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zffektauf die Absonderung von Galte durch
die Leber besitzt. Bekanntlich ist ein solcher Effekt von
selbst vorhanden; aber das Harz übt eine- beträchtlich
größere Kraft aus. Dieses Ergebnis ist von erheblicher
Wichtigkeit, da ein Zufluß von Galle nötig ist, um das
Agens, welches die Sekretion des Pankreassaftes zum
Darm hin verursacht, zu aktivieren.
Dieses (Hopfen-) Harz wirkt deswegen dank
seiner Bitterkeit als direkter Förderer der
Verdauuhg im Magen und als indirektes
FTonicum (mächtiges Anregungsmittel!) im Darm dank
seiner Wirkung als Gallenanreger (Cholalog).“
(Sperrungen hinzugefügt!)
Es geht aus dem Gesagten hervor, daB die
verdauungsfördernde Wirkung des
Hopfenbitters noch bedeutender ist
als die des Alkohols. Wahrscheinlich wird
las gleiche auch für die Appetitanregung zutreffen.
Es darf in diesem Zusammenhang auch nicht verzessen
 werden, daß das Hopfenbitter dem Bier eine
Eigenschaft verleiht, wodurch es sich von allen
alkoholischen Getränken unterscheidet: seine durstflöschende
 Wirkung.
Zu 3. Kohlensäure muß immer im Zusammenhang
mit Kühle genannt werden. Beide sind wohl die
Hauptkomponenten des erfrischenden Getränkecharakters
 des Bieres, mag auch die massageartige
Reizwirkung des Alkohols auf die Schleimhäute dabei
 eine bedeutende Mitwirkung ausüben, auch das
schneidige Hopfenaroma zweifellos mitsprechen.
Neben diesem Genußfaktor der Kohlensäure und
neben ihrer schon berührten Beihilfe für die Magensaftsekretion
 ist es aber noch eine andere Funktion,
 welche sie zu einem wertvollen Genußbildner
des Bieres macht:
Die Kohlensäure übt eine Kontaktwirkung auf die
Nerven der Speisewege aus, welche Prof. Lindner,
Berlin, einmal höchst anschaulich geschildert hat, so
daß wir seine Worte hier wiedergeben möchten:
„„.. Wenn man ein Bad in kohlensäurereichem
Wasser nimmt; bedeckt sich die ganze Körperoberfläche
nit Kohlensäurebläschen. Wir verspüren ein ange-1ehmes
 Prickeln in der Haut und eine wohltuende
Wärme. Ähnlich ist für die Magennerven der Reiz, den
die Koblensäure ausübt . . .“
Es muß schließlich noch eines wenig beachteten
Genußfaktors Erwähnung getan werden: die Biervürze
 empfängt bei der Vergärung des Malzzuckers
 von der Hefe einen Teil ihrer Enzyme, jener
Stoffe, welche, wie Delbrück (11) sich ausdrückt,
„die Träger jener vom lebenden Organismus erzeugten
 Umsetzungskräite sind, die alle Stoffumwandlungen
 ‘ im menschlichen Körper beherrschen“.
 Die Anreicherung der in den Verdauungssäften
 des Organismus vorhandenen Fermentkörper
mit diesen von der Hefe ausgeschiedenen Enzymen
bedeutet selbstverständlich eine Förderung der
Verdauungstätigkeit wie des Appetitreizes.
Allgemein wird der Genußwert des Bieres so hoch
yeschätzt, daß man darüber übersieht. daß das Bier

Dipl.-Ing. H. Paproth, Berlin:
RA
ıuch ein Nahrungsmittel ist. So unberechtigt das
etztere ist, es ist gerade ein Beweis dafür, daß die
Vertung des Bieres über seine Eigenschaft als Ka-&gt;rienträger
 weit hinausgeht und hinausgehen muß.

IV. Sozialhygienische Bedeutung des Bieres.
Bier, ein hygienisches Getränk.
Eine knappe und treffende Zusammenfassung über
lie hygienische Durchdringung des ganzen Brau-/erfahrens
 gibt Delbrück (11) in seinem populären
Schriftchen „Das Bier einst und jetzt“ auf S. 37:
„+ Durch das Kochen der Rohstoffe und des
Wassers sind diesen alle unhygienischen, durch Iniektion
 mit Pilzen etwa hervorgerufenen Eigenschaften
zenommen. Durch die Reingärung ist dem Wiederzutritt
ungeeigneter Pilze der Weg abgeschnitten. Diese hygienischen
 Eigenschaften sind verstärkt dadurch, daß dem
verflüssigten Getreide die leicht zersetzlichen Stoffe aus
der Gruppe der Kohlenhydrate und Eiweißstoffe durch
die Hefe entzogen, oder durch chemische Umsetzung
(Umwandlung des Zuckers in Alkohol und Kohlensäure)
in zweckmäßiger Weise verändert wurden. Erst dadurch
 ist auch der Gerstensaft als Getränk möglich geworden;
 denn er sowohl wie Fruchtsäfte überhaupt sind
gerade wegen ihres hohen Gehaltes an Zucker nicht gezignet,
 unmittelbar als Getränk zu dienen“ ... „Bine
Steigerung aller dieser hygienischen Eigenschaften gewährleisten
 ferner der Gehalt an Hopfenbitter und
Kohlensäure und kühle Lagerung.“
Der volkshygienische Nutzen des Bieres.
Das Bier ist heute das allabendliche Entpannungsmittel
 des Arbeiters und als solches durch
ichts Besseres zu ersetzen. Man wende nicht ein:
ıer Arbeiter solle doch, anstatt seine zwei bis drei
ilas Bier zu trinken, lieber spazierengehen. Zuegeben,
 daß dies an sich ein recht guter Rat ist.
\ber man muß sich andererseits darüber völlig klar
ein: der Mann ist müde, seine Nerven sind stark
berreizt; er bleibt nicht immer jung und elastisch
‚enug, mit einem Ruck alles das abzuschütteln, was
ıuf sein Hirn während eines ganzen Tages ein-‚edrungen
 ist. Die zu immer kKkomplizierteren
'ormen hochentwickelte Technik der Maschinen und
\pparate, das gesteigerte Arbeitstempo moderner
ndustrieller Betriebe, der Lärm der Triebwerke,
ielfach Staub und schlechte Luft in den Fabriken
tellen an seine Nerven immer gesteigerte Anfordeıngen.
 Wenn er dann am Abend einen unwidertehlichen
 Reiz spürt, ein, zwei oder drei Glas gutes
jer zu trinken, so weiß er ganz genau, was das für
ın bedeutet: er fühlt sich sofort wohl, es bekommt
ım, er schläft gut danach und ist am nächsten
forgen nach festem Schlaf neu gestärkt für sein
ıgewerk.
Es ist, wie wir schon im Kapitel „Genußwert“
‚usgeführt haben, nicht allein der. Alkohol, welcher
{en entspannend-euphorischen Nervenzustand er-‚eugt.
 Auch die sedative Wirkung des Hopfenbitters,
venn auch als solche kaum wahrnehmbar, kommt
l€er zur Geltung. Es wäre sonst kaum erklärlich,