Sonderbeschreibungen: -
großen allgemeinen Verbände die besonderen Be- ‘hemmt. Trotzdem brachte die Erste Kulmbacher
lange Kulmbachs zu wahren. Denn die Brauereien, lie geschäftlichen Beziehungen im Inlande wieder
die ja sämtlich ausgesprochene Exportbrauereien n Gang und auf die alte Höhe, wozu in erster Linie
sind, haben gerade durch die Eigenart und be- lie Wiederherstellung der früheren Güte der Biere
sondere Güte des Kulmbacher Bieres mitunter einen liente, Im Jahre 1920 wurde der Betrieb aberfnals
schweren Stand. Überall wird versucht, das echte echnisch wesentlich verbessert durch vollständigen
Kulmbacher nachzuahmen oder wenigstens Biere Jmbau des Maschinenhauses ‚und Neugestaltung
„nach Kulmbacher Art“ in den Handel zu bringen. ler Energieerzeugung und -verwertung,
Der Fachmann weiß, daß beides Unmöglichkeiten Der Export des „Ersten Kulmbacher“ erfolgt jetzt
sind. Der Charakter eines Bieres wird in hohem vieder nach allen Richtungen. Die nähergelegene
Maße von der klimatischen Eigenart des Her- &lt;undschaft wird durch Fuhrwerk und Autos bestellungsortes
 bestimmt, und „Kulmbacher‘“ Bier be- ijent, während der Versand nach auswärts durch
zeichnet nicht die Art, sondern die Herkunft. Letzten jo eigene und 25 dafür eingerichtete Wagen der
Endes weiß dies auch der Verbraucher: er verlangt eichsbahn besorgt wird, die sowohl nach Bayern
schtes Kulmbacher und rechtfertigt damit die vie nach dem übrigen Deutschland, über die Reichs-Stellung,
 die die Kulmbacher Brauindustrie in der rrenzen hinaus und nach den deutschen Nordseeleutschen
 Volkswirtschaft einnimmt. ıäfen rollen, von wo aus das Bier seine weite Reise
iber die Weltmeere antritt.

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Erste Kulmbacher Actien-Exportbier-Brauerei.
Seit dem Beginn der Industrialisierung des Kulmbacher
 Braugewerbes ist es besonders die Erste
Kulmbacher Actien-Exportbier-Brauerei gewesen,
die dessen Aufblühen maßgebend beeinflußte. Sie
ist seit Jahrzehnten die größte Brauerei Kulmbachs
und auch eine der bedeutendsten ganz Bayerns. Sie
wurde am 2. November 1872 mit einem Aktienkapital
 von 1230000 Mark gegründet. Die Gründung
 beruhte auf der Erwägung, daß der schon im
Gange befindliche Siegeslauf des Kulmbacher Bieres
lurch eine größere Brauerei bei Ausnützung neuer
technischer und wissenschaftlicher Hilfsmittel
wesentlich gesteigert werden könne.
Das erste Jahrzehnt der Entwicklung wurde in
der Hauptsache dem inneren Ausbau des Unternehmens
 gewidmet. Zwei neue Doppelsudwerke
und neue Gär- und Kühlräume wurden eingerichtet,
umfangreiche Felsenkeller am Festungsberge erworben
 und der Maschinenbetrieb eingeführt, Der
Bierausstoß vergrößerte sich von Jahr zu Jahr und
iberstieg 1884 zum ersten Male 100000 hl. Im
Jahre 1886 war mit der Vollendung des Brauereihauptgebäudes
 die erste Entwicklungsperiode abgeschlossen.
 Das kommende Jahrzehnt konnte nun
auf der Grundlage der letzten Neuerungen einer beständigen
 Fortentwicklung gewidmet werden, so
laß der Absatz von 1886 bis 1890 um nahezu
50 000 hl stieg.
Ihr 25jähriges Bestehen konnte die Erste Kulmbacher
 Actien-Exportbier-Brauerei bereits mit dem
schönen Bewußtsein feiern, zur größten Brauerei
Kulmbachs geworden zu sein. Ihr Betrieb und Absatz
 hatte sich bei gleich gebliebenem Aktienkapital
mehr als verzehnfacht. Der Weltkrieg mit seinen
riesenhaften Opfern für Gewerbe, Handel und Industrie
 zerstörte mit eiserner Faust die harte Arbeit
von Jahrzehnten. Der Wiederaufbau wurde durch
Geldentwertung und Rohstoffknappheit schwer ge-Zxportbierbrauerei

 Reichelbräu Aktien-Gesellschaft.
Der rapide Aufschwung, den die Brauerei aus
sanz bescheidenen Anfängen heraus genommen hat,
lürfte in der Brauindustrie wohl einzig dastehen.
"rotzdem sich Reichelbräu Jahrzehnte hindurch
ıinsichtlich des Absatzgebietes Beschränkungen auf-'rlegt
 und sich lediglich auf den Versand ihrer Er-‚eugnisse
 über die bayerische Grenze hinaus einzestellt
 hatte, entwickelte sie sich in wenigen Jahren
ur zweitgrößten Brauerei Kulmbachs. . Diesen
;ormen Aufschwung verdankt die Brauerei dem
irundsatz, den Konsumenten immer nur das Beste
rom Besten zu bieten und das Geschäft auf streng
olider Basis zu betreiben.
Die Brauerei Reichel ist aus einer im Jahre 1846
ron Herrn J. Wolfg. Reichel in Gemeinschaft mit
ıoch zwei Teilhabern ins Leben gerufenen Brauerei
'ervorgegangen, 1885 entwarf Carl Reichel den
Yan zu der jetzigen Brauerei, welche auf einem
0% ha umfassenden Terrain, unmittelbar am Güteralınnhof
 Kulmbach und mit diesem durch Zweigleise
 verbunden, errichtet wurde.
Am 9. Januar 1895 wurde die Aktiengesellschaft
regründet. Die neue Verwaltung ließ es sich’ anrelegen
 sein, die Brauerei mit den neuesten Er-“ungenschaften
 der Technik auszustatten. Zwei
Jampfkessel von zusammen 500 qm Heizfläche mit
ıutomatischer. Kohlenbeschickung liefern den nötigen
Jampf. Dem Export dienen etwa 50 eigens für den
Miertransport eingerichtete Eisenbahnwagen, welche
lien edlen Stoff der Kundschaft und den einzelnen
Jiederlagen in fast allen Plätzen Deutschlands und
les Auslandes, soweit der Export nach dem Kriege
lorthin wieder aufgenommen werden konnte, zuühren.
 Lasfautos versorgen die Kundschaft in der
ıäheren Umgebung. Die umfangreiche, mit zwei
)rehscheiben versehene eigene Gleisanlage von