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sämtlichen Brauereiabteilungen augenfällig in die
Erscheinung. Das eindrucksvolle Bild, welches sich
dem Beschauer bei Betreten des geräumigen Sudhauses
 mit seinen blitzenden Kesseln und Bottichen
bietet, findet eine ebensolche Fortsetzung in dem
zweistöckigen Labyrinth der Kellerräume, in
welchen das Bier der Gärung und Reife unterworfen
ist. Die Ausstattung dieser umfangreichen Abteilung
mit großen, neuzeitlichen Gär- und Lagertanks muß
mustergültig genannt werden, und die dort lagernden
Biermengen geben ein anschauliches Bild von dem
gewaltigen Umfang der Produktion der Waldschlößchen-Brauerei.
 Neben den großen Räumen,
die der automatischen Faßwäsche und Faßfüllung
dienen, verdient besonders die Flaschenkellerei der
Brauerei hervorgehoben zu werden, bildet sie doch
einen der eindruck vollsten Teile des Betriebes. Nach
den neuesten Methoden der Technik aufgebaut, erlolgen
 Reinigung, Füllung und Transport auf einem
bewundernswerten ‚mechanischen Wege, wodurch
bei peinlichster Reinlichkeit gleichzeitig größte
Leistungsfähigkeit erzielt wird. Diese moderne Anlage
 ist die größte ihrer Art im Dresdener Gebiet; an
sinem Tag bewältigt diese Anlage die Reinigung und
"üllung von 150 000 Flaschen.
Der Gesamtbedarf an Malz wird in der eigenen
Mälzerei, deren Umfang und moderne Ausstattung
der Größe und Leistungsfähigkeit des Braubetriebes
entspricht, hergestellt. Bis zu 3 Millionen kg Gerste
und fertiges Malz lagern in den mächtigen Bodenräumen
 der Brauerei und geben ein Bild von der
Größe der Ansprüche, die an die Leistungsfähigkeit
des Betriebes gestellt werden.
Das für die Biererzeugung benötigte Wasser wird
ıus zwei von den Tiefquellen der Dresdener Heide
zespeisten Brunnen bezogen, die stündlich je 100 000
Liter Wasser zu liefern imstande sind.
Die Kraft- ‚und Lichtquelle des Unternehmens
dilden zwei im Maschinenhaus aufgestellte Tandem-AHeißdampimaschinen
 mit Drehstromgeneratoren;
außerdem besitzt die Brauerei vier Zweiflammrohrkessel
 von je 75 am Heizfläche und 13 Atm. Druck.
Der Antrieb der zahlreichen Arbeitsmaschinen des
Brauereibetriebes erfolgt fast ausschließlich durch
Zinzelmotore, 192 an der Zahl.
Daß natürlich auch die zahlreichen Nebenbetriebe,
wie Picherei, Böttcherei, vorzüglich eingerichtete
Werkstätten usw. dem Umfang der Brauereianlage
entsprechen, bedarf nicht besonders hervorgehoben
zu werden.

Sonderbeschreibungen:
ib ——

Durch einen umfangreichen Fuhrpark — 150 Pierde,
0 Zugochsen, 45 Kraftwagen und 10 brauereieigene
Zisenbahnwaggons ist die Frage des Vertriebes und
/ersandes bestens geregelt.
Ein moderner Großbetrieb, wie ihn die Waldichlößchen-Brauerei
 verkörpert, bedarf naturgemäß
zahlreicher Arbeitskräfte. Die Zahl der Beschäftigten
»rreicht bei der Waldschlößchen-Brauerei die ungevöhnliche
 Höhe von 613 Personen, unter ihnen zum
"eil Leute, die schon 25 Jahre und darüber hinaus
n den Diensten der Gesellschaft stehen. Fs darf das
rewiß als ein Beweis von dem überaus guten Ein-/ernehmen,
 das zwischen der Direktion und der
Zelegschaft herrscht, angesehen werden.
Mit der gleichen Sorgfalt, die dem Ausbau des
3raubetriebes zuteil wurde, vollzog sich die Organi-'ation
 des ‚Biervertriebes. Um die zahlreichen
Cunden in den größeren Städten Deutschlands
aschestens beliefern zu können, entschloß sich die
3rauereiverwaltung zur Gründung verschiedener
liederlagen. 23 . Niederlassungen der Waldchlößchen-Brauerei,
 von denen nur die größten in
„eipzig, Chemnitz und Görlitz erwähnt seien, vernitteln
 den Verkehr mit der Kundschaft des bereffenden
 Bezirkes und verfügen über eigenes Per-'onal,
 eigene Kellereien, eigenen Fuhrpark usw.
Erwähnung verdient desgleichen das seit dem
ahre 1865 im Besitz der Brauerei befindliche
ijarten- und Hausgrundstück am verkehrsreichen
’ostplatz in Dresden, das bereits 1866 als Brauereiıusschank
 eröffnet wurde und sich nach einem zeitzemäßen
 Umbau heute als neuzeitliche Gaststätte
‘epräsentiert, die heute wie früher als vielbesuchter
ınd beliebter Aufenthaltsort gilt. ;
Im Geschmack von überaus würziger Eigenart,
'eicher Nährgehalt bei bester Bekömmlichkeit und
Taltbarkeit sind die Vorzüge der Waldschlößchensiere;
 aus ihnen erhellt sich auch ihre große Beiebtheit
 und der weitverbreitete Ruf.
Die Societätsbrauerei Waldschlößchen hat sich in
nehr als 90 Jahren ihres Bestehens trotz der wechelnden
 Zeitverhältnisse, die manche Veränderungen
rachten und trotz der einschneidenden Wirkung,
lie gerade der Weltkrieg auf die Brauindustrie ausibte,
 zu einem Brauereiunternehmen entwickelt, das
'ach Größe und Bedeutung gemessen, weit über den
dahmen der sächsischen Brauindustrie hinaus einen
'‚orzüglichen Ruf genießt. Diesen Ruf durch. über-‚eugende
 Qualitätsleistungen auch fernerhin zu
vahren, wird stets das vornehmste Bestreben seiner
eitenden Persönlichkeiten sein.