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Sonderbeschreibungen:

Charakteristischer Weißbierwagen.,

‘CL

u „reithaupt
Weißbierbrauerei A.-G.

Das Berliner Weißbier blickt auf eine Geschichte
von wenigstens zwei Jahrhunderten zurück. Obwohl
zur Zeit des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelms I.
las dunkle Bernauer und andere von auswärts einzeführte
 Biere bevorzugt wurden, hat sich doch das
Dbergärige Weißbier, das von dem Berliner den
Schmeichelnamen „Die kühle Blonde“ erhielt, allmählich
 weite Volkskreise, besonders in Berlin,
aroberft.
Wenn es auch helle obergärige Weizenbiere mit
jrickelndem Geschmack, ähnlich dem des heutigen
Weißbieres, schon früher gab, hat sich doch erst im
vorigen Jahrhundert allmählich das entwickelt, was
wir heute Berliner Weißbier nennen.
Dieses Bier, das äußerst alkoholarm (Höchstgehalt
ın Alkohol 1% %), erfrischend, prickelnd und von
zutem Geschmack ist, war insbesondere seit Mitte
vorigen Jahrhunderts das beliebte Volksgetränk der
Zerliner. Nicht nur in kleineren Betrieben, Weißbierkellern
 usw. wurde es genossen, sondern bildete
auch das Lieblingsgetränk der „Geheimratskneipen“.,
Cinige bessere Weißbierstuben, z.B. die von Haase
in der Französischen Straße, erfreuten sich großer
Beliebtheit und eines weit verbreiteten Rufes. Hier
versammelten sich höhere Beamte, Olffiziere,
Akademiker, Künstler und andere Persönlichkeiten
aus den vornehmsten Bürgerschaftskreisen; dabei
waren diese Lokale gerade in ihrer Blütezeit sehr
einfach ausgestattet, mit ungedeckten, abwaschbaren
Cichentischen usw.
Der Berliner Witz, z. B. Entstehung und FEntwicklung
 des „Kladderadatsch“, dürfte wohl mit

ler Hauptblütezeit dieses Berliner Nationalgetränkes
ang verknüpft sein.
„Die kühle Blonde“ spielte in Berlin eine ähnliche
’eliebte Rolle, wie anderwärts ähnliche obergärige
3iere, so die alte „Leipziger Gose‘“, das in Holz-:rügen
 getrunkene „Lichtenhainer‘“ der Jenenser
Studenten, die „Mumme‘“ des Braunschweigers usw.
Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts wurde
{ieses Lieblingsgetränk des Berliners immer mehr
lurch die untergärigen Lagerbiere mit ihrer ständig
ortschreitenden Qualität verdrängt; die echten
siere, wie „Münchener“ und „Pilsener“, hielten ihren.
5Megeseinzug, auch die Kaffeehäuser nach Wiener
\rtt zogen immer mehr einen großen Teil des
)jesseren Publikums an sich, so daß allmählich die
'eine „Nur-Weißbierstube“ in die kleinen Weißbierıneipen
 und in die Vorstädte verdrängt wurde.
sodann wurde in der neueren Zeit das Weißbier
‚anz durch eine Reihe von Einflüssen der Kriegsnd
 Nachkriegszeit beeinträchtigt.
In letzter Zeit beginnt aber „Die Weiße“ in ihrer
r'ervollkommneten Qualität, wie sie insbesondere
‚on den beiden nunmehr in einen Großbetrieb verinigten
 Weißbierbrauereien von Landre und Breitlaupt
 erzeugt wird, sich immer wieder neuen Boden
zu gewinnen. Die beliebte „Kühle Blonde“, durch
lie genannte Firma zur „Edelweiße‘“ geworden, ist
nit ihrer prickelnden Frische sogar im Begriff, auch
n besseren Kreisen wieder zu einem Lieblingsgetränk
zu werden, Insbesondere lassen heiße Sommer, wie
der des Jahres 1929, wieder mehr zu diesem errischenden
 Getränk greifen, und nicht nur in den