Gruppe I Brauereien,
etwa 900 m Länge ist für den ganzen Betrieb von
außerordentlicher Wichtigkeit.
Den Aufschwung, den das Geschäft genommen,
erhellen deutlich folgende Zahlen: Der Jahresabsatz
betrug in runden Zahlen im Jahre 1881 etwa
20000 hl, 1886 45 000 hl, 1891 116 000 hl und hat in
späteren Jahren das respektable Quantum von über
150000 hl erreicht. Ihre Spezialprodukte hat das
Reichelbräu zu einer Vollkommenheit gebracht, die
die Erzeugnisse derselben in ihrer Art einzig dastehen
 läßt. Auf sämtlichen von der Brauerei beschickten
 Ausstellungen wurden ihre Biere mit den
höchsten Preisen ausgezeichnet. So wurde dem
Reichelbräu auf der Landesausstellung zu Nürnberg
1896 die Goldene Staatsmedaille für besonders stark
gesottene, nur für den Export bestimmte dunkle und
lichte Biere von hervorragender Qualität und für
bedeutende Leistungsfähigkeit verliehen.
Sandlerbräu A.-G. Kulmbach,
Als Gründer des heutigen Unternehmens ist wohl
der brauende Bürger Lorenz Sandler anzusehen,
der im Jahre 1823 beim Rat der Stadt Kulmbach um
die Genehmigung zur Errichtung eines eigenen Brauhauses
 nachsuchte, die ihm aber erst nach langen
Verhandlungen erteilt wurde. Das ehedem von den
Nachkommen des Gründers als Einzelfirma betriebene
 Unternehmen wurde 1901 in .eine G.m
b. H., und, einem Erfordernis der allgemeinen Wirtschaftsverhältnisse
 entsprechend, 1921 in eine
Aktiengesellschaft umgewandelt, deren Aktien sich
noch heute sämtlich in den Händen der Familien
Sandler befinden. ;
Aus kleinen Anfängen heraus hat sich die Brauerei
entsprechend der Steigerung des Absatzes nach und
nach immer weiter entwickelt und vergrößert und
nat in ihren Anlagen und Einrichtungen mit den
modernsten Errungenschaften der Technik Schritt
gehalten. Die rechtzeitige Erkenntnis des Umstandes,
 daß nur eine eigene Mälzerei den Vorzug
eines Malzes von immer gleichbleibender Güte
sichern konnte, ließ schon im Jahre 1894 den gefaßten
 Plan zur Wirklichkeit werden, und es entstand
 unmittelbar neben der Brauerei, und mit dieser
durch eigene Gleisanlage verbunden, eine große
Malzfabrik, die zur Verarbeitung von über 80 000
Zentner Gerste ausreicht. Auch die Einrichtung
dieses Betriebes hat sich dauernd auf der Höhe der
Zeit gehalten.
Nachdem die Frzeugnisse der Kulmbacher Brauereien
 im wesentlichen. nur für den Versand bestimmt,
darf nicht übergangen werden, daß die Sandlerbräu
A.-G. die älteste exportierende Brauerei Kulmbachs
ist, und daß eben der bereits genannte Gründer der
Sandlerschen Brauerei zu dem heutigen überragenden
 Bierexport der Kulmbacher Brauereien
den Grundstein legte.

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Die Sandlerbräu A.-G. ist heute mit dem Güterjahnhof
 Kulmbach durch eine eigene Industriegleisınlage
 verbunden, und eine große Anzahl eigener
Spezialbierfransportwagen dienen dem Versand des
3ieres für die auswärtige Kundschaft an allen
rrößeren Städten Deutschlands und nach dem Ausande.
 Neben der ganz vorzüglichen Qualität sichert
len Erzeugnissen der Sandlerbräu A.-G. auch die
rroße Haltbarkeit, die sich im Sommer wie im Winter
Yleich bleibt, eine bevorzugte Stellung. Der beste
3eweis hierfür ist die andauernde Steigerung des
Jmsatzes, so daß die Sandlerbräu A.-G. schon seit
;iner Reihe von Jahren unfer den Kulmbacher
3xportbrauereien die dritte Rangstelle einnimmt.
?zir die Wertschätzung . der Sandlerbräu-Biere
sprechen nicht zuletzt auch die vielen Auszeichıungen,
 die sie auf allen beschickten Ausstellungen,
ın denen sich die Brauerei beteiligte, erhalten haben,
;o in Chicago, Marseille, London, Brüssel, Genf,
Drag, Magdeburg, Dresden, Leipzig, Braunschweig,
&lt;öln, Nürnberg usw.

Kulmbacher Rizzibräu Aktiengesellschaft.
Der heutige Besucher Kulmbachs ist erstaunt
iber die Größe der Baulichkeiten, die der Braundusfrie
 dienen und die ihm schon in ihrer äußeren
Stattlichkeit eine Vorstellung von der hohen wirtschaftlichen
 Bedeutung dieser Industrie geben
nüssen. Eine hervorragende Stelle unter diesen
\nlagen nimmt die „Kulmbacher Rizzibräu Aktienresellschaft‘“
 ein, deren glänzende Entwicklung
ypisch ist für den raschen Aufschwung des Kulmjacher
 Braugewerbes. Die Gründung‘ der in der
Sutte am linken Ufer des Mains liegenden Brauerei
viedel-Barth-Rizzi erfolgte im Jahre 1848 in der
2orm eines sogenannten Gesellschaftsbräuhauses,
n dem das Braurecht von den vier Besitzern geneinsam
 ausgeübt wurde. Im Jahre 1871 verkaufte
Jerr Eduard Bartlı, der Nachfolger des Herrn
I. Riedel, seinen Anteil an Herrn Carl Rizzi, der das
jeschäft zunächst unter der Firma E. Barth Nacholger
 weiterführte, um es später unter seinem
Namen zu betreiben. Im Jahre 1886 ging die
3rauerei, die inzwischen bedeutende maschinelle
/erbesserungen und eine erhebliche Vergrößerung
hrer Produktion erfahren hatte, um den Kaufpreis
ron. 700 000 Mark, in dem auch die Erwerbung des
ıalben Anteils an einer im Jahre 1850 errichteten
Välzerei einbegriffen war, in den Besitz einer
\ktiengesellschaft über. Bei ihrer Begründung betrug
 der Bierexport 16041 hl, nach zehn Jahren
1atte er eine Höhe von 69041 hl erreicht und im
jeschäftsjahre 1899/1900 bezifferte er sich sogar auf
39 597 hl. Gleichzeitig mit der Erweiterung des
3Zetriebes erfolgte auch die Errichtung neuer Bauichkeiten.
 Schon im Jahre 1888 wurde ein zweites
Sudhaus erbaut, die Kellereien wurden vergrößert,