IL, 1. Die Bedeutung der Brauindustrie für die Landwirtschaft.
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so waren diese besonders bodenständig ausgebildet
in der Zeit, als die kleinen Betriebe sowohl zahlen-..
näßig als nach der Produktion die beherrschende
volle spielten. Schon in kleinen Landstädten gab es
jiele Kleinbrauer nebeneinander. Jeder kleine Landvirt
 schätzte sich glücklich, einen Brauereibetrieb
zu besitzen und in der Tat ist insbesondere für die
Üddeutsche Wirtschaft, die noch mehr agrarischen
Charakter trägt, das Vorhandensein von
zahlreichen Brauereibetrieben innitten
 der landwirtschaftlichen Ged&gt;iete
 gleichzeitig ein Mittelpunkt für
lie landwirtschafitliche und Gesamtjevölkerung
 der dortigen Gemeinde.
Jer Brauereibetrieb bringt dort Beschäftigung ‘aller
\rt für die Handwerker des Ortes, der Brauerei-‚etrieb
 stellt auch eine finanzielle Stütze für die Geneinde
 dar, der Brauer unterhält rege und gute Beziehungen
 zur Bevölkerung und ist meistens zur
land, wenn es in der Gemeinde besondere Ein-,
ichtungen zu schaffen gilt, Ferner ist sein Brauereietrieb
 nicht bloß wichtig für die Bierbereitung und
lie Aufnahme der landwirtschaiftlichen Erzeugung,
'ondern er ist auch des weiteren für die Landwirtchaft
 wichtig dadurch, daß die Brauereibetriebe unnittelbar
 die Landwirtschaft wieder unterstützen
lurch die Abgabe der aus der Brauerei anfallenden
‘uttermittel, und zwar hochwertiger F uttermittel, wie
ie sich in den Trebern und in den Malzkeimen dar-;tellen.
 Diese Futtermittel sind insbesondere für
lie Viehhaltung und ganz besonders für die Milchiehhaltung
 von grundlegender Bedeutung, Ferner
larf nicht übersehen werden, daß viele Brauerei-‚»etriebe,
 die mit einem landwirtschaftlichen Betriebe
verbunden sind, auch bezüglich ihrer Landwirtschaft
zu den fortschrittlichsten und für ganze Gegenden
ichtunggebenden Betrieben gehören. Endlich zeigen
ich in Bayern enge Beziehungen zwischen Braundustrie
 und Landwirtschaft auch dadurch, daß der
Hierverbrauch im landwirtschaiftlichen Betriebe,
(amentlich während der Erntezeit, für die
7*amilie, die Dienstboten und Landarbeiter ein bedeutamer
 ist.
Leider muß aber schon hier gesagt werden, daß
‚.ngesichts der Agrarkrise der Bierverbrauch in der
genen Familie des Bauern leider eine ganz gevaltige
 Einschränkung gegenüber dem Frieden erıhren
 hat.
Ich will nun nicht aus der Statistik des Aufbaues
les Braugewerbes im einzelnen ziffernmäßig dartun,
vie die Entwicklung des Braugewerbes hinsichtlich
der Größe der Betriebe sich gestaltete,
‚;ondern wiH nur in allgemeinen Grundzügen das
lerausgreifen, was nunmehr aus der geschichtlichen
intwicklung sich als zunächst vorhandene Tatsache
ür die Entwicklung des Braugewerbes in Deutsch-Roggen?)


Parzellenbetriebe bis 2ha ............
leinbäuerl. Betriebe 2—5 ha .........
Mittelbäuerl. Betriebe 5—20 ha .......
Großbäuerl, Betriebe 20—100 ha ......
Großbetriebe 100 und mehr ha .......

220 272
418 145
422.307
- 409 557
934 387
4 404 A188

5,00
9,50
32,29
32,00
21,21
109

Hafer
Parzellenbetriebe bis Zha ............
Kleinbäuerl. Betriebe 2—5ha .........
Mittelbäuerl. Betriebe 5—20 ha .......
Großbäuerl. Betriebe 20—100 ha ......
Großbetriebe 100 und mehr ha .......
Zusammen ............. a
2% Ohne Menggetreide.
Das Hopfenanbaugebiet,
also das für die Brauindustrie nach der Gerste wichtigste
 Rohstoffgebiet, liegt in der Hauptsache in Süddeutschland:
 in Bayern, Württemberg und Baden:
und wenn man auch hier die Berechnung anstellt, so
ergibt sich auch diesbezüglich, daß die Hopfenwirtschaft
 in weitaus überwiegendem Maße, ja sogar
noch stärker als der Gerstenanbau, bäuerlichen
Charakter trägt, denn beim Hopfenbau treten die
Gebiete mit starkem Großbesitz in Norddeutschland
vollkommen zurück und spielen so gut wie keine Rolle.
Was die Beziehungen zwischen Landwirtschaft
und Brauindustrie anlangt, so kann man folgendes
sagen: Wer in Deutschland Bauernpolitiktreiben
 will, darfzweihervorragende
 Produkte der bäuerlichen
Wirtschaft nicht übersehen, sei es im
innerpolitischen Leben, sei es in der
Handelspolitik gegenüber anderen
Völkern, das ist der Braugerstenanbauund
 der Hopfenbau. Die bäuerlichen
Wirtschaften sind die Hauptlieferantetr der Rohstoffe
für das Braugewerbe, und das Schicksal des Braugewerbes
 ist daher eng verbunden mit dem Schicksal
des bäuerlichen Betriebes in der Landwirtschaft,
Was die starke Produktionsgrund-JageinBraugersteund
 Hopfenimsüddeutschen
 Gebiete anlangt, so darf
hier festgestellt werden, daß eine
Wirtschaftspolitik im Süden, die der
Landwirtschaft Rechnung tragensoll,
öhneRücksichtnahmeaufBraugewerbe
und Gersten- und Hopfenbau zu den
schwersten und tiefsten Erschütterungen
 des süddeutschen Wirtschaftslebens
 führen müßte.
Ich habe nun die Beziehungen zwischen Braugewerbe
 und Landwirtschaft bezüglich der Hauptrohstoffe
 der Landwirtschaft gekennzeichnet. Man
kann die Beziehung zwischen Braugewerbe und
Landwirtschaft in mittelbare und unmittelbare
 aufteilen. Was die unmittelbaren Beziehungen
zwischen Braugzewerbe und Landwirtschaft anlangt,

Zusamme*