Diplom-Volkswirt F. C, Düstersiek, Berlin:
nicht wieder entlassen wollte. Es waren also recht
viele Arbeitsstellen in. Fortfall gekommen. Die
Brauereien betrachteten es trotz aller Schwierigkeiten
 als eine Ehrenpflicht, alle ihre früheren Arbeitnehmer
 nach ihrer Entlassung aus dem Heeresdienst
wieder bei sich aufzunehmen.

ihn

cassen errichtet oder zahlen langgedienten Arbeitern
m Alter einen Zuschuß; einige Brauereien haben
auch eigene Altersheime z. T. in landschaftlich hervorragender
 Gegend errichtet.
Es würde über den Rahmen dieses Aufsatzes hinausgehen,
 alle weiteren zahlreichen Wohlfahrtsein-:ichtungen
 der Brauereien hier ausführlich zu
schildern. Nur das Wichtigste kann kurz gestreift
verden. Der Altersversorgung dienen ferner die
jiehr verbreiteten Brauereisparkassen, in denen die
Spareinlagen der Arbeitnehmerschaft relativ hoch
v’erzinst werden. Für das leibliche Wohlergehen der
jelegschaften sind namentlich in den Brauereien, in
enen ohne eine längere‘ Mittagspause durchge-‚rbeitet
 wird, Kantinen und Speiseanstalten eingeichtet,
 die mittels Beihilfen der Brauerei wohlfeiles
‘ssen abgeben können. Einige Großbetriebe haben
.igene Sportvereine geschaffen und gefördert, die
uch schon mit bemerkenswerten Leistungen in die
’fentlichkeit getreten sind.
Sogar auf die Kinder der Arbeiter und Angestellten
streckt sich die Fürsorge durch Einrichtung vorm
"inderheimen, Kleinkinderschulen usw. ;
Aber auch der allgemeinen öffentlichen Wohlahrtspilege
 steuert die Brauindustrie nach bestem
“önnen bei. Recht beträchtliche Summen werden
uljährlich für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung
restellt. Der Brauereiunternehmer besitzt seit jeher
‚egenüber anderen Industriellen eine ganz besondere
&gt;opularität, die leicht dazu führt, daß man an ihn
;tets besondere Anliegen zu stellen pflegt.

VIL Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen
der Brauereien.

Die während der Kriegsnotzeiten den Arbeitnehmern
 gegenüber weit über das durch Gesetz vorgeschriebene
 Maß hinaus Bewiesene Fürsorge hat
auch in Zeiten normaler Wirtschaftslage ihren
Draktischen Ausdruck in zahlreichen Wohlfahrtseinrichtungen
 gefunden. Vor Schaffung der staatichen
 Sozialgesetzgebung (Kranken-, Unfall- und
Invalidenversicherung) hielten es die Brauereien für
ihre besondere Pflicht, die infolge Alters oder
Invalidität ausscheidenden Arbeiter zu unterstützen.
Bereits 1876 wurde auf dem 3. Brauertag in Frankfurt
 a. M. ein Antrag auf Schaffung eines Unterstützungsfonds
 für alte und invalide Brauereiarbeiter
zum Beschluß erhoben. Noch bevor die Vorarbeiten
hierfür beendet waren, trat das Unfall- und Krankenversicherungsgesetz
 in Kraft, so daß dieser Zweig
der geplanten Fürsorge fallen gelassen werden
konnte. Es blieb aber noch die Frage der Altersversorgung,
 die in den Beratungen der nächsten
Jahre eine große Rolle spielte. In der Brauereiarbeiterschaft
 fand der vom Deutschen Brauer-Bund
ausgehende Plan einer Altersversorgung ebenfalls
lebhafte Aufnahme. Aber auch hier konnten die
energisch aufgenommenen Vorarbeiten nicht zum
endgültigen Ziele führen, da kurz vor ihrem Abschluß
die staatliche Zwangsversicherung auch auf die
Altersversicherung ausgedehnt wurde. Mit Recht
wurde auf dem 6. Deutschen Brauertag am 27. Juni
1888 in Stuttgart hervorgehoben, daß in keinem
Gewerbe vor Einführung ‘der Zwangsversicherung
für die Arbeiter auf diesem Gebiete mehr getan sei
als im deutschen Braugewerbe. Hiermit war die
Fürsorge für die infolge Alters oder Invalidität ausgeschiedenen
 Brauereiarbeiter aber keinesfalls erschöpft.
 Zahlreiche Brauereien haben Pensions-Es

 liegt in der Natur der Dinge, daß auch in der
3rauindustrie die vielfach gegensätzlichen  Auf-'assungen
 zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern
ft scharf in Erscheinung treten. Mit Genugtuung
sann aber festgestellt werden, daß diese Meinungscämpfe
 fast immer auf rein sachlichem Boden durchrefochten
 werden. Selbstverständlich hat jede Partei
'asselbe Recht, ihre Interessen energisch zu verreten,
 niemals aber darf dabei das gemeinsame Ziel,
ın dem beide Parteien gleich interessiert sind, aus
lem Auge gelassen werden: Das Wachsen und Geleihen
 der deutschen Brauindustrie!