MI. 8. Der Bierversand, 125
luste zum Empfänger. Es ist daher auch nicht üblich, i1es Deutschen Brauer-Bundes hat ergeben, daß in
Faßbier innerhalb Deutschlands gegen Transport- Deutschland weit über 100 verschiedene Flaschenschäden
 zu versichern, wohl. aber gegen Brand- s;rößen und -formen für den Vertrieb von Flaschenschaden.
 Anders ist die Übung beim Versand von ier in Verkehr gebracht werden, ein Teil hiervon
Flaschenbier nach überseeischen Ländern; für solche indet allerdings nur für ausländische Märkte, nach
Transporte wird das Bier versichert gegen Berau- _leren Bedürfnissen sich die Brauindustrie richten
bung, Feuergefahr, Flaschenbruch, Seenot, bisweilen nuß, Verwendung.
auch gegen Kriegsgefahr usw. An Verschlußarten unterscheidet man in‘ der
Das Biergeschält, . Tauptsache den Bügelverschluß und den Kronkorkdas
 in früherer Zeit eine gewisse Stetigkeit aufwies, erschluß; beide weisen eine große Zahl von Unterist
 in immer zunehmendem Maße Schwankungen ‘rten auf. Der Bügelverschluß ist relativ billig, weil
unterworfen. An Tagen mit besonders gutem Absatz Fr einer nur langsamen Abnützung unterliegt; er ist
wird bisweilen das Dreifache der Menge ausgestoßen raktisch, weil er ein wiederholtes Öffnen und
wie an Tagen mit besonders schlechtem Absatz. Der ‘chließen der nur teilweise entleerten Flasche zu-Absatz
 in den heißen Sommermonaten kann bisweilen Ääßt, aber er ist hygienisch nicht einwandfrei und
beinahe doppelt so höch sein wie jener in kalten Tr bietet nicht absolute Gewähr dafür, daß die Flasche
Wintermonaten. Die Brauereien sind nicht in der lach der Füllung nicht wieder geöffnet worden ist.
Lage, ihren Wagenpark an Pferdefuhrwerken, Autos Denn alle bisher verwendeten, besonders die maund
 Kühlwagen dauernd auf einem Stand zu erhalten, Chinell über den Bügel aufgeklebten Verschlußder
 auch der höchstmöglichen Beanspruchung Genüge hNarken können leicht abgenommen und wieder erleistet.
 In solchen Fällen werden die sogenannten etzt werden,
„Spitzen“ durch iremde, im Lohn fahrende Fuhr- Die geschilderten Nachteile werden beim Kronwerke
 und Autos befördert und auf nahe Entfer- orkverschluß vermieden, dagegen ist dieser Vernungen
 wird dann auch Bier in gewöhnlichen EFisen- chluß nur einmal verwendbar und wesentlich teurer.
bahnwagen verladen, allerdings unter Beigabe be- m Überseeabsatz hat er den früher ‚gebräuchlich gesonders
 reichlicher Eismengen. vesenen Korkverschluß seit Ende des Weltkrieges
Der Bahnversand von Bier vollzieht sich über- ”"Ööllig verdrängt. Im heimatlichen Versand wird fast
wiegend 5 W ısschließlich der Bügelverschluß verwendet.
in Fässern; Der Form nach unterscheidet man als Haupttypen
wegen der hohen Tara wird Flaschenbier mit der je sogenannte Patentflasche, die Champagnerflasche
Bahn nur in relativ geringem Umfang versandt. Nur ‚ng Aleflasche, deren Formen als bekannt vorausins
 Ausland an Plätze, an die wegen der langen esetzt werden dürfen. Im Auslandsversand findet
Reisedauer oder wegen des Mangels geeigneter berwiegend die Aleflasche Verwendung.
Kühlvorrichtungen Bier in Fässern nicht gesandt Die Verschiedenartigkeit der Flaschengrößen und
werden kann, wird Bier fast ausschließlich in laschenformen macht es nicht nur dem Klein-Flaschen
 verschickt. Immer wieder wird versucht, ‚erbraucher unmöglich, vor vornherein zu wissen,
das Bier auch nach Übersee in Fässern zu versenden. velche Biermengen er erhält, sondern es ist auch für
Man wählt hierzu Metallfässer, in denen das Bier {je Brauereien außerordentlich mißlich, einen großen
pasteurisiert wird. Eine brauchbare Lösung für diese /orrat in Flaschen aller Art und folglich auch einen
Transportart ist noch nicht gefunden. Denn die oßen Vorrat an Kisten halten zu müssen. Daher
Fässer kommen in einer Ausführung, bei der das Bier stehen Bestrebungen, die Flaschengrößen und
nicht Schaden leidet, sehr teuer; Faßeinsatz ist ormen international zu normen. Es würde schon
schwer zu erhalten und die Fässer werden auf dem nen großen Gewinn bedeuten, wenn lediglich die
Transport leicht verbeult. Die Ausfuhr von pasteu- ‚enannten drei Flaschentypen benützt und andere
risiertem Bier in Fässern wird erst dann eine Be- 37ößen als zu Ur, Hay Hay Mas Mas 3a und se Liter
lebung erfahren, wenn es gelingt, aus einem dem ‚cht Verwendung finden würden. ;
Bier nicht schädlichen Material ein billiges, dem Dem weitverbreiteten Flaschenmißbrauch durch
Pasteurisierdruck gewachsenes Faß herzustellen, das 775 Pyblikum sucht man durch Erhebung von
nicht mehr an die Versandstelle zurückkommt, son- Jaschenpfand, dem zeitraubenden und umständdern
 am Bestimmungsort nach der Entleerung zu chen Flaschenaustausch durch Einführung von soanderen
 Zwecken verwendet wird. renannten Einheitsflaschen, deren Verwendung jedem
Für die nähere Umgebung der Braustätte, d. h. Viitglied des jeweiligen Verbandes zusteht, zu
innerhalb der mit dem Kraftwagen erreichbaren ‚oyerp,
Zone, ferner — wie erwähnt — für Übersee, wird Ähnlich wie die Flaschengrößen und -formen sind
aus bekannten Gründen Bier viel auch die Kistenpackungen sehr verschieden; auch
in Flaschen ıer strebt man im internationalen Verkehr eine geversandt.
 Fine Erhebung der Normungskommission visse Vereinheitlichung an.