Gruppe I Brauereien,
haltene Jagdschlößchen, dem die Waldschlößchen-Brauerei
 auch ihren Namen verdankt, umschließt.
Die landschaftlich reizvolle Lage der Brauerei macht
es erklärlich, daß ihr schattiger Park schon immer
sinen beliebten Ausflugsort der Dresdener Bevölkerung
 bildete und seine Anziehungskraft auch heute
noch unvermindert ausübt, wozu letzten Endes auch
die hervorragenden Qualitätsbiere, die die Societätsbrauerei
 seit vielen Jahrzehnten herstellt, einen
Großteil beitragen.
Die Gründung der Braustätte reicht in die dreißiger
Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück. Längere
Zeit, bevor die Waldschlößchen-Brauerei ins Leben
gerufen wurde, hatte sich in den Räumen des
idyllisch gelegenen Jagdschlößchens eine Schankwirtschaft
 niedergelassen, die sich eines regen Besuches
 erfreute. War dieser Umstand für die seinerzeitigen
 Gründer allein schon ein maßgebender
Faktor, die Brauereianlage an dieser Stelle erstehen
zu lassen, so dürfte noch mehr die Möglichkeit, auf
dem dortigen Terrain ein für Brauzwecke hervorragend
 geeignetes Wasser zu erschließen, von ausschlaggebender
 Bedeutung gewesen sein.
Im Jahre 1836 trat der Gründerausschuß unter
Führung des Obersteuerprokurators Eisenstuck mit
einem Prospekt vor die Öffentlichkeit, der als Zweck
des Unternehmens die Herstellung eines guten und
wohlbekömmlichen Bieres bezeichnete, um dadurch
eine Eindimmung des mehr und mehr überhandnehmenden
 Branntweingenusses unter der Bevölkerung
 zu erzielen. Wie sehr dieser Aufruf auf fruchtbaren
 Boden fiel, geht daraus hervor, daß das auf
400 000 Taler festgesetzte Gründungskapital schon
in kürzester Zeit mehrfach überzeichnet war. Nachdem
 dann die mit der Sicherung der Konzession verbundenen
 Schwierigkeiten glücklich überwunden
waren, wurde unverzüglich mit dem. .Bau der
Brauereianlage begonnen. Wurden der Brauerei
schon damals größte räumliche Ausmaße zugrunde
gelegt — die Lagerräume waren z.B. für das beträchtliche
 Quantum von 16 000 Eimern berechnet —,
so erfuhr auch die gesamte Inneneinrichtung eine für
damalige Verhältnisse moderne und großzügige Ausgestaltung.
 Mit Herrn Michael Wutz hatte sich das
Unternehmen einen Braumeister von Ruf gesichert,
so daß von Anfang an die Möglichkeit gegeben war,
vollendete Qualitätsbiere zu erzeugen.
Als im März des Jahres 1838 die Waldschlößchen-Brauerei
 mit dem erstmaligen Ausschank ihre gastlichen
 Pforten öffnete, waren die in Massen herbeigeströmten
 Dresdener darüber einig, daß die
Brauerei mit ihrem würzigen, über alles Lob erhabenen
 Stoff eine Leistung vollbracht habe, die
ihren Meistern und dem gesamten Braugewerbe zur
Ehre gereiche. Erfolgreich war das junge Unternehmen
 auf den Plan getreten, und erfolgreich sollte

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ich auch seine weitere Entwicklung unter den
Jänden weitblickender und bewährter Männer volljehen.
 Der vorzügliche Ruf der Waldschlößchen-3iere
 zog immer weitere Kreise; zuerst über die
jrenzen Dresdens hinaus in seine nähere und weitere
Imgebung und dann, als mit der Einführung der
?Hsenbahn weitgehende Versandmöglichkeiten ge-‚eben
 waren, rollten die Fäller mit dem köstlichen
ınd beliebten Naß in alle Teile des Reiches, überall
lie gebührende Anerkennung findend. In den 50er
'ahren. wurden. die Absatzgebiete durch den Versand
n das Ausland und nach Übersee beträchtlich erveitert
 und diese regen Exportbeziehungen in der
“olge weiter erfolgreich ausgebaut.
Dieser rapide Aufschwung der Waldschlößchen«
3rauerei verfehlte nicht seine Auswirkung auf die
Zetriebsanlagen, die sich, zu dauernden Höchstäistungen
 gezwungen, mit der Zeit den Anfordeungen
 einer beständig im Steigen begriffenen Proluktion
 gegenüber als nicht mehr ausreichend erviesen.
 Die von den verantwortlichen Leitern des
Jnternehmens ins Auge gefaßte Vergrößerung der
3rauereianlage wurde lediglich durch die beträchtichen
 Kosten, die eine derartige Maßnahme erorderte,
 verzögert, doch mußte nach dem großen
jrande, der im Jahre 1857 das Unternehmen heimuchte,
 an eine beschleunigte und durchgreifende
Jmgestaltung der Gesamtanlage herangegangen
verden. .
So trat die Waldschlößchen-Brauerei in den folrenden
 Jahren in ein neues Entwicklungsstadium
in. Die Räume weiteten sich, neue Bauten ent-;tanden
 und Hand in Hand damit ging eine durch-‚reifende
 Modernisierung aller Betriebsabteilungen,
ienen alle Neuerungen auf brautechnischem und
ırauwissenschaftlichem Gebiete zuteil wurden.
Jatürlich hieß es auch in den folgenden Jahrzehnten
nit den umwälzenden Fortschritten der Technik
schritt zu halten. So wurde u. a. im Jahre 1861 die
ichon in den ersten Jahrzehnten errichtete eigene
jasanstalt auf Kohlengasfabrikation umgestellt, 1864
folgte zum ersten Male die Herstellung von
‚rockenhefe auf Grund eines von der Brauerei erworbenen
 Patentes, und auch die bahnbrechende Erindung
 Dr. Lindes, die das Kühl- und Eisgewinnungsiystem
 in ganz neue Bahnen wies, fand vorteilhafte
/erwertung. Auch die Elektrizität als Kraft- und
.ichtquelle wurde schon frühzeitig in die Dienste des
3raubetriebes gestellt.
Wie eine stets vorsorgliche Verwaltung den Gejamtbetrieb
 stets auf der Höhe der Zeit zu halten
ınd seine Leistungsfähigkeit zu stärken wußte, zeigt
ıns eine Besichtigung des modernst und großzügig
ıusgestalteten Unternehmens. Vollendete Brau-;echnik,
 zweckmäßiges Ineinandergreifen aller Fabrizationsvorgänge
 und peinliche Reinlichkeit tritt in