HL, 1. Die Bedeutung der Brauindustrie für die Landwirtschaft. 137
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schädigt worden. Das kommt dann auch im Rück- aus, so daß ich einen Satz in einer‘ sonst ausgezeichgang
 der Bierausfuhr ins Ausland, wie wir noch 1eten Arbeit über „Aufbau und Verflechtung der
sehen werden, zum Ausdruck. yayerischen. Wirtschaft“ (Heit 116 der Beiträge zur
Der Zusammenhang der Ilandwirtschaftlichen Statistik Bayerns, herausgegeben vom Bayerischen
Interessen mit der Brauindustrie findet weiter seinen Dtatistischen Landesamt), wonach „die deutsche
Ausdruck in der 3ierausfuhr fast ausschließlich, zu 90 %, aus Bayern
stammen soll‘, hiermit richtigstellen muß. Im
ibrigen ist die dort gemachte Feststellung, daß
‚Bayern in Bier und Malz für das übrige Reich dank
ler Mengen und Hochwertigkeit seiner Produktion
‘ypisches Ausfuhrland“ ist, von besonderer Wichigkeit
 für bayerische Wirtschaftsbelange, wenn
ıuch in der Nachkriegszeit, was hinzugesetzt werden
nuß, bedeutende Erschütterungen eingetreten sind.
ber die Ein- und Ausfuhr von Gerste, Malz und
Topfen nach bzw. aus Bayern unterrichten die nach-;tehenden
 Zahlenangaben:
Ein- und Ausfuhr von Gerste und Malz in Bayern (einschl. Pfalz) per
Eisenbahn und Schiff,
19:3 ‚1925: [| 19%
Gerste (Tonnen)
Zinfuhr .......... .. 147602 |. 66864 62 678
Ausführ ............. 59 225 | 34 484 | . 66 387
Mehrausfuhr ......... — \ ZZ 3 709
Wehreinfuhr ......... } 88377 |. 932880 | —
. b) Malz (Tonnen)
3infuhr „............ , 24464 | 23 601 | 22418
Ausfuhr ......... .. 52 237 45 149 48 722
Wehrausfüuhr ......... | 27773 | 21548 | 26804
\usfuhr von Hopfen (per Bahn) aus Bayern r. d. Rh, im Jahre 1926:
7379 Tonnen = 73 790 dz.

Daraus ergibt sich, daß durch die Veränderung der
Absatzverhältnisse auf dem Weltmarkte, durch
den bedeutenden Rückgang der Bierausfuhr
 naturgemäß auch landwirtschaftliche
 Belange hinsichtlich des
Gersten- und Hopfenabsatzes nicht
unwesentlichberührt wurden. Immerhin
ist auf der anderen Seite ein kleiner Ausgleich durch
den Rückgang der Biereinfuhr nach Deutschland eingetreten,
 der aber im Lichte des noch nicht wieder
erreichten Friedensbierkonsums doch nicht so erheblich
 ins Gewicht fällt.
Empfindlich werden die landwirtschaftlichen Interessen
 Bayerns durch die dorteingetretenen
 Veränderungen im Bierabsatz berührt.
 Es gestaltete sich nämlich die Bierausfuhr
aus Bayern folgendermaßen:

Die obigen Ziffern zeigen aber auch, daß Bayerns
Gersten- und Hopfienbau (siehe Einfuhrziffern weiter
»ben) sowie seine Malzindustrie in erster Linie von
ler fschechoslowakischen Konkurrenz beeinflußt
werden. Es steht fest, daß die Gersten- und Malzzinfuhr,
 ebenso die Hopfeneinfuhr nach Bayern
zumeist aus der Tschechoslowakei stammt, andererseits
 wird aber den Belangen der Landwirtschaft
wieder durch die Gegenausfuhr von Gerste, Malz
und Hopfen gedient, die unserer heimischen Landwirtschaft
 zugute komt.
In Hopien hat die bayerische Landwirtschaft, als
ier Sitz der größten Hopfenanbauflächen — kleinere
*Jächen größeren Umfangs sind dann in Württem-‚erg
 und Baden —, ausgesprochene Ausfuhrinter-'ssen
 ins übrige deutsche Wirtschaftsgebiet. Allerlings
 hat der Hopfenbau während der Kriegszeit und
»benso der Nachkriegszeit infolge des Überhandıehmens
 der Hopfenperonospora schwere Schäden
;rlitten, von denen nur eine mühselige Erholung
nöglich war und ist. Auch ist der deutsche Hopfenau
 durch die schon betonten Wandlungen in der
Neltwirtschaft bezüglich seiner früheren Weltgeltung
‚edeutend zurückgeworfen worden. Über die Verlältnisse
 im internationalen Hopfenbau möge kurz
olgende Übersicht unterrichten:

a) ins übrige | b) ins
deutsche Gebiet Zollausland

"————

i{9138.....
L924....0
1925.00... 4
L926 00000020
1927... . .

272 483 hl
268 528 hl
8335 948 hl
„190815 hl
‚2299251 hl

]

485 107. hl
85 994 hl
59820 hl
67 558 hl
72798 hl

Aus diesen ziffernmäßigen Ergebnissen heraus
wird es leicht begreiflich, warum in Bayern dadurch
die Landwirtschaft, namentlich in Altbayern, hinsichtlich
 des Gerstenabsatzes und des Hopfenabsatzes
enormen Schwierigkeiten ausgesetzt ist. Die
Trockenlegung in Nordamerika hat namentlich der
bayerischen Auslandsausfuhr einen außerordentlich
empfindlichen Schlag versetzt. Die Auslandsbierausfuhr
 Bayerns ist von 485 107 hl im Jahre 1913 auf
72798 hl im Jahre 1927 zurückgeworfen worden.
Übrigens macht die Bierausfuhr aus Bayern im
Verhältnis zur Bierausfuhr des übrigen Reiches ins
Ausland nur einen Bruchteil der deutschen Ausfuhr