Gruppe I Brauereien,
EEE EEE

291
;ogenannten „Bayerischen Hiesl‘“, das bedeutendste und meistıesuchte
 Konzertlokal der Stadt.
Zur raschen Belieferung der Kundschaft unterhält die
3rauerei an verschiedenen Plätzen fünf eigene Bierdepots sovie
 einen umfangreichen, aus Lastzügen und Pferdefuhrverken
 bestehenden Fuhrpark.
Abschließend sei auch nun die Brauerei selbst einer kurz
rehaltenen Schilderung unterzogen. Der in unmittelbarer
Jähe des Bahnhofes Frankenthal auf einem 12390 am großen
Areal gelegenen Braubetrieb Grit schon nach außen hin
impösant in die Erscheinung,
Sowohl die Hofräume wie die
ainzelnen Betriebsabteilungen lassen
 auf den ersten Blick erkennen,
daß hier Ordnung und Reinlichseit
 zum Prinzip erhoben sind.
Das hohe und helle Sudhaus
mit seinem neuzeitlichen Doppelzudwerk
 mit 60 Zentner Schütung
 für Dampfkochung hinter-„äßt
 wie der mit Holzbottichen
\nd 14 Betonbottichen ausgestattete
 Gärkeller einen ebenso
zediegenen wie sauberen Eindruck.
 Ein gleiches gilt von den
vorzüglich angelegten Lager-&lt;ellern,
 die teils mit schönem
Aaßmaterial, teils mit großen
Alüuminiumtanks belegt sind und
die Lagerung von 16000 hl Bier
ermöglichen. Gär- und Lagerkeller
 werden mittels einer Kältearzeugungsanlage
 unter stets gleichmäßiger
 Temperatur gehalten. Die
zeräumige Picherei arbeitet mit
den modernsten Theurer Entpichund
 Pichapparaten, während in
der langgestreckten Faßwichse
sine große, vollautomatische Faßwaschmaschine
 sorgfältigste Reinigung
 der Transportfässer verbürgt,
 Das Füllen der Fässer und
Flaschen vollzieht sich gleichfalls
an Hand moderner technischer
Hilfsmittel, wie zwei Druckreglern,
 vier isob. Abfüllapparaten
 und einer neuzeitlichen Flaschenreinigungs-
 und Füllanlage.
Zur Erzeugung des Kraft- und
Lichtbedarfs verfügt die Brauerei über eine aus drei Flamm-‚ohrkesseln
 mit zusammen 430 am Heizfläche bestehende
Cesselanlage mit automatischer Feuerung, Überhitzern USW.,
ron welcher zwei Dampfmaschinen mit 200 und 120 PS
jespeist werden. Direkt mit diesen gekuppelt sind drei
Kompressoren von zusammen 480000 Kal. Eine große Eisarzeugungsanlage
 liefert täglich 1000 Zentner Kunsteis. Zum
Zwecke des Fremdstrombezugs besteht außerdem Anschluß
ın das Pfalzwerk. Eine Küferei, bestens eingerichtete
Nerkstätten, Garagen mit eigener Tankstation und saubere
Stallungen vervollständigen den vorzüglich organisierten und
n allen Teilen sehenswerten Betrieb,
Das Frankenthaler Brauhaus steht im Jahre 1929 an der
Schwelle des fünften Jahrzehnts seines Bestehens, Die weitere
Intwicklung des Unternehmens auch in Zukunft erfolgreich
wie bisher zu gestalten, wird steßß das vornehmste Streben
ler mit seiner Führung betrauten Persönlichkeiten sein.

Bedeutung und Ruf verdankt das „Frankenthaler Brauhaus“
insbesondere dem verdienstvollen Wirken jener Männer,
die im Aufsichtsrat und Vorstand seit der Gründung ihre
ganze Arbeitskraft dem Ausbau des Unternehmens widmeten.
Vom 1, April 1889 bis Ende 1901 war Herr Adolf Mahla,
Frankenthal, Vorsitzender des Aufsichsrates. Sein Nachfolger
 wurde Herr Kommerzienrat Karl Karcher, Frankenthal,
seit dessen im Jahre 1913 erfolgten Tode das Amt des 1. Vorsitzenden
 in den Händen des Herrn Kommerzienrats
©. A. Mahla, Wiesbaden, eines Sohnes des Erstgenannten, liegt.
Die Betriebsleitung lag von
1889—1902 in Händen des Herrn
Direktors Georg Eberts, welcher
1902 starb. Von diesem Zeitpunkt
ab wurde die Brauerei der
Leitung der Herren Direktoren
Hermann Schröder (Technisch)
und Gustav Breinig (Kaufmännisch)
 unterstellt. Seit dem Tode
des Herrn Hermann Schröder im
Jahre 1925 — er war vor seiner
Berufung zum technischen Direktor
 langjährig Braumeister im
„Frankenthaler Brauhaus“ —
führt Herr Gustav Breinig die
Gesamtleitung. Ihm zur Seite
stehen zwei Prokuristen, ein tüchtiger
 Braumeister sowie ein alter
Stamm erprobten Büro- und Braupersonals,
 Insgesamt werden
80 Angestellte und Arbeiter
veschälftigt. Das Aktienkapital
beträgt seit Goldmarkumstellung
800 000 RM.
Was nun die Frzeugnisse
des Frankenthaler Brauhauses
anbelangt, so wird deren hervorragende
 Beschaffenheit seit
Jahrzehnten von Einheimischen
und Fremden gerühmt, verdankt
 die Brauerei ihrer Qualität
nicht zuletzt ihre dominierende
Stellung in der Pfälzischen Brauindustrie,
 Da das Frankenthaler
Brauhaus nur beste Malze und erstklassige
 Hopfensorten verarbeitet
und sämtliche Brau-, Gärungseen
 Be A der Sale Hauptausschank „Bayerischer Hiesl‘ in Ludwigshafen.
die nach „Münchener und Pilsener Art“ eingebrauten Tropfen:
dunskle und helle Lagerbiere, helles Exportbier, Märzenbier
und als Spezialität ein besonders kräftiger „Doppelbock‘“
vorzüglich gelagerte Erzeugnisse von edler Geschmackseigenschaft
 und Bekömmlichkeit dar. Sie erfreuen sich als
Qualitätsbiere regsten Zuspruchs und größter Beliebtheit. Die
Güte der Biere fand bereits im Jahre 1896 in Nürnberg und
neuerdings 1927 in Ludwigshafen anläßlich der Ersten Großen
Ausstellung für Hotel- und Gastwirtfach, Kochkunst usw.
durch die Auszeichnung mit Goldenen Medaillen berechtigte
Anerkennung.
Das Hauptabsatzgebiet der Brauerei ist die Pfalz sowie die
angrenzenden Gebiete Hessen, Baden usw,, woselbst die Biere
in mehreren hundert Gaststätten zum Ausschank gelangen.
Neben dem „Brauhauskeller“ in Frankenthal besitzt die
Brauerei auch in Ludwigshafen einen Hauptausschank, den