46 Prof. Th. Ganzenmüller, Weihenstephan:
den Apparat. Die Behandlung der zurückkommenden
Fässer vor ihrer Wiederverwendung erforderte
irüher erhebliche Handarbeit, die jetzt durch entsprechende
 Maschinen betriebssicher und zuverlässig
zeleistet wird. Die Reihe der dazu notwendigen
Arbeitsmaschinen, bestehend aus der Sselbsttätigen
Faßwaschmaschine, der Reifenpresse, der Maschine
zur Prüfung der Dichtheit, wurde ergänzt durch die
selbsttätige Pichmaschine. Das Pichen der Fässer
war früher eine Quelle von Unzuträglichkeiten und
auch Gefahren, die durch die Einführung einer entsprechenden
 Maschine ausgeschaltet wurden. Gerade
 bei diesem Arbeitsgang zeigt sich deutlich, wie
sehr eine Maschine, mit den notwendigen Meßinstrumenten
 ausgestattet, in bezug auf Gleichmäßigzeit
 der Leistung der Handarbeit überlegen ist.
Eine große Anzahl von Maschinenfabriken liefert
ler Brauindustrie die notwendigen Apparate zum
Reinigen und Abfüllen der _ Bierflaschen. Der
steigende Verbrauch von Flaschenbier zwingt immer
mehr zu einem Ausbau dieser Betriebsabteilung. Das
Reinigen der Flaschen erfolgte bis vor kurzem allzemein
 durch Menschenhand in mehreren Arbeitszängen.
 Es wird die im Innern der Flasche vorhandene
 Schmutzschicht zunächst durch längeres
Weichen mit warmem Wasser gelockert, dann durch
Bearbeiten mit einer Bürste mechanisch entfernt.
Zum Schluß werden die noch an der Flasche haftenden
 Reste und das Schmutzwasser durch Ausspritzen
 mit reinem Wasser ausgespült. Die Außenreinigung
 der Flasche vollzieht sich gleichzeitig auf
lieselbe Art.
Diese Behandlungsweise erfordert nicht nur hohe
Lohnaufwendungen, es ist auch der erzielte Reinigungsgrad
 der Flaschen von der Zuverlässigkeit des
3Zedienungspersonals abhängig.
In neuester Zeit wendet man die selbsttfätigen
bürstenlosen Reinigungsmaschinen an, bei denen die
volle Reinigung nur durch Ausspritzen erreicht wird.
Auf dem Wege durch die Maschine wird das Innere
ler Flaschen zehn- bis fünfzigmal etwa je eine
Viertelminute lang nacheinander mit warmem
Wasser, mit heißer Lauge, zum Schluß wieder mit
warmem und kaltem Wasser ausgespritzt. Die
Wasser- und Laugestrahlen werden durch Pumpen
mit 2—3 atü Druck erzeugt. Durch diese Behandung
 wird die Schmutzschicht in der Flasche aufzeweicht
 und gleichzeitig durch den scharfen Strahl
weggescheuert. An Pumpenleistung kann wahrscheinlich
 gespart werden, wenn am Anfang der
Reinigung eine Weichzeit eingeschaltet wird, wie es
bei manchen Bauarten der Fall ist. Mit der längeren
Behandlungszeit der Flaschen in der Maschine wird
diese umfangreicher und deshalb teurer, so daß die
Einschaltung einer Weiche in den Reinigungsgang
die Betriebskosten zwar vermindert, die Besitzkosten
aber vergrößert.

Es gibt eine Reihe bürstenloser Flaschenreini-‚ungsmaschinen
 verschiedener Bauart, die.ihre Aufrabe
 zur vollen Zufriedenheit der Besitzer erfüllen,
llerdings unter bedeutendem Kraftaufwand für die
'umpen. Dafür benötigt aber die ältere Art der
'laschenreinigung mit gesonderter Weiche, Bürstnäschine
 und Spritzapparat erheblich mehr Belienung,
 so daß die bürstenlosen Flaschenreinigungsnaschinen
 jetzt schon am Anfang ihrer Entwicklung
lie gegebenen Maschinen für den Großbetrieb sind.
Die Brauerei verfügte von jeher über, einen beıchtlichen

Fuhrpark
zur Verteilung der erzeugten Biermengen an die Abıehmer
 und zur Anfuhr der Rohstoffe und Betriebsnittel.
 An Stelle der tierisch bewegten Fahrzeuge
st ein umfangreicher Lastwagenpark getreten, der
lie Betriebe finanziell stark belastet. Das Hauptbsatzgebiet
 der meisten Brauereien liegt in der Um-‚ebung.
 Dazu kommt noch, daß sehr viele Groß-‚etriebe
 mit größerem Exportabsatz keinen Gileisınschluß
 besitzen. Dies hängt mit dem größtenteils
‚ohen Alter. der Brauereien zusammen. Bei deren
jründung waren natürlich die heutigen verkehrsvirtschaftlichen
 Fragen noch nicht zu übersehen,
lie bei der Auswahl eines Platzes für einen Industrieetrieb
 in Frage kommen.
Die Brauereien lassen sich bei der Ausgestaltung
ares. Fuhrparkes durchaus von wirtschaftlichen‘ Ge-;ichtspunkten
 leiten. Das Pferdegespann ist deshalb
ıoch nicht restlos vom Lastauto verdrängt worden
ınd behauptet im Ortsverkehr für bestimmte Zwecke
ınd vor allem in Betrieben mit angegliederter Landvirtschaft
 seine Stellung. Anderseits bedienen sich
lie Brauereien auch der neuesten Schöpfungen des
‚astwagenbaues, zum Teil in Sonderausführungen,
velche die vielgestaltigen Aufgaben des Transportvesens
 eines Brauereibetriebes verlangen. Nebenbei
ei erwähnt, daß die Brauereien als Hersteller einer
Aarkenware auf das äußere Aussehen ihrer Fahr-‚uge
 Wert legen müssen, wie es auch früher in den
‚rächtigen ‘ Pferdegespannen zum Ausdruck gezommen
 ist.
Der gewöhnliche 3- bis 5-Tonnenwagen mit offener
3rücke dient vorzugsweise zur Anfuhr der Betriebsnittel
 und zur Beförderung des Bieres an größere
\bnehmer in weiterer Entfernung vom Betrieb. Für
üe Versorgung der Stadtkundschaft dienen neben
ferdefuhrwagen besonders Elektrofahrzeuge mit
twa 3 t Nutzlast. Deren Fahrbereich mit einer
Zatterieladung beträgt 60—80 km, was bei der Vervendung
 im Stadtverkehr mit den vielen Pausen
um Beladen und Entladen vollauf genügt. Die Be
riebskosten der Wagen mit elektrischem Antrieb
ind bedeutend geringer als die Betriebskosten von
/erbrennungskraftwagen.