können auch durch Infektion ge- ‚oft sich aus vielen Einzelteilen, „Bodenstücken“
‘:ährlich werden. ınd „Dauben“, zusammen, die mittels eiserner Reifen
Das Bier lagert nun mehrere Monate im Lager- ‚„usammengehalten werden müssen; sie haben viele
&lt;eller und kommt hier zur *ugen, die abgedichtet und dicht gehalten werden
, nüssen, infolge von Wind und warmer besonnter
„Ausreitung“, „uft, welche das Holz schwinden machen. Die Fässer
Die „Schnellgärverfahren“ übersehen, daß sich die müssen innen mit Pech ausgekleidet sein, einmal um
Zeit nicht immer durch besondere Kunstgriffe er- Iolz mit Bier wegen schlimmer Geschmacksbeeinsetzen
 läßt. Lassen sich auch die einzelnen Ge- Aussung nicht zusammenzubringen, vielmehr durch
schmacksfaktoren eines Bieres weder mit Worten A1differentes Pech zu schützen, und auch um die Unnoch
 mittels graphischer Darstellungen restlos lichtigkeiten selten zu machen. Das Faß muß also
präzis ausdrücken, so muß doch gesagt werden, daß Anittels heißer Koksgase oder mittels Ölfeuerung
die bei der Malzbereitung, beim Brauprozeß und ntpicht, d. h. das alte Pech muß erst entfernt werwährend
 der Haupt- und Nachgärung entstehenden en, um dann neues Pech in das Faß einzuspritzen.
und entstandenen Geschmacksstoffe sich zu einer lierauf muß man den möglichst dünnen Pechüberzug
Jeschmackseinheit verschmelzen müssen, daß keiner lurch mechanisches Rollen der Fässer gleichmäßig
dieser Geschmacksstoffe aufdringlich erscheinen uf der Innenwand des Fasses verteilen und die
darf, selbst wenn von ausgesprochenen „Malzbieren“ Dechgase entweichen lassen, wenn man Pechoder
 von „Hopfenbieren“ die Rede ist. Wie der Wein, reschmack im Bier vermeiden will. Es gibt wohl
so braucht auch das Bier zur Ausreifung seine Zeit, ieute schon Pickhautomaten, welche diese Einzelsein
 Lager, und dies um so mehr, wenn Biertypen rozesse im selbsttätigen Arbeitsgang aneinanderverlangt
 werden. Auf diese Dauer des Lagers wird eihen und weniger Arbeitskräfte beanspruchen, aber
vom Einweichen der Gerste an schon hingearbeitet :s ist auch hier eine langwierige und umständliche
und dauernd Rücksicht genommen; es muß das Bier Arbeit, die viel Aufmerksamkeit und Erfahrung ‚erzum
 festgesetzten Zeitpunkt seine Reife haben, damit heischt. Bei rascherem Umlauf werden die Fässer
es dem Konsum übergeben werden kann. nicht jedesmal frisch gepicht, sondern nur innen und