Kommerzienrat Dr. K. A, Lange, München:
Wie erwähnt, vollzieht sich der Bierversand in äuredruck ausgeschänkt, dann muß ein einmal anüberwiegender
 Menge in Fässern. Die amtliche rsezapftes Faß innerhalb weniger Stunden geleert
Statistik rechnet damit, daß ein Hektoliter Bier ein ein. Aber auch beim Ausschank mit Kohlensäure-Durchschnittsbruttogewicht
 von 165 kg aufweist. Das iruck ist rascher Verbrauch wünschenswert. So
Verhältnis des Bruttogewichtes des gefüllten Fasses x&lt;ann an den Versand nur gegangen werden, wenn
zum Literinhalt ist natürlich je nach den 3äin gewisser täglicher Mindestabsatz gesichert und
Faßgrößen ler Gesamtverbrauch so groß ist, daß das gesandte
. 3ier innerhalb weniger Wochen verbraucht ist. Von
starken Schwankungen unterworfen, wie folgende 10m Gesichtspunkt aus ist es als Unsitte zu be-Beispiele
 ergeben: . zeichnen, daß in manchen Lokalen mehrere Biere
Es wiegt ein volles Faß von 10 Liter Inhalt 22kg ı1ebeneinander ausgeschänkt werden und davon
25 „ BB, ceines in einer völlig einwandfreien Verfassung. Vom
;‚ 50 „83 Standpunkt der Versandbrauereien sind sogenannte
; 75 „ 118 ,, Spezialausschänke“ anzustreben.
100 „ 153 Da die einzelne AusschanksteHe nur relativ selten
„200 „ 300 ;o viel‘ verbraucht, daß sie das Bier in ganzen
Die Versandbrauereien haben also ein lebhaftes WVaggonladungen beziehen kann, hat sich das Ge-‚nteresse
 daran, möglichst große Fässer zu ver- verbe des Bierhandel
wenden; kleine Fässer verteuern nicht bloß den ET AEES ;
Transport, sondern sie vermehren auch die Kosten ’ntwickelt, Vom Bierhändler ist zu verlangen, daß
für die Abfüllung und erhöhen das in den Fässern Ir nicht nur das Bier bei der Ankunft verteilt („die
iestgelegte Kapital. Außerdem verteuern sie in ‚adung zerreißt‘“), sondern daß er eigene Kühlkeller
Fällen, in denen der Eingangszoll nach dem Brutto- esitzt, über Fuhrwerk verfügt, neue Kundschaft
gewicht des Fasses erhoben wird, wie z. B. in Frank- virbt und als selbständiger Kaufmann und Vertreter
reich, auch den Zoll. Verschiedene Brauereien sind ler Brauerei deren ganzen geschäftlichen Verkehr
daher — zum Entsetzen des „Brasseur francais“ — hit der Kundschaft abwickelt. Da das Bier durch
vor dem Weltkrieg dazu übergegangen, nach Frank- len Zwischenhandel naturgemäß nicht unwesentlich
reich das Bier in großen Fässern, je bis zu 9 hl ent- erteuert wird, wird immer wieder versucht, ihn zu
haltend, zu versenden und es am Bestimmungsort mgehen. Wiederholt haben Brauereien ihre Depots
auf kleine Fässer abzuziehen. Heute ist dieses Ver- 'urch eigene Beamte führen lassen, ohne hierdurch
'ahren unanwendbar, weil der nötige Absatz fehlt. ;tets besonders günstige Erfolge erzielt zu haben, da
Eine nicht unerhebliche Rolle spielt beim Bier- rewöhnlich der für eigene Rechnung arbeitende, am
zersand die \bsatzort ansässige Vertreter den Markt besser be-Anzapfvorrichtung.
 Jerrscht als ein von der Brauerei entsandter An-In
 Bayern wird das Bier durchgehends direkt vom ‚estellter. Bisweilen errichten Brauereien an Orten,
— meist stehenden — Faß abgezapft, indem an der 2 denen sie bisher noch nicht vertreten waren,
3Zauchwand der Zapfhahn, am oberen Faßboden das )\pezialausschänke, für die der Abnehmer — falls ein
Ventil eingeschlagen wird, das die nötige Luftzufuhr enügender Absatz gesichert ist — das Bier direkt
armöglicht. Außerhalb Bayerns wird in der Regel ‚b Brauerei bezieht. Nicht selten‘ gliedert der. bemit
 Kohlensäuredruck ausgeschänkt, wobei das Bier effende Abnehmer SEC Geschäft dann zugleich
durch — oft viele Meter lange — Leitungen gedrückt ‘uch noch einen kleinen Bierver trieb an. .
wird. Auch bezüglich der Anzapfvorrichtungen, Es leuchtet ein, daß bei diesem Nebeneinhergehen
deren es verschiedene Arten gibt, sind Vereinheit- ler verschiedensten Systeme unter dem Druck der
lichungsbestrebungen im Gange. Conkurrenz, die auf möglichst geringe Preise hin-Da
 das beste Bier, wenn ihm die nötige Pflege ırbeitet, sich bisweilen außerordentlich unerfreuliche
jehlt, insbesondere wenn es einem raschen Tempe- Zustände entwickeln können, insbesondere wenn ein
"aturwechsel unterworfen ist, oder wenn es warm lirekt beziehender Wirt viel. billiger arbeiten kann
ausgeschänkt wird, an Geschmack bedeutend ein- Ss ein er cimen Vertreter beziehenCET. Trotz Mm
4 5 . a4s Ü ıber wir er Faßbierhandel im Versandgeschä
oüßt. Ist das Vorhandensein der nölsCn niemals entbehrlich werden. Der Faßbiergroßhandel
Kühleinrichtungen am Bestimmungsort ıat sich nach dem Kriege in einen machtvollen Vereine
 der wichtigsten Voraussetzungen für den Faß- and zusammengeschlossen, der die Interessen seiner
ojerversand. Es gibt weite Gebiete, insbesondere im Mitglieder kräftig vertritt, ohne indessen trotz. leb-Ausland,
 die, eben weil diese Voraussetzungen fehlen, ıaften Bestrebens zu festen allgemeinen Ablem
 Faßbierversand noch nicht erschlossen sind. mnachungen ‘mit den einschlägigen Brauerei-Dazu
 kommt, daß das Bier auch an Qualität einbüßt, erbänden, wie etwa dem Verband bayerischer Verwenn
 es „zu lange läuft“. Wird Bier ohne Kohlen- ;andbrauereien, gekommen zu sein. -

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