282
besser zu werden schienen, der Ruhreinbruch der
cranzosen mit seinen furchtbaren Folgen kam. War
Dortmund gegenüber den anderen Produktionszentren
 für Bier als Herstellerin eines gehaltvollen
Markenbieres schon durch die Kriegsmaßnahmen besonders
 schwer getroffen worden, so bedeutete der
Ruhreinbruch für das heimische Gewerbe geradezu
eine Katastrophe. Die unmittelbar östlich von Dortmund
 gezogene Grenze schnitt den auf den Versand
angewiesenen Dortmunder Brauereien einen erheblichen
 Teil ihres Absatzgebietes ab. Viel Geschick
und große Opfer sind erforderlich gewesen, um

Sonderbeschreibungen:

rund 2900 000 hl im Steuerijahre 1928/29
zu steigern, so ist dies der beste Beweis für die außerırdentliche
 Beliebtheit des Dortmunder Bieres, das
;einen Siegeslauf noch nie so erfolgreich fortgeführt
1at wie in den letzten Jahren, ein Beweis ferner für
lie Tüchtigkeit der Leiter, Angestellten und Arbeiter
ler Brauereien. Denn letzten Endes beruht die Entvicklung
 jeder Wirtschaft auf den Kräften und Fähig-:eiten
 der Menschen, die sie tragen. Die Steigerung
les Ausstoßes der Brauereien Dortmunds, die im
Jahre 1928/29 gegenüber dem Voriahre allein über
300 000 hl betrug, fällt noch mehr in die Erscheinung,

Heinr. Wenker, Brauerei Kronenburg

verlorengegangene Absatzgebiete im unbesetzten
Deutschland wieder zu gewinnen.
Wenn es der Dortmunder Brauindustrie geglückt
ist, diese furchtbaren Folgen der Ruhrbesetzung und
alle anderen Schwierigkeiten der Nachkriegszeit verhältnismäßig
 gut zu überwinden, wenn sie mit Stolz
sagen darf, heute über eine Reihe vorzüglich eingerichteter
 und geleiteter Betriebe zu verfügen, und
wenn es ihr möglich war, ihren Gesamtabsatz
von 1525280 hl im Steuerjahr 1924725
2078342 „ „ 1925/26
2206604 „„ „ 1926/27
2597955 „ »" 5 1927/28
auf die stattliche Zahl von

5

venn man bedenkt, daß die Bierproduktion im Durchichnitt
 des Deutschen Reiches immer noch erheblich
regenüber der Vorkriegszeit zurücksteht.
Gewaltige Summen trägt die Dortmunder Braundustrie
 zu den öffentlichen Lasten, Steuern und Abzaben
 bei. Während die Erträgnisse der Biersteuer
‚Ur das Jahr 1913 auf etwa 7 Millionen Mark verınschlagt
 sind, ist im letzten Steuerjahre allein an
Neichsbiersteuer eine Summe eingebracht worden, die
jen Betrag von 22 Millionen Reichsmark erreichen
lürfte. Dazu kommt die kommunale Belastung durch
die Gemeindebiersteuer, die für das Jahr 1928/29 für
lie Stadt Dortmund allein mit 800 000 Reichsmark
veranschlagt worden ist.