V., 3. Ernährungswirtschaftliche und sozialhygienische Bedeutung des Bieres,
das Helle vollkommen dominiert, in Bayern sich hell
und dunkel ungefähr die Wage halten,
Tafel II gibt einen Überblick über die deutsche
Biererzeugung und den jeweiligen Malzverbrauch.
Von der gesamten Erzeugung entfielen in den letzten
Jahren rund 95°. auf das untergärige Bier.

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sonders darauf hingewiesen werden, daß dieses-Bier CC
dem noch im Königschen Werk unter „Läagerbier‘” U
geführten „Sommerbier‘“ nicht mehr ganz entspricht, SF
da dessen Stammwürze eine rund 12,6prozentig® iek:e\*

Tafel II.
Chemische Zusammensetzung gebräuchlicher Biere:
im Extrakt enthalten:
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N. Nährwert,
Das Hauptinteresse unter den Stoffwechselvorgängen
 nehmen beim Erwachsenen diejenigen
Prozesse in Anspruch, welche im Gleichgewichtszustand
 ablaufen, der sogenannte Betriebsstofiwechsel.

Der Stoffverbrauch beim Betriebsstoffwechsel
 ist ausschließlich bedingt
 durch wärmeverbrauchende
Vorgänge, muß also durch Zufuhr von Wärmewerten
 (Kalorien) befriedigt werden.
Der durchschnittliche Kalorienwert ist nach dem
„Handbuch der Ernährungslehre‘* von Geh. Rat
v. Noorden und Prof. H. Salomon (1, S. 108) für je
1 g: Eiweiß 4,1, Fett 9,3, Kohlenhydrate 4,1, Alkohol
7,0, Milchsäure 3,7 Kalorien.
Nach Rubner (3) beträgt der Wärmebedarf für
den ruhenden Organismus des gesunden Erwachsenen
 von 70 kg Körpergewicht 1650 Kalorien
in 24 Stunden. Der Bedarf für die Arbeitsleistung
der willkürlichen Muskeln schwankt natürlich in
sehr weiten Grenzen, je nachdem es sich um einen
Büroarbeiter oder z. B. um einen Holzfäller handelt.
Legen wir die mechanische Arbeitsleistung eines
Bergsteigers zugrunde, welcher ein Gewicht (Körper
und Traglast) von insgesamt 1 dz am Tage um
1500 m zu fördern hat, so würde dieses zweifellos
ganz erhebliche Arbeitspensum, in Wärme umgerechnet,
 rund 350 Kalorien ausmachen, also außerordentlich
 wenig, nur ein Fünftel im Verhältnis zu
den 1650 Kalorien des Bedarfs für den ruhenden
Organismus.
Der Gesamtbedart an Kalorien beträgt bei mittjerer
 körperlicher Arbeit für einen Mann von 70 kg
Körpergewicht 2800 bis 3500 Kalorien, also im Mittel
etwas über 3000 Kalorien. („Handb. d. Ernährungslehre“
 (1) v. Noorden/Salomon, I. Bd., S. 111.)

Biersorten

Schankbier ..
Lagerbier....
Zxportbier .....
3o0ck-, Doppeloder
 Märzenbier.........
 4,64 10,221] 8,34 | 0,73 6,86 10,181 0,176'0,276 656
Ale .....00.... 5,27 10,201[ 5,99 [0,61 2,88 |0,284| — 10,320] 605
POrter......... | 5,16 10,383] 7,97 | 0,63 | 5,14 10,325| — 10,380] 674
Weißbier ...... | 2,79 [0,299] 5,29 | 0,54 | 3,99 10,353'0,092|0,142] 406
*) Nach dem „Handbuch der Ernährungslehre“ v. Noorden-Sal. IX. Bd. 8. 756.

3,36 10,197| 5,34 | 0,74 | 4,26 10,156/0,120'0,240! 447
3,69 0,207] 5,49 | 0,52 ! 4,25 10,178 0,181/0,207] 475
129 10.2071 6,50 | 0,66 ı 5,02 10.174'0,170.0,239* 559

Jer moderne Standardtyp nähert sich in seiner
Stärke mehr dem ersten Typ der Tafel, welcher eine
'ast 12prozentige Stammwürze besitzt,
Es bedarf in diesem Zusammenhange nur eines
curzen brautechnischen Hinweises, weswegen heute
lurchschnittlich leichtere untergärige Biere im Ver-&lt;ehr
 sind als in den 70er, 80er und 90er Jahren des
vorigen Jahrhunderts: die bahnbrechenden Fort-':Chritte
 der Brauwissenschaften und Brautechnik in
lien letzten 50 Jahren gaben dem Brauer selbstverständlich
 neue Möglichkeiten in die Hand, welche
ich auf das Bier in vielfacher Hinsicht veredelnd
ıuswirkten. Einer dieser Fortschritte war der,
laß es jetzt jeder Brauerei möglich wurde, aus
ıur 12prozentiger Stammwürze ein Bier zu er-‚jeugen,
 welches an Haltbarkeit den früheren, meist
;tark eingebrauten und alkoholreichen Sorten um
las Vielfache überlegen ist.

Alkoholgehalt.
Betrachtet man die Stoffe näher, welche die Sub-‚tanz
 dieses Bieres ausmachen, so ergibt sich sofort,
laß unter den Kalorienträgern der Alkohol an erster
Stelle steht. Er dürfte bei hellen Bieren im Mittel
;»twa 55% der Gesamtkalorien liefern, bei den
lunklen, durchweg extraktreicheren dagegen nur
“und 50 %.
Im Verhältnis zu dem Alkoholprozentgehalt des
3ieres haben leichte Weißweine die doppelte, Korn-)ranntweine
 die acht- bis zehnfache Alkoholmenge,
Cognak, Rum und Arrak noch mehr. Es ist besonders
 hervorzuheben, daß das Bier als einziges
ınter allen diesen Getränken nur reinen Äthylılkohol
 enthält und keine Beimengungen von Amylınd
 Butylalkoholen (Fuselöle). — Bei der Betrachung
 des Bieres als Nahrungsmittel ist als wesent-Die

 Zusammensetzung des Bieres.
Wir entnehmen dem Hartwichschen Werk „Die
menschlichen Genußmittel“ (4), S. 694, folgende
Durchschnittsanalysen der wichtigsten Biersorten,
welche die Mittelwerte aus den Hunderten von Ana-Iysen
 des bekannten Werkes von J. König: „Die
Chemie der menschlichen Nahrungs- und Genußmittel“
 repräsentieren.
Das verbreitetste aller Biere ist heute in Deutschland
 das untergärige Lagerbier aus einer durchschnittlich
 12prozentigen Stammwürze. Es muß be-