Gruppe 1 Brauereien.

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Bıerbrauerei Durlacher Hof A.-G.
vorm. Hagen, Mannheım.

Die Geschichte dieser angesehenen Braustätte
‚äßt sich mehr als 120 Jahre zurückverfolgen. Am
27. November 1807 wurde dem Herrn Georg Moll
von Mannheim die erbetene „Schildgerechtigkeit“
auf sein neuerbautes Haus P. 5 Nr. 2 — „Zum Durlacher
 Hof“ genannt — erteilt. Dieses Anwesen
ging späterhin auf Herrn Jakob Moll über, welcher
am 24. September 1823 um Aufnahme als Bierbrauergeselle
 in die Bierbrauerzunit nachsuchte.
Am 23. Februar 1824 wurde ihm die Erlaubnis erteilt,
 eine Braustätte zu errichten und Bier zu verzapfen.
 Die Brauerei blieb dann in Händen der
Familie Moll. .
Nach dem Tode von Frau Moll Wwe. im Jahre
1876 erhielt Herr Heinrich Philipp Hagen, dessen
in San Franzisko lebende Mutter eine Schwester der
Verstorbenen war, als Erbteil die Wirtschaft „Zum
Durlacher Hof“ zugewiesen, die er einige Zeit selbst
iührte. .
Der mächtige Aufschwung des Braugewerbes in
den siebziger Jahren und die Erfolge anderer Brauereien
 veranlaßten Herrn Hagen, die längere Zeit
stillgelegene Braustätte wieder zu betreiben. Da
jedoch der Entwicklung eines derartigen Betriebes
im Stadtinnern infolge der vielen Vorschriften ungemein
 hemmende Grenzen gezogen waren, erwarb
er im Jahre 1879 den in der Nähe des Exerzierplatzes
 gelegenen Bierkeller der Frau Lang Wwe.,
und ließ dort eine neue kleine Brauerei erbauen.
Dieser Betrieb war im Vergleich zu der heutigen
stattlichen Brauereianlage noch recht bescheidener
Natur. Im Juli 1880 konnte das erste Bier zum
Ausstoß gebracht werden.
In den folgenden Jahren stand die Brauerei im
Zeichen eines ungehemmten Aufstieges. Das
Brauereiareal erwies sich bald als zu klein, weshalb
Herr Hagen im Februar 1883 den anstoßenden Bierkeller
 „Zum Prinz Max‘ des Herrn Rickert käuflich
erwarb. Im gleichen Jahre wurde auch die erste
Eismaschine angeschafft,

Am 15. März 1887 vernichtete ein Schadenfeuer
jen Mittelbau (Sudhaus) der Brauerei. Bei dem
sofort in die Wege geleiteten Wiederaufbau kam
rYleichzeitig eine größere .Eismaschinenanlage zur
\ufstellung.
Von großem Einfluß auf die weitere Entwicklung
ier Brauerei war ihre im Jahre 1894 erfolgte Umvandlung
 in eine Aktiengesellschaft,
Herr Heinrich Philipp Hagen, der am 28. Sepamber
 1896 nach kaum zweijährigem Bestehen der
esellschaft aus dem Leben schied, war Vorsitzender
les Aufsichtsrates. Die Leitung selbst lag in Händen
jeines Schwiegersohnes, des Herrn Direktor Philipp
3Zohrmann. Als weiterer Mitarbeiter verdient Herr
akob Loos genannt zu werden, der während vierzig
ahren das Amt des Braumeisters in ganz vorbildicher
 Weise bekleidete.
Ein äußerst flotter Geschäftsgang nötigte zu ganz
jedeutenden Vergrößerungen des Braubetriebes und
zu einem fortschreitenden Ausbau der Produktionsnittel.
 So wurde im Jahre 1896 ein der Brauerei
segenüberliegendes Terrain angekauft und auf
liesem neue Stallungen für 36 Pferde errichtet.
Die alte Stallung in der Brauerei wurde abgebrochen
ind an ihre Stelle eine neue Dampfkesselanlage erichtet,
 während durch Entfernung des alten Dampfzessels
 im Innern der Brauerei der erforderliche
Matz ‚für die Aufstellung einer 200-PS-Dampfnaschine
 gewonnen wurde. Fast gleichzeitig wurden
zrößere Kellereien mit darüberliegendem Hochbau,
ler für die Faßwichse und als Verladeraum diente,
angelegt.
Wiederholt mußte der Betrieb bedeutenden Versrößerungen
 unterzogen werden, wobei nach jeder
zichtung hin alle Fortschritte auf brautechnischem
Gebiete umfassende Verwertung fanden. So entvickelte
 sich die Brauerei Durlacher Hof im Laufe
ler Jahre zu einem modernen Großbetrieb, dessen
Ausstoß bis zum Jahre 1914 nahezu 100000 hl
arreichte.