196 Diplom-Volkswirt F. C. Düstersiek, Berlin:
54stündige Wochenarbeitszeit, die Nachkriegslöhne Die amtliche Lohnstatistik erfaßt:
lagegen nur für eine 48stündige gelten. L. Von den Produktionsmittel- 2, Von den Verbrauchsgüter-Auch
 trotz der verkürzten Arbeitszeit sind heute industrien: N Industrien:
im Braugewerbe die Friedensreallöhne durchweg 0 AS,
— bei den Ungelernten sogar beträchtlich — über- Shemische Industrie, Süß-, Back- und Teigwaren-Schritten,
 wie die nachstehende Tabelle zeigt: Aolzindustrie, industrie,
Durchschnittswochenlöhne : 7apier erzeugende Industrie, Kartonnagenindustrie.
m m 3a gewerbe,
Dezember 1929 3uchdruckgewerbe,
3. Die Deutsche Reichsbahn.
In dieser amtlichen Lohnstatistik werden nicht nur
lie reinen Tariflöhne berücksichtigt, sondern auch
*twaige soziale und andere Zulagen, Bei den
zrauereiarbeitern wird der tariflich gewährte Freirunk
 mit zwei Dritteln des Brauereipreises den
l’ariflöhnen zugeschlagen, in anderen Industrien die
;oziale Zulage für die Ehefrau und zwei Kinder
Bergbau, Metallindustrie, Textilindustrie, chemische
ınd Papier erzeugende Industrie). In den Industrien,
n denen zu einem erheblichen Teil in Akkord gearbeitet
 wird, sind die tarifmäßigen Akkordlöhne bei
Jurchschnittlicher Arbeitsleistung oder die Zeitlöhne
änschließlich Akkordausgleich eingestellt.
Die in obiger Gegenüberstellung so deutlich
n Erscheinung tretende günstige Lohnlage der
3rauereiarbeiter gegenüber der Arbeiterschaft anlerer
 Industrien ist keineswegs nur eine vorüberzehende,
 sondern, wenn auch mit geringen zeitveiligen
 Schwankungen, eine ständige Erscheinung.
Aus Raumgründen haben wir uns auf den Zeitraum
ler letzten zwölf Monate, für die bei Abfassung
lieses Aufsatzes die amtlichen Lohnermittlungen
vorliegen, beschränken zu können geglaubt.
In dem unserer Betrachtung zugrunde gelegten
3erichtsiahr vom Januar bis Dezember 1929 liegen
lie Löhne der ‚gelernten Brauereiarbeiter zwischen
13,6 und 15,7% (im. Mittel 14,7 %) über dem
geichsdurchschnitt der Gelernten, die der unvelernten
 Brauereiarbeiter sogar zwischen 30,3 und
33,1 % (im Mittel 31,6 %) über dem Reichsdurchchnitt
 der Ungelernten. Von den in der amtlichen
„Ohnstatistik erfaßten Gewerbezweigen zahlt nur
las Baugewerbe — als Saisongewerbe — und zeitveilig
 der Bergbau (hohe Akkord- und Sozialxuschläge)
 den Gelernten höhere Löhne als das
3raugewerbe. Mit den Löhnen der Ungelernten
steht die Brauindustrie. fast immer unbestritten an
der Spitze. Seit Oktober 1928 liegen die Durchschnittslöhne
 der Ungelernten im Baugewerbe um
einige Pfennige über denen des Braugewerbes.

‚12

64,6 Pf. | 122,8 I = + 89,8 %
534 „ !1119 „ = + 109,6 %
100 | 1526. =-+ 526%
Auffallend ist das ganz außerordentlich günstige
Abschneiden der Ungelernten,
Auch gemessen am deutschen Gesamtlohnniveau
stehen die Brauereiarbeiter an günstigster Stelle.
Gegenüber den Arbeiterlöhnen der wichtigsten
ibrigen*) Industriezweige rangieren die Brauereiarbeiter
 — abgesehen vom Baugewerbe als Saisongewerbe
 — an der Spitze.
Die Lohnhöhe im Braugewerbe im Vergleich zum Durchschnitt der
Produktionsmittel- und Verbrauchsgüterindustrien und der Reichsbahn,
(Bearbeitet auf Grund der amtlichen, Lohnstatistik des Statistischen Reichszmtes,
 veröffentlicht in „Wirtschaft und Statiztik“.)

'anuar 1020... ] 52,34
“ebruar » ...! 52,40
März m» +.« 5241
April „ ...J 52,62
Mai » +... 58,65
Juni i Ma 53,77
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August » ...'! 53,81
Septemb. » ...! 53,81
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Novemb. » ... 38,89
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Steigerung ge-.
genüber dem
Januar 1929, }+ 8,0 %%o/-+4,1 %ol H38,1 9%] +45 %
1) Gewogener Gesamtdurchschnitt aus den “Tariflöhnen von 12 wichtigen
ren der Produktionsmittel- und Verbrauchsgüterindustrien (einschließlich
ler Reichsbahn).
Zur näheren Erläuterung der vorstehenden Tabelle
sei folgendes gesagt:
*) Die von der amtlichen Lohnstatistik erfaßt wurden.

Lohnspanne.
Die Spanne zwischen den Löhnen der Gelernten
ınd Ungelernten ist in der Brauindustrie seit dem
Xriegsende infolge der Nivellierungsbestrebungen
ler Gewerkschaften eine recht geringe uhd zeigt die