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Sonderbeschreibungen:
De

Nach dem plötzlichen Tode des Herrn Direktor
Bohrmann am 12. März 1915 ging die Leitung in
die Hände . seines seit 1909 in der Firma tätigen
Sohnes, Herrn Philipp Bohrmann, sowie des seit
1912 in der Firma tätigen Herrn Josef Meyringer
über.
Nach dem Kriege erfolgte die Übernahme des
Kontingentes der Brauerei J. H. Rau, Mannheim,
nebst deren an die Brauerei Durlacher Hof anstoßenden
 Mälzerei, die mit dem Hauptbetrieb durch
Elektrifizierung verbunden wurde. Trotz aller
Schwierigkeiten gelang es, das Unternehmen über
die Fährnisse und Wirrsale der Kriegs- und Infationsjahre
 sicher hinüberzuleiten und seine Selbständigkeit
 zu erhalten. Natürlich wurde auch in den
Nachkriegsjahren nicht versäumt, den Braubetrieb
in allen seinen Teilen stets zu modernisieren, so daß
er heute allen neuzeitlichen Anforderungen voll und
ganz entspricht.
Der Malzbedarf wird zum größten Teil in der
eigenen, modernst eingerichteten pneumatischen
Trommelmälzerei und in einer in Heidelberg gelegenen
 Tennenmälzerei selbst erzeugt. Der Transport
 der Gerste und des Malzes erfolgt mittels Gebläse.
 Das licht- und Iluftdurchflutete Sudhaus mit
sauberem Fliesenbelag und freundlicher Wandver-‘äfelung
 überrascht sowohl durch die architektonisch
vorbildliche Raumgliederung als auch durch seine
mustergültige Ausstattung mit einem modernen
Maischefilter-Doppelsudwerk von 90 Zentner
Schüttung für Dampfkochung. Von hier aus nimmt
die Würze über ein großes Kühlschiff und Beriesler
ihren Weg in den Gärkeller, woselbst sie nach dem
Zusatz von Hefe in großen, mit Außenvertäfelung
versehenen Betonbottichen der Vorgärung unterliegt.
Der ‚ausgedehnte Lagerkeller ist neben den traditionellen
 Holzfässern mit stattlichen Aluminium- und
Stahltanks belegt und ermöglicht die Lagerung von
etwa 20 000 hl Bier.
Zur Behandlung schadhafter Fässer sind eine
eigene Küferei und eine moderne automatische
Picherei-Anlage vorhanden; die Faßwäsche erfolgt
unter Wahrung größter Sorgfalt mit Hilfe einer
ebenfalls vollautomatischen Faßwaschmaschine. Das
Abfüllen des Bieres in Fässer vollzieht sich in einer
großen Halle vermittels vierhähniger isobarometr.
Abfüllapparate; außerdem verfügt der Betrieb auch
über eine moderne Flaschenfüllanlage. In allen Abteilungen
 ist peinlichste Sauberkeit zum Prinzip
erhoben.
Der für den Brauerei- und Mälzereibetrieb erforderliche
 Kraft- und Lichtbedarf wird selbst erzeugt.
 Die hierzu erforderlichen Einrichtungen bestehen
 aus drei Kornwallkesseln von je 100 am

Heizfläche, zwei Dampfmaschinen von zusammen
300 PS, elektrischen Krafterzeugungs- und Überragungsanlagen.
 Als. vollständige Reserve für den
jesamtbetrieb ist außerdem eine städt. Hoch-;pannungs-,
 verbunden mit neuzeitlicher Gileichichteranlage
 vorhanden. Den Zwecken der Keller--ühlung
 und Eiserzeugung dienen drei Linde-FEisompressoren,

Zu erwähnen sind noch gut gekühlte Hopfenräume
nit reichen Beständen erstklassiger Saazer und
Tallertauer Hopfens, besteingerichtete Werkstätten,
einliche Stallungen und moderne Garagen sowie
las erst jüngst zweckmäßig umgebaute Verwaltungs-‚ebäude.
 Eigene Aufenthalts- und Speiseräume,
)Yäder und Pensionseinrichtungen für das größteneils
 langjährige Personal zeugen von dem vorbildichen
 Wirken der Gesellschaft auch auf dem Gebiete
ler sozialen Fürsorge.
Die, Produktion der Brauerei umfaßt: helle und
iunkle- Lagerbiere, helle und dunkle Spezialbiere
ınd in der Saison helle und dunkle Starkbiere.
Da die Brauerei Durlacher Hof nur beste Rohtoffe
 verarbeitet und sämtliche Brau- und Gärungs-'‚orgänge.
 einer sorgfältigen Kontrolle unterliegen,
tellen ihre Erzeugnisse gut ausgereifte „Qualitätswere‘
 von edelstem Geschmackscharakter und
‚rößter Wohlbekömmlichkeit dar, und sie erfreuen
ich als solche seit langem größter Beliebtheit und
veitester Verbreitung. .
Das Absatzgebiet der Brauerei erstreckt sich
auptsächlich auf den Platz Mannheim und dessen
ähere Umgebung; die Belieferung der zahlreichen
\bnehmer erfolgt teils durch Lastzüge und Pferde-‘uührwerke,
 teils durch die Bahn. ;
In Mannheim besitzt die Brauerei einen eigenen
Jauptausschank. Es ist dies der im Zentrum der
Stadt gelegene, bekannte und vielbesuchte „Duracher
 Hof‘, die Geburtsstätte der Brauerei und zuzleich
 Mannheims größte Bierlokalitäten.
Die Leitung des Unternehmens liegt, wie bereits
»rwähnt, in Händen der Direktoren Philipp Bohrnann
 und Josef Meyringer, denen vier Prokuristen,
in Braumeister, sowie eine Anzahl bewährter pflichtreuer
 Beamten, alle mit nur langjähriger Dienstzeit,
ınd ein alter Stamm von Vorarbeitern und Arbeitern
zur Seite stehen.
Den Vorsitz im Aufsichtsrat führt seit einer langen
veihe von Jahren Herr Geh. Kömmerzienrat Dr. jur.,
Dr. h. c. Richard Brosien, Mannheim. Außerdem
zehören dem Aufsichtsrat noch als Mitglieder. an:
"räulein Lulu Hagen, München; Frau Elise Bohrnann,
 Freiburg i.Br. und Herr Kommerzienrat
Jr. jur. Karl Jahr, Direktor der Rheinischen Credit-»ank
 Mannheim. (Auszug aus „Industrielle Welt‘*_)