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Diplom-Volkswirt F. C. Düstersiek, Berlin: .
. .
Von 100 Arbeitnehmern entfielen auf:
1909 1927
Gelernte , 0.0.0000. 45,2 39,7
Fahrpersonal. ...... 26,3 23,7
Ungelernte ....... 22,5 28,4
Frauen und Jugendliche. . . 6,0 8.2

Angestellte.
Die Zahl der in der Berufszählung 1925 ermittelten
18996 Angestellten dürfte mit der Zahl der tatsächlich
 in den Brauereien und Mälzereien beschäftigten
ziemlich identisch sein, da die Fluktuation bei den
Angestellten nicht so groß zu sein pflegt wie bei den
Arbeitern; auch ist kaum anzunehmen, daß eine
nennenswerte Anzahl von Brauereiangestellten nur
nebenberuflich beschäftigt ist. .
Eine besondere Stellung in den Brauereien
nehmen die Braumeister ein, von denen -nach
Schätzungen des Deutschen Braumeister- und Malzmeister-Bundes
 in der deutschen Brauindustrie zur
Zeit etwa 2500 tätig sind.

Die zahlenmäßigen Unterlagen stammen für das Jahr 1909
ıus einer Erhebung des „Zentralverbandes der Brauereiırbeiter“,
 Berlin, und für das Jahr 1927 aus einer Zählung des
‚Deutschen Brauer-Bundes“, Erfaßt wurden im Jahre 1909
;twa 45000 und im Jahre 1927 etwa 60000 gewerbliche
Arbeiter,
In dieser Gegenüberstellung tritt eine starke Ver-:chiebung
 zugunsten der Ungelernten deutlich in Ericheinung.
 Hierfür sprechen verschiedene Ursachen.
Jer Hauptgrund liegt in der zunehmenden. Autonatisierung
 und Mechanisierung wichtiger Betriebs-‚orgänge,
 besonders in den Kellereien, Abfüllräumen
ınd Mälzereien. Auch das besonders in den Großtädten
 zu beobachtende Aufblühen des Flaschenjergeschäfts
 trägt mit dazu bei: denn das Reinigen,
‘üllen und Etikettieren der Flaschen erfordert trotz
‚ler maschinellen Einrichtungen immer noch relativ
'ahlreiche Arbeitskräfte, die fast durchweg un-‚elernte
 sein können, Nicht ohne Einfluß wird auch
er in den Kriegs- und Inflationsjahren stockende
Jachwuchs an jungen ausgelernten Brauern und
3öttchern geblieben sein. In diesen Zeiten war es den
'ltern vielfach nicht möglich, ihre Söhne mehrere
‚ehrjahre mit nur relativ geringem Verdienst durchnachen
 zu lassen, auch war der Anreiz, einen sorsenannten
 gelernten Beruf zu ergreifen, stark genindert,
 da damals die Löhne der Gelernten und
Ingelernten vielfach annähernd gleich hoch waren.

*%
Wie wir eingangs dieses Abschnittes gesehen
aaben, verdienten 1925 rund 93000 Arbeitnehmer
ınmittelbar in der Brauindustrie ihr Brot. (Diese
Zahl dürfte aber Ende 1929 entsprechend der
seither gestiegenen Bierproduktion um etwa
16% höher sein.) Man würde der Bedeutung
der Brauindustrie als Brotgeber nicht gerecht
werden, wenn man nicht auch die vielen zehntausend
 Arbeitnehmer aufführen würde, die in den
speziell an die Brauereien liefernden recht zahlreichen
Gewerbezweigen (Maschinen-, F aß-, Flaschenfabriken
usw.) und bei der Beschaffung der Rohprodukte in der
Landwirtschaft tätig sind. Nach der letzten Vor-&lt;riegsberufs-
 und -gewerbezählung 1907 waren in
der deutschen Brauindustrie einschließlich der Beschaffung
 der Rohprodukte und der Nebenindustrien
‘und 450 000 Personen beschäftigt. Die Zahl ihrer
Angehörigen kann man niedrig auf 650 000 schätzen,
so daß sich insgesamt 1100000 Personen ergeben,
die im Jahre 1907 durch die Brauindustrie ihren
Lebensunterhalt fanden. Aus den bisher veröffentlichten
 Teilergebnissen der Zählung von 1925 kann
man den Schluß ziehen, daß heute noch mindestens
die gleiche Anzahl im Dienste der Brauindustrie ihr
Brot verdient.
Jede Schwankung der Bierproduktion spiegelt sich
deutlich auch in der Beschäftigtenzahl wieder. Jeder
Produktionsrückgang, der hervorgerufen werden
kann durch langanhaltende ungünstige Witterung,
insbesondere aber durch eine Erhöhung der Biersteuern,
 führt zur Brotlosmachung einer beträchtlichen
 Anzahl von Arbeitern und Angestellten nicht
nur in der Brauindustrie selbst, sondern auch im
Gastwirtsgewerbe, in der Landwirtschaft und in den
zahlreichen Hilfsindustrien.
B. Die Gliederung der Brauereiarbeitnehmerschaft.
Arbeiter.
Bei einer Betrachtung über die Gliederung der
Brauereiarbeitnehmerschaft ist nachstehender Vergleich
 zwischen den Jahren 1909 und 1927 besonders
aufschlußreich:

*

Angestellte.
Bei den Brauereiangestellten unterscheidet man
zewöhnlich kaufmännische und technische Anjestellte.
 Zu den letzteren gehören u. a. Kellerneister,
 Brauführer, Obermälzer, Maschinentechliker
 usw.
Der prozentuale Anteil der Angestellten an der
jesamtarbeitnehmerzahl von heute rund 18 % ist
gegenüber den Vorkriegsjahren gestiegen. Zum Teil
rklärt sich dies daraus, daß eine größere Anzahl
on. Arbeitern in gehobener Stellung heute im An--estelltenverhältnis
 tätig ist,
In diesem Zusammenhang verdienen vor allen
Jingen auch die Braumeister hervorgehoben zu
verden, denen die technische Leitung des Betriebes
‚bliegt. Die Güte des Bieres und damit das Gedeihen
ler Brauerei hängt sehr wesentlich von der Tüchtigkeit
 und Zuverlässigkeit der Braumeister ab, die in
len bekannten Brauereihochschulen in Berlin und
Weihenstephan eine gediegene wissenschaftliche
\usbildung erhalten. ..
In Großbrauereien sind vielfach auch noch besondere
 Brauereichemiker und Brauereiingenieure
.ngestellt.