280 Sonderbeschreibungen:
machen. Es gab mancherlei Biersorten im Mittelalter, Die heutige gewaltige Ausdehnung verdankt die
zumeist Gruit- oder Koitbier genannt, die aus Hafer, Dortmunder Brauindustrie aber vornehmlich der Ein-Roggen,
 Weizen oder Gerste unter Zusatz ver- ’ührung des hellen Dortmunder Bieres, die in den
schiedener Gewürze hergestellt wurden. Hopfen 70er Jahren erfolgte. Dieses helle „Dortmunder“ ist
wurde erst von Ende des 14. Jahrhunderts ab ver- ler Typ des heimischen Bieres, ein kräftiges, würzigwandt.
 Das Bier des Mittelalters hatte mit dem —ıerbes, bekömmliches Getränk, das der Geschmacksheutigen
 Getränk fast nur den Namen gemeinsam. ichtung des Publikums in hohem Grade entspricht.
Es wurde obergärig hergestellt in Braustätten, die zu- is mag sein, daß das Brunnenwasser in Dortmund
meist mit dem Ausschank vereinigt waren. Schon tür die Bierbereitung ganz besonders gut geeignet
lamals ist es für die Stadtverwaltung eine ergiebige st und daß hierin ein Grund für die Güte des Dort-Sinnahmequelle
 gewesen sowohl durch das Monopol, nunder Bieres zu suchen ist. Daneben aber verdankt
das die Stadtverwaltung für die Herstellung der Hefe- lie Dortmunder Brauindustrie ihren ununterbrochenen

Dortmunder Actien-Brauerei. von der Bahnseite

»ilze innehatte, als auch durch den sogenannten
„Bierpfennig‘“, der auf das fertige Bier gelegt wurde.
Bis in die 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts
blieben die handwerklichen Zustände des Dortmunder
Brauwesens erhalten. In diesen Jahren erfolgte eine
zrundlegende Wandlung. Die damalige obergärige
Brauart, in der die Alt- und Adambier genannten Geiränke
 hergestellt wurden, wurde durch die unterzärige
 Münchener Brauart abgelöst. Hand in Hand
mit dieser Umwälzung ging das Entstehen der ersten
industriell betriebenen Dampfbrauereien. Gewerbeireiheit,
 Industrialisierung des Ruhrgebietes und
dessen starke Bevölkerungsvermehrung waren mit
Ursachen für die günstige Entwicklung, die damals
das Braugewerbe zu nehmen begann.

\ufstieg hauptsächlich der Tatsache, daß die in den
"0er und 80er Jahren gegründeten Brauereien von
Männern geleitet wurden, die schon damals erkannten,
{aß gutes Bier nur aus erstklassigen Rohstoffen —
‘Aalz und Hopfen — hergestellt werden könne und
lie daher jeglichen Zusatz zum Bier verwarfen.
leute wird der Brauprozeß in allen Betrieben und
leren musterhaft eingerichteten Laboratorien dauernd
ıufs peinlichste überwacht.
Dortmunds Auslandsabsatz richtete sich vor dem
&lt;riege vornehmlich nach Belgien, Holland und Frankeich.
 Die Geschäftsbeziehungen sind von einigen
’irmen nach dem Kriege, besonders zu Belgien und
Iolland, mit erfreulichem Erfolg wieder aufrenommen
 worden. Innerhalb des Deutschen Reichs