IN., 2. Braugewerbe und Maschinenindustrie.
bewahrungsmöglichkeit von Lebensmitteln aller Art.
Pür solche Zwecke wandert das Eis der Brauereien
vielfach in die Eisschränke der Nahrungsmittelzewerbe
 und der Haushaltungen. Die Brauereien
sind in vielen Gegenden die einzigen und unentbehrlichen
 Eislieferanten im Sommer.
Die Ammoniak-Kompressions-Kältemaschine hat
alle anderen Kältemaschinenarten fast restlos verdrängt.
 Die heutigen Ausführungen unterscheiden
sich von den ersten Lindeschen Maschinen grundsätzlich
 wenig. Die Ammoniakverdichter werden mit
liegenden, doppelt wirkenden Zylindern und für eine
mittlere. Drehzahl gebaut, so daß sie mit der Dampfmaschine
 unmittelbar gekuppelt werden können. Die
Wirtschaftlichkeit der neueren Kältemaschinen wird
durch das Arbeiten mit überhitzten Dämpfen im
Druckrohr gesteigert. Die Verflüssigung des
arbeitenden Körpers erfolgt überwiegend in Berieselungskondensatoren.
 Für die Anwendung geschlossener
 Kondensatorbauarten (Tauch- und
Doppelrohrverflüssiger) steht meist die erforderliche
 große Kühlwassermenge nicht zur Verfügung.
Die Kühlung .der Keller kann durch direkte Verdampfung
 des Ammoniaks in den Kühlrohren oder
durch Einschaltung eines Solekreislaufes erfolgen.
Die Sole wird dann in einem Behälter (Verdampfer)
immer wieder rückgekühlt. Wegen der gleichmäßigeren
 Kühlung (Speicherwirkung) wird meist
der Solekühlung der Vorzug gegeben.
Gegenüber den Kälteanlagen in Fisfabriken und
Schlachthäusern dient die Brauereikühlanlage nicht
bloß zur Eisherstellung und Raumkühlung, sondern
meist auch zur Kühlung der Bierwürze ‘mittels
Brunnenwasser (Süßwasser). Es bedeutet eine gewisse
 Erschwerung des Betriebes, daß für diesen
Zweck erhebliche Kältespitzen auftreten, die durch
Kältespeicher in Gestalt von entsprechend großen
Sole- und Süßwasserbehältern ausgeglichen werden
müssen.
Die Einrichtungen zur Überwachung des Kältemaschinenbetriebes
 (Leistungskontroller von Linde
und Glässel, Kontrollapparat von Kastner) gewinnen
auch in Brauereien Verbreitung. Diese Apparate
lassen die jeweilige Kälteleistung erkennen und geben
Aufschluß über die Füllung der Anlage mit Ammoniak
und über die richtige Stellung des Regelventiles.
Neben der eigentlichen Betriebskälteanlage unterhalten
 viele Brauereien noch kleinere Kühlmaschinen
in Bierniederlagen und bei Bierabnehmern. Für diese
Kleinkältemaschinen von etwa 5000 bis 20000 kcal
stündliche Kälteleistung hat sich eine Einheitsbauart
herausgebildet. Der Verdichter besitzt einfach
wirkende, stehende Zylinder, die in einer Reihe angeordnet
 sind. Für solche kleine Anlagen werden
meist nur Doppelrohrverflüssiger verwendet, die
räumlich gut unterzubringen sind.

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Überblickt man zum Schluß nochmals die Ausührungen
 über die Kraft-, Kälte- und Wärmewirtichaft,
 so erkennt man, daß das Braugewerbe für alle
7ortschritte des Maschinenbaues, soweit sie für die
jesonderen Verhältnisse des Brauereibetriebes in
3etracht kamen, Verständnis gezeigt hat. Es hat
ladurch für die technische und wirtschaftliche Entvicklung
 der Maschinenindustrie und auch zur
zationalisierung des eigenen Betriebes beigetragen.
Nach diesem Abschnitt über die Deckung des
&lt;raft-, Wärme- und Kältebedarfes wird die Bedeutung
 einiger
für den Brauereibetrieb besonders wichtiger
Arbeitsmaschinen -
jehandelt.
Die maschinelle Förderung von Flüssigkeiten war
ine der ersten Aufgaben, zu der die Kraftmaschine
n der Brauerei verwendet wurde. Der heutige
3etrieb benötigt zu den verschiedensten Zwecken
ine große Anzahl von Pumpen für Flüssigkeiten und
‚uft. Manche Sonderbauarten sind dabei durch das
'usammenwirken von Brauerei und Maschinenachnik
 entstanden.
Zur Beschaffung der erheblichen Betriebswassernengen
 besitzen die meisten Brauereien eigene
3runnenanlagen mit den entsprechenden Pumpen
zum Heben des Wassers in die Kaltwasser-»‚ehälter,
 Daneben werden noch weitere Flüssigzeitspumpen
 (Zentrifugalpumpen) gebraucht für
lie Kühlanlage (Kühlwasser-, Sole- und Süßwasserumpen),
 für die Mälzerei, das Sudhaus und
ür die meisten anderen Betriebszweige. Fine
‚esondere Stelle nehmen die Bierpumpen (Druckegler)
 ein, deren Aufgabe es ist, das Bier aus den
‚agergefäßen durch das Bierfilter in den Abfüllpparat
 zu drücken. Dabei sind zwei Umstände zu
weachten. Das Bier muß stoßfrei, in gleichmäßigem
Strom gefördert werden, andernfalls könnte die
3indung der Kohlensäure im Bier gestört werden;
lie Fördermenge muß sich der wechselnden Abfüllnenge
 anpassen. Außerdem nimmt der Filterwider-;tand
 im Verlauf des Abfüllens erheblich zu. Die
ırsten Bierdruckregler waren Kolbenpumpen, bei
ilenen durch besondere Vorrichtungen die Unterrechung
 der Förderung in den Todpunktlagen des
Colbens ausgeglichen wurde. Diese umfangreichen
Aaschinen wurden teils durch Preßluft, teils durch
inen feinstufig regulierbaren Gleichstrommotor bevegt.
 Einen wesentlichen Fortschritt stellt die Anvendung
 der unmittelbar mit einem Elektromotor
rekuppelten Zentrifugalpumpe für diesen Zweck dar.
Die Förderung erfolgt hier. ohne weiteres in einem
rleichmäßigen Strom, ohne daß das Bier durch das
Schaufelrad der Pumpe nachteilig beeinflußt würde,
vie man anfangs vermutete. Zur Überwindung des
z3ilterdruckes von 2 bis 3 atlı genügt meist eine ein-