IL., 6. Die Biergewinnung vom Sudhaus bis zum Versand. 113
außen gereinigt. Dies geschieht mittels der „Faß- "emperatur nach Aufhebung des Spunddrucks, beim
reinigungsmaschinen“, welche die Außenreinigung A\usschank, also bei atmosphärischem Druck —
dadurch besorgen, daß die liegend rotierenden Fässer ‚ormal 760 mm Barometerstand — festhalten kann.
mit dem Bauch und den beiden Böden des Fasses ‘ntweicht die Kohlensäure sehr rasch in diesem Fall,
gleichzeitig rasch reibend an Bürsten vorbeigeführt :o tut sie das in größerer Form der Bläschen und
werden. Innen werden sie abwechselnd warm und eißt die normale, vom Bier aufnehmbare Kohlenkalt
 sehr intensiv mittels Düsen ausgespritzt, indem Ääuremenge mit sich fort; der Schaum ist dann großein
 eiserner Tragrahmen die Fässer mechanisch auf lasig und fällt rasch zusammen. Das Bier präsentiert
die Düsen hebt und vorwärtsbringt. Die gereinigten ich etwa wie Selterwasser. Je besser also der
Fässer werden „ausgeleuchtet“, auf Sauberkeit und olloidale Zustand und je normaler die eingepreßte
Pechzustand geprüft und evtl. der Pichmaschine zu- “ohlensäure, um so feiner und kleinblasiger der
geführt. Man sieht, daß die Innenreinigung, wie dies ichaum, der zur bekannten Augenfreude bei richtig
bei allen geschlossenen Gefäßen der Fall ist, nicht .usgeschenktem Bier zu der schneeigen Haube führt,
absolut einwandfrei sein kann, und die Versuche, mit lie sich längere Zeit erhält. Diese Haube bleibt
„Desinfektionsflüssigkeit“ zu arbeiten, haben zueinem ıbrigens um so länger stehen, je zeitiger man den
nennenswerten Erfolg nicht führen können, da die rsten Trunk aus dem gefüllten Glase macht; die Be-Zeitdauer
 der Einwirkung praktisch nicht ausreicht. ührung mit der Feuchtigkeit ausscheidenden Luft
Wirklich sterile Gefäße kann nur das Pichen er- erstört sie. Will man also die Kohlensäure des
reichen. Aus diesen Erwägungen heraus hat man mit Dieres auf dem Lagerfaß auf das Transportfaß über-Recht
 betont, daß „Metallfässer“ diese Mängel zu reführt voll erhalten, so muß man die sogenannten
beseitigen vermögen, indem sie, weil ungepicht, mit isobarometrischen Abfüllapparate“ verwenden,
heißestem Wasser, ja selbst mit Dampf die Desinfek- velche während des Abfüllens ständig auf das
tionsirage lösen lassen und viel Arbeit und Kosten "ransportfaß mit demienigen Gegendruck wirken,
ersparen, weil die Picharbeit wegfällt und der Ver- velcher dem gehabten Spunddruck auf dem Lagerfaß
brauch an Pech selbst. Neben den bekannten Fässern, ntspricht. Aus einem etwa 1—2 m über dem Transdie
 in ähnlicher Weise für Öle im Handel vorkommen, ortfaß montierten kupfernen Behälter, in welchen
jedoch innen verzinnt oder lackiert werden müssen, las Bier vom Lagerfaß hineingedrückt wurde —
sind es in neuester Zeit besonders die Fässer aus nter Gegendruck —, läuft das Bier durch freies Ge-„Chrom-Nickelstahl‘“,
 dem sogenannten „V2a-Stahl‘“, Äälle dem 1—2 m tiefer aufgelegten Faß zu, um die
welche die Aufmerksamkeit erregen. Dieser Chrom- erdrängte zusammengepreßte Luft nach dem ge-Nickelstahl
 ist eine im Gefüge außerordentlich dichte ıannten Sammelbehälter oben zurückzuleiten. Die
und feste Legierung mit etwa 12—25 % Chrom- inwandfreie Füllung zeigt sich ohne Überfließen
Nickelmetall und, was die Hauptsache ist, voll» wtomatisch bei dem hermetisch verschlossenen Faß
kommen indifferent gegen Bier; derartige Fässer be- :n; dasselbe wird nach Beseitigung bzw. nach Empordürfen
 also weder innen noch außen einer besonderen '‘ebung des dicht am Spundrad aufsitzenden und
Behandlung, da sie auch nicht rosten. Weitere Vor- .‚bgedichteten Füllrohres, das bis zum Boden des
züge sind das geringe Gewicht, was sowohl für den 'asses reicht, um jedwedes Schäumen zu vermeiden,
Transport wichtig erscheint als auch bei der Hand- pundvoll mit einer eingeschlagenen „Querscheibe“
habung. Nachteilig sind noch der sehr hohe Preis it dem Holzhammer verschlossen. Das Faß hat beund
 die rasche Leitung des Metalls für warme und anntlich zumeist zwei Öffnungen; eine am Bauch
kalte Außentemperaturen. Von diesem Gesichts- es Fasses, das sogenannte „Spundloch“, welches mit
aunkte aus sind die Nachteile des hölzernen Fasses iner in das Faßholz eingeschraubten glatten, norzugleich
 seine Vorteile, und die Abschaffung der Holz- nalisierten Spundbuchse versehen ist und das nach
:ässer wird deshalb noch geraume Zeit auf sich iem Füllen nicht wie früher mit einem weichen Spund
warten lassen. aus „Langholz“, sondern mit einer „Querscheibe“ aus
Auf die sauberen Fässer muß nun das Bier ıärterem Erlen-, Linden- oder Pappelholz ver-N
 nr ae schlossen wird. Durch die Querscheibe kann die
vom Lagerfaß „übergefüllt &lt;ohlensäure aus dem Bier nicht entweichen. An
werden. Das erfordert besondere Vorrichtungen. Stelle dieser hölzernen Querscheiben verwendet man
Die Technik verlangt, daß dies ohne „Kohlensäure- uch „eiserne Spundschrauben‘“, welche in diesem
verlust“ geschieht. Der „Kohlensäuregehalt“ eines "alle in eine „Schraubenbuchse‘“ eingeschraubt und
normal gespundeten Bieres beträgt 0,38—0,42 % Mittels eines paraffinierten „Leinenläppchens‘“ am
Kohlensäure, darunter ist es schal — und ein kohlen- ?ande abgedichtet werden. Am Boden des Fasses
säurearmes Bier ist ein ungenießbares Getränk —, seitlich befindet sich das Zapfloch, welches beim Andarüber
 ist es übersättigt mit Kohlensäure, d. h. es ‘tich mittels „Pression“ zur Einführung des
ist mehr Kohlensäure in das Bier eingepreßt worden, ‚Stochers‘“ dient, der bis zum anderen Boden des
als dessen kolloidale Beschaffenheit, auch bei tiefster 7asses hinunterreicht. Die beim Anstecken des
Die deutsche Brauindustrie der Gerenwart