Dr. Michael Horlacher, München:
land ergeben hat. Die Anzahl der gewerblichen
Brauereibetriebe hat sich von 19178 im Jahre 1875
von Zählungsperiode zu Zählungsperiode verringert,
und im Jahre 1925 wurden nur noch 4088 Brauereibetriebe
 gezählt. Die Anzahl der beschäftigten Personen
 dagegen, die sich im Jahre 1875 auf 69 423 bezifferte,
 nahm bis zum Jahre 1907 ständig zu, erfuhr
dann in der Kriegswirtschaft eine beträchtliche Unterbrechung,
 um im Jahre 1925 auf dem Stand von 92 972
Personen anzulangen. Eine Beschäftigungsstatistik
der Betriebe läßt jedoch.erkennen, daß auch im Jahre
[925 noch mehr als 50 % aller Betriebe Kleinbetriebe
sind, die nicht mehr als fünf Personen beschäftigen.
Jie Mehrzahl allerdings der beschäftigten Personen
entfällt auf die Großbetriebe mit 61 754 Personen
öder 66,4 %. Von den 4088 im Jahre 1925 gezählten
3rauereibetrieben entfällt weitaus die größte Zahl
auf das Land Bayern, das auf seinem Gebietsstand
allein 2074 Betriebe vereinigt und damit Preußen, das
nur 1012 Brauereien aufweist, bei weitem übertrifft.
Allerdings weist Preußen die doppelte Zahl der beschäftigten
 Personen im Braugewerbe auf; auf
Bayern entfallen 23771 Personen, auf Preußen
43 852 Personen, die in der Brauindustrie beschäftigt
sind. Auch in Württemberg und Baden finden wir
im Verhältnis zum übrigen Deutschland noch eine große
Anzahl von kleinen Betrieben, so daß man besonders
von Bayern, aber auch von Süddeutschland
 sagen kann, daß hier
noch eine starke Grundlage im
&lt;leinen und mittleren Betrieb beim
Braugewerbe gegeben ist, währenddem
 in Norddeutschland die In-Zusfrialisierung
 erheblich weiter
iortgeschritten ist. Das süddeutsche
Gebiet trägt daher auch noch den
Charakter unmittelbarerer Beziehungen
 zwischen Brauindustrie
ınd Landwirtschaft, einmal, weil jene
sich unmittelbar in Produktionsgebieten
 von Gerste und Hopfen beändet,
 und sodann auch, weil mit
vielen Brauereibetrieben landwirtschaftliche
 Betriebe - unmittelbar
verbunden sind und weil schließlich
die Brauindustrie als Neben- oder
Hauptgewerbe in der Landwirtschaft
 usw. vielfach noch eine besondere
 Rolle spielt. Allerdings
darf man nicht vergessen, daß auch in
Süddeutschland der industrielle Konzentrationsprozeß
 im Braugewerbe
starke Formen angenommen hat.
In dem überwiegend industriellen
Charakter tragenden norddeutschen
Brauereigebiete spielen aber naturyemäß
 ebenfalls die Beziehungen

‚ur Landwirtschafteineausschlaggebende Rolle. Wenn
ıuch die Beziehungen hier sich nicht unmittelbar und
veniger örtlich zwischen Brauindustrie und Landwirtchaft
 abwickeln, so ist doch auch das nordleutsche
 Brauereigebiet mittelbar
nit der Landwirtschaft aufs engste
verknüpft, weil es auf den Bezug aus den Hauptrersten-
 und Hopfenproduktionsgebieten in Deutschand
 angewiesen ist und bleibt.
Die untenstehende Übersicht über den Braustoffverbrauch
nd den Absatz deutschen Bieres im Rechnungsiahr 1927 nach
‚andesfinanzamtsbezirken gibt recht interessante Aufschlüsse
ber den Standort der Brauindustrie in seiner Beziehung zu
len Braugerstengebieten und den großen Bierverbrauchs-‚entren.
 Es ergibt sich daraus deutlich, daß die Brauindustrie
uerst bodenständig ist in den Gebieten mit starkem Brauerstenbau:
 Bayern, Württemberg, Baden, Hessen, also ganz
jüddeutschland, dann in Sachsen (Bezug hauptsächlich aus
er Provinz Sachsen), Schlesien. Dazu gleichzeitig die großen
’erbrauchsgebiete in Berlin, in der Republik Sachsen und dem
ı1einisch-westfälischen Industriegebiet, deren Bedarf für die
‚ächstgelegenen Braugerstengebiete in der Provinz Sachsen,
m rheinischen, pfälzischen, hessischen und fränkischen Gebiet
SW. von ganz wesentlicher Bedeutung ist.

Hinsichtlich des inneren Aufbaus der Brauindustrie
ınd der sich daraus ergebenden Beziehungen zur
„‚andwirtschaft darf man nicht übersehen, daß zwar
lie Mehrzahl dieser unmittelbaren und mittelbaren Beziehungen
 zur Landwirtschaft durch dieBrauerei-‚etriebe.
 besonders nach der Zahl der Betriebe be-Braustoffverbrauch

 und Absatz deutschen Bieres im Rechnungsjahr 1927 (April 1927 bis
März 1928).
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* Versteuerte und steuerfrei abgelassene
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Rechnungsjahr 1927 .
1. April 1927 bis 31.März | .
1928) 2.....00..000000 ] 959506 7326 | 1488 | 208 149404 | 518 |51608
1) Außerdem im 1. Viertel 2770 hl, im 2. Viertel 4690 hl, im 8. Viertel 460 hl, im 4, Viertel 1842 hl, im
Zechnungsjahr 1927 9762 hl bierähnliche Getränke. — %Z\ Meist zu Ausfuhrbier verwendet.

1587 977 | 99 | 4721
430 9225 0 567
512 122 1 1488
— 0 — 965
8385 | 114 0 1571
401 81 - 405
185 79 1 770
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187 | 28 | 1 448
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