Dr. Michael Horlacher, München: N

lichen Betriebe auf Grund der Betriebszählung des
Jahres 1925 den entsprechenden Rückschluß zuläßt
auf den Zusammenhang zwischen Br a u gerstenbau
ınd den landwirtschaftlichen Betriebsgrößen. Um
lie Verhältnisse hier besonders anschaulich zu gestalten,
 habe ich die Gerstenanbaugebiete in Deutschland
 in drei Gruppen aufgeteilt, einmal Süddeutschland:
 umfassend die Gebiete von Bayern, Württemberg,
 Baden und Hessen, sodann Mitteldeutschland
mit der Provinz Sachsen und dem Lande Thüringen
 und schließlich Nord- und Ostdeutschland
nit den preußischen Provinzen Ostpreußen, Brandenburg,
 Pommern, Nieder- und Oberschlesien. Das
Ergebnis der Berechnungen ist in der folgenden
Übersicht niedergelegt.
Die Bedeutung des Gerstenanbaues nach der Größe des landwirtschaftlichen
 Betriebes im Jahre 1925,
} in %

32

viegend klein- und mittelbäuerlichen Charakter. In
nitteldeutschen Gebieten sehen wir auch noch eine
itarke Grundlage im Gerstenanbau in den mittel- und
'roßbäuerlichen Betrieben mit rund 56 % des Geamtanbaues.
 Allerdings spielt dann schon die Pro-'uktion
 im großen Betriebe der Landwirtschaft eine
xolle von 27 %. In Nord- und Ostdeutschland ist
‘war der Gerstenanbau zu 52 % im Großbetriebe zuammengefaßt;
 doch spielen hier die bäuerlichen
jefriebe insgesamt immerhin noch eine Rolle von
usammen 49 %, Im Durchschnitt des Reiches muß
nan daher feststellen, daß der Gerstenanbau eine Anzelegenheit
 ist, die in besonderem Maße den Bauernjetrieb
 angeht, so daß also derjenige, der
nDeutschland Bauernpolitik treiben
vill, im besonderen Maßeauchaufdie
3Zeeinflussung der Entwicklung im
jerstenbau Rücksicht nehmen muß.
jewiß umfaßt die Gerstenanbaufläche in Deutschand
 auch noch zu einem bedeutenden Teil den Anbau
ür Futterzwecke, aber es spielt doch innerhalb des
jerstenanbaues das Streben nach Qualitätserzeugung
»äne ansschlaggebende Rolle, so daß hier letzten
indes der Braugerstenerzeugung doch die überagende
 Bedeutung zukommt.
In diesem Zusammenhang darf auch besonders
Jjervorgehoben werden, daß gerade Braugerste und
Tafer die Hauptverkaufsfrucht der klein- und
nittelbäuerlichen Betriebe darstellen. Ja, es spielen
lie Braugerste und der Hafer oft in Gegenden eine
&lt;olle, die nicht zu den gesegneten in Deutschland
‚ählen. Ich erinnere hier nur an das fränkische
jerstengebiet auf den Jurahöhen und den Ausläufern
ler Rhön, des Spessart und Steigerwalds, ferner an
las Hafergebiet in der Oberpfalz, im Fichtelgebirge,
n der Rhön usw. Auch bezüglich des Haferabsatzes
ın die Brauereien für ihre immerhin trotz der Motori-;jerung
 noch starke Anzahl der in ihren Betrieben
/erwendeten Pferde ergeben sich daher enge Bejehungen
 zur Landwirtschaft, insbesondere zu den
»)äuerlichen Betrieben. Zu den Beziehungen zwischen
3rauereien und Landwirtschaft gehört schließlich,
laß die Brauereien infolge der Aufnahme schwerer
‚astpferde auch für die dafür einschlägige Pferdeucht
 von nicht geringer Bedeutung sind.
Das Hervortreten des Hateranbaus in den bäuerichen
 Betrieben macht die folgende Übersicht deutlich:
ie Bedeutung des übrigen Getreideanbaues in Deutschland nach der
Größe des landwirtschaftlichen Betriehes im Jahre 1925,

ill

Süddeutschlapd
Parzeilenbetriebe bis Zha ............
Kleinbäuerl. Betriebe 2+—5 ha ‚........
Mittelbäuerl. Betriebe 5—20 ha .......
Großbäuerl. Betriebe 20—100 ha ......
3roßbetriebe 100 und mehr ha .......

6,25
. 17,15
50,84
| 22,98
2,80
506 455 | 100

31 635
86 865
257 464
E16 289
14 209

Mitteldeutsch*- ce
Parzellenbetriebe bis Zha ‚...........
Kleinbäuerl. Betriebe 2—5 ha .........
Mittelbäuerl. Betriebe 5—20 ha .......
3roßbäuerl. Betriebe 20—100 ha ......
3roßbetriebe 100 und mehr ha .......

Zusammen ...

20 333 9,88
16 338 7,94
51 086 29,69
31 581 25,07
56 418 27,42
Zusammen „.........,..... | 205751 | 100
Nord- und Ostdeutsch'and

Parzellenbetriebe bis 2ha ............
Kieinbäuerl, Betriebe 2—5 ha...
Mittelbäuerl. Betriebe 5—20 ha .......
Großbäuerl. Betriebe 20—100 ha ......
3roßbetriebe 100 und mehr ha .......
Zusammen .....

6 223
15 979
16 757
95 378
100 592
4.02 994

1,54
3,96
19,00
23,61
51,89
100

Deutsches Raiet

Parzellenbetriebe bis Zha ‚...........
Kleinbäuerl. Betriebe 2—5 ha .........
Mittelbäuerl. Betriebe 5—20 ha .......
3roßbäuerl. Betriebe 20—100 ha ......
3roßbetriebe 100 und mehr ha .......
Zusammen .....

69 920 5,04
188 533 | 9,99
164 197 33,48
357057 | 25,75
356 908 | 25,74
1386615 | 100

Hier muß mit allem Nachdruck hervorgehoben
werden, daß das geschlossene süddeutsche Gerstenanbaugebiet
 einen durchwegs bäuerlichen Charakter
trägt. DieProduktion findet nur in ganz verschwindendem
 Ausmaßein großen Betriebenstatt. Derhauptsächlichste
 Gerstenerzeuger ist hier in Süddeutschland der
nittelbäuerliche Betrieb mit 5 bis 20ha, der allein
51% des gesamten Gerstenanbaues umfaßt. Ihm folgt
dann in Süddeutschland der großbäuerliche Betrieb
mit rund 23 % des Anbaues. Besonders bemerkenswert
 ist aber dann, daß selbst in den kleinbäuerlichen
ınd Parzellenbetrieben bis 5 ha der Gerstenanbau eine
ganz ausschlaggebende Rolle spielt. Man kann also
bezüglich Süddeutschlands sagen: der ganze Brauzerstenanbau
 trägt in Süddeutschland einen vor-Größenklassae



baufiäche
‘ha | in%

Weizen1?)
&gt;»arzellenbetriebe bis Zha ...........0.
{leinbäuerl. Betriebe 2-—5 ha .........
Aittelbäuerl. Betriebe 5—20 ha .......
;roßbäuerl. Betriebe 20—100 ha ......
zroßhetriebe 100 und mehr ha .....
Zusammen ....0000000000000
1) Finachliaßlich Spelz, Emer und Einkorn.

60 107 8,71
‚46 265 9,02
317 541 81,91
516 181 831,82
381 811 23,54
1 621 905 100
" Ohne Menegretreide.