V., 1. Die Geschichte des Brauwesens. . 225
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„Das edle Hamburger Bier if eine Königin unter allen anderen ıufgegriffenen Trunkenen in die „Narrenkiste“,
Diet) unter allen endeten Gerfien, und vothen Dieren au den Bow NEN Kleinen vergitterten Käfig vor dem Bernauer
tritt hat und Königin ik, Di Edle und hochgelobte Bier, fo in der Seller und gab sie-hier dem Gespött ihrer Mitbürger
EChrentreichen und hochlöblichen, EN a EEE nen a areis.
ONE DEE ta aha aber bernas allsemad) ge: Aber trotz all der herrschenden Völlerei war diese
wint es einen Weinliden Sefhmadk, darumb auch der Kardinal Rai poche keine Zeit des Verfalls, im Gegenteil ein
Een Sn m ben Der N En ha löhepunkt deutscher Kulturgeschichte, eine Zeit gees
 Binum. DIE Wort if eine HRG Core und Sob den Hamburger Valtigen geistigen Ringens, eine Zeit, in der Handel
Bier „D wie gern wollteft dır Wein fein“. Ferner (o hats’ an ihm ind Gewerbe blühte und in der die Kunst herrliche
76 viel fubflang, teide Nahrung von genugfam nufriment und nimpt MVerke schuf.
der Menfch davon an feinen Leibe vol zu, Es gibt gute und gefunde . N
Feuchtigkeit, madt gut Sebhlüt, man friegt davon auch gut Farbe, Und noch in Blüte stand alles deutsche Leben, als
denn man finder und fiebet zu Dam burg NO Tan EEE Ma an) ier Dreißigjährige Krieg ausbrach. Wie er Deutsch-N
 ea N inet nee Een ln x. An © HERAN TI and politisch zur Ohnmacht führte, seine Kultur fast
Rrafft balde, wann e8 alt wird wie alle anderen Weigenbiere thun ’erNichtete, so brach auch das Wirtschaftsleben
Ska Sr da a fe Sl Ch a, Sf ac an ONE zusammen. Mit Ihm das Braugewerbe, Es
diefem Bier das Haäupf nicht webe thuk wie von "sem Stader und larf aber nicht verkannt werden, daß schon SETAUME
zuderen Welbenbieren,” Zeit vorher Zeichen. eines Niederganges deutlich
Vom Einbecker Bier sayt Kuaunst: vurden. Einem Gerechtigkeitsgefühl entsprach die
zes +. . Obwohl dif Bier auch nufrintent gibt, dennoch werden die Anführung des „„Reihebr auens“, d. h. des Nach-Beute
 nicht gar fo feift davon, gleichwol fie von anderen Bieten vol iNanderbrauens in ausgeloster Folge. Der geNOSSENwerdet.
 ... . feiget diß Bier auch nicht zu Kopffe .. . 4 schaftliche Geist der Zeit wollte jedem seinen Anteil
Vom Broyhan heißt es: ım Gewinn ermöglichen; aber da das Reihebrauen
„u... Gin heiß und fark Bier, daß einem die Hörner fümieren elbst dem minderwertigen Biere den Absatz sicherte,
und warm madjen Kann deswegen e$ mächtig getrunken fenn folte, ...” 0 mußte es auch jedes Vorwärtsstreben lähmen,
Vom „Dantzscher“ (Danziger): ‚ieden fördernden gesunden Wettbewerb ausschließen.
„00, Daß auch fein flärker Bler unter allen SGerftenbieren in NE Reihe weiterer gewerbepolitischer Maßnahmen
gang Teutfchlanden gefunden werden... ;chnürte alle Bewegungsfreiheit ein. Die steigenden
Interessant ist es auch, von Knaust über die Heil- jetreidepreise nötigten, um das Bier nicht teurer zu
wirkung der verschiedenen gekräuterten Biere etwas Nachen, zur Herabsetzung der Stammwürze. Verzu
 erfahren, zu hören von den Zusätzen wie Wer- schlechterung des Geldes, geminderte Kaufkraft
muth, Salvey, Hirschzunge (Kraut), Ochsenzunge zeigten ihre Wirkung, Als nun der Dreißigjährige
(Wurzel), Rosmarin, Lavendel, Wacholder u. a.
Nicht minder kulturhistorisch von großem Wert
sind die Aufzeichnungen des Junkers Hans von
Schweinichen. Eine Trinkfreudigkeit durchzieht das
ganze Buch, für die unsere. heutige Zeit denn doch
kein Verständnis mehr haben dürfte. Welche Seite
wir auch aufschlagen, stets sind „gute Räusche“ der
Gipfelpunkt jeder Lustbarkeit, die Krone jedes guten
oder bösen Tagewerks.
Mehr und mehr war die alte Trinkfrohheit aber in
wüste Völlerei ausgeartet, daß schließlich Lufher,
der ja selbst einen maßvollen guten Trunk zu
schätzen wußte, sich mehrfach veranlaßt sah, ein
Machtwort gegen den „Saufteufel“ zu sprechen.
Zitiert sei hier eine sehr eigenartige, aber psychologisch
 doch tief begründete Antwort, die er einigen
Männern gab, die nach gewaltsamer Abhilfe riefen:
„Wenn ich wieder zum Fürsten komme, so will ich
nicht mehr tun, denn bitten, daß er überall seinen
Untertanen und Hofleuten bei ernster Strafe gebieten
wolle, daß sie sich ja wohl vollsaufen sollten, vielleicht
 wenn es geboten würde, werden sie das Widerspiel
 tun. Quia nitimur in vetitum, was verboten ist,
dawider tut man gern.“ Eines anderen Mittels bediente.
 man sich damals in Berlin: Man steckte die
Die deutsche Brauindustrie der Gegenwart

Das alle Hackerbräuhaus in München 157