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Sonderbeschreibungen:

Gärkeller

Der Ausbau der technischen Anlagen machte
weitere Fortschritte, unter anderem wurde eine neue
Dampfmaschine von 350 PS und eine zweite Eisnaschine
 von 300 000 cal. Leistung aufgestellt. Danit
 erhöhte sich die Gesamtleistung unserer Maschinenanlage
 auf 500 PS und 600 000 cal. stündliche
&lt;älteproduktion.
Das nächste Jahr brachte eine Erhöhung der Brausteuer
 von 4 auf 10 M. für den Doppelzentner Malz,
gleichzeitig traten neue Zollsätze in Kraft, welche
die Gerste erheblich verteuerten. Die dadurch belingten
 Mehrausgaben konnten durch Erhöhung des
Bierpreises nicht voll gedeckt werden, vor allem
aber hatte die Verteuerung des Bieres ganz allgemein
 eine starke Konsumeinschränkung zur Folge,
die sich in erheblich vermindertem Absatz auch bei
uns bemerkbar machte. In erhöhtem Maße trifft das
eben Gesagte auf die zweite Brausteuererhöhung zu,
die im Jahre 1909 in Kraft trat und den Steuersatz
auf 20 M. je Doppelzentner Malz festsetzte. Wenn
man bedenkt, daß die Belastung unseres Betriebes
durch die Brausteuer so in wenigen Jahren von rund
160 000 M. auf rund 800 000 M. stieg und damit mehr
als das Doppelte des höchsten jemals verteilten Gewinnes
 betrug, ist es leicht erklärlich, daß eine derartige
 Belastung Rückschläge im Umsatz und im Erträgnis
 nach sich ziehen mußte. Trotzdem gelang
as in den Jahren bis 1913 die Scharte wieder ausuwetzen

 und den Umsatz bis auf mehr als eine
nertel Million Hektoliter zu bringen.
Die Kriegs- und ersten Nachkriegsjahre waren,
vie für alle Brauereien, auch für unser Unternehmen
‘ine wirtschaftlich außerordentlich schwere Zeit. Es
vurde immer schwieriger, die Ernährung der Be-Öölkerung
 sicherzustellen, so daß alle Reserven für
‘iese Zwecke herangezogen werden mußten. Für
lie Brauereien wirkte sich dies dahingehend aus, daß
ie Belieferung mit Gerste und Malz von Jahr zu
ıhr geringer wurde. In den Jahren 1917/18 und
218/19 betrug die Zuteilung an Gerste nur 5 % der
or dem Kriege verwandten Mengen. Der Stammrürzgehalt
 der Biere, der in normalen Zeiten 12 %
etragen hatte, mußte bis auf 2 % heruntergesetzt
rerden. Kein Wunder, daß ein solches Dünnbier
om Konsumenten nur in geringen Mengen genossen
vurde, so daß der Absatz immer weiter sank. Die
erschiedensten Bierersatzgetränke, die damals herrestellt
 und in Verkehr gebracht wurden, konnten
en Ausfall im Absatz auch nicht annähernd decken,
ıa diesen Getränken die beim normalen Bier so sehr
reschätzten, anregenden und diätetisch wertvollen
igenschaften noch stärker fehlten.
Die meisten der Berliner Großbrauereien trugen
:;en ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen dalurch
 Rechnung, daß sie sich zu großen Konzernen
‚usammenschlossen und die weniger rentablen Be-