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Kommerzienrat Dr. W. Sobernheim, Berlin:
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Reihe von Veröffentlichungen der Gesellschaft von
der historischen, der brautechnischen, pflanzenkundlichen
 und etymologischen Seite her beleuchtet
worden.
Der Arbeitsplan der Gesellschaft für die Geschichte
 und Bibliographie des Brauwesens auf
historischem Gebiet umfaßt jedoch neben der Erschließung
 der Urgeschichte auch die Durchforschung,
 Sammlung, Sichtung und Ergänzung des
Materials, das uns über die Geschichte der Brauerei
des Mittelalters bis in unsere Zeit hinein überliefert
worden ist. Zahlreiche, in Archiven und Bibliotheken
yerstreute Angaben harren hier der Verarbeitung.
Zunächst sind es zwei wichtige Gebiete, denen die
Forschungstätigkeit der Gesellschaft gilt: dem
Klosterbrauwesen und der Entwicklung des Braugewerbes
 in den städtischen Gemeinwesen, Das Bier
war in früherer Zeit bei allen Schichten der Bevölkerung,
 ebenso wie Fleisch, Fische und Brot, das
bei den täglichen Mahlzeiten genossene Nahrungsmittel,
 außerdem natürlich wie heute Erholungs- und
Festgetränk. Es durfte deshalb in keinem Hause
fehlen. Wie sich dann allmählich aus der Bierbereitung
 im Haushalt der gewerbliche Brauereibetrieb
 und endlich die Brauindustrie herausgebildet
hat, eine Entwicklung, die gewerbegeschichtlich von
zroßem Interesse ist, sollen die Forschungen der Gesellschaft
 weiter zur Darstellung bringen. „Die Entwicklung
 des Braugewerbes in den städtischen Gemeinwesen“
 betitelt sich darum die begonnene neue
Reihe der Buchveröffentlichungen, und den Anfang
nacht als Band 1 die Geschichte des Branwesens einer
Stadt, deren Bier vom Mittelalter bis in die neuere
Zeit jahrhundertelang Weltruf genoß, der hannoverschen
 Stadt Einbeck oder richtiger. „Eimbeck‘“. Die
Darstellung ist das Ergebnis jahrzehntelanget
Forschungsarbeit von Professor Wilhelm Feise,

Stadtarchivar zu Einbeck, und schildert den Absatz
ınd Versand des Eimbecker Bieres im In- und Ausande,
 bis Stockholm und Reval im Norden und Innsıruck
 im Süden, seine Herstellungsweise und Be-(eutung
 für das Gemeinwesen im Wechsel der
ziten. Besondere Aufsätze behandeln die Themata
Luther und das Eimbecker Bier“ und „Das Eimacker
 Bier, das Vorbild des Münchener Bieres‘“,
Weiter brachte die Gesellschaft eine von ihrem
ijeschäftsführer Dr. Schulze-Besse im Auftrage des
’ereins Berliner Braumeister verfaßte „Geschichte
les Berliner Brauwesens und seiner Braumeister“
'eraus, die mit ihrem Bildschmuck in fesselnder, oft
on Berliner Humor gewürzter Darstellung eine an-&gt;hauliche
 Schilderung des Brauwesens und des
ımungs- und Vereinslebens der Braumeister in
‘üherer und neuerer Zeit gibt. Die Entwicklung des
jewerbes von der „Braunahrung des Bürgers“ über
lie Brauergilde mit ihren selbständigen Brauneistern
 bis zum bedeutenden, hochgeachteten Geverbezweig
 zieht in zahlreichen landesherrlichen und
tädtischen Brau- und Schankvorschriften seit dem
4. Jahrhundert am Auge des Lesers vorüber. Die in
hrem unterhaltsamen Originaltext erstmalig wieder-“gebenen
 Auszüge aus den Brauordnungen und
!ten Braukonstitutionen runden sich auf Grund von
‚okumenten des Berliner Stadtarchivs und zeit-'enössischen
 Berichten zu einem anschaulichen
3ilde Alt-Berliner Bürgerlebens. Von besonderem
’eiz ist die kunstgerechte Wiedergabe des aus ver--ilbten
 Handschriften entzifferten Textes eines
ınungsprotokollbuches aus dem 16. Jahrhundert,
a dem ungelenke Brauerhände der Nachwelt schätz-‚ares
 Material über Werden und Wirken ihrer Gilde
‘berliefert haben. Daran schließt sich die aus alten
"raktaten rekonstruierte Darstellung des Braurorganges
 und der im alten Berlin besonders ge-;schätzten
 Biere mit Abbildungen alter Braugeräte.
Nach einer Darstellung der Freuden und Leiden des
3raumeisterstandes bringt das Buch die hochinter-3ssante
 Entwicklungsgeschichte der Berliner Braustätten
 und Nachrichten über die in ihnen tätigen
Braumeister an Hand von übersichtlichen Tafeln und
zahlreichen Abbildungen.
Als weitere Veröffentlichungen dieser Reihe sind
Darstellungen zur Geschichte des Breslauer Braugewerbes
 und des Brauwesens von Magdeburg, Jena
und Halle sowie Schweinfurt in Vorbereitung, und
auch das Jubiläum der Einführung der künstlichen
Kellerkühlung in den Brauereibetrieb wird Anlaß zu
ainer historischen Würdigung dieses epochalen Ereignisses
 geben.
Neben den Buchveröffentlichungen gibt die Gesellschaft
 in den Fachorganen sowie in ihrem Jahrbuch
kürzere geschichtliche Einzeldarstellungen, die allgemeines
 Interesse verdienen, heraus. Von diesen
sind insbesondere hervorzuheben die Beiträge zur

£hhildung einer alten Urlamar