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Sonderbeschreibungen:
die ausgedehnten Lagerkeller gestatten eine gleichzeitige
 Lagerung von etwa 210000 hl Bier. Die
Sismaschinen erzeugen neben der Kellerkühlung
ährlich bis zu 800000 Ztr. Eis. Ein mit allen
1ötigen Instrumenten und Apparaten versehenes
3etriebslaboratorium ‚ermöglicht die eingehende
7rüfung der verwendeten Rohmaterialien sowie des
3ieres während des Brau- und Gärprozesses bis zur
Öölligen Fertigstellung, Die Hefe in Reinkulturen
vird für verschieden hohe Vergärungen und den
nancherlei Geschmacksrichtungen entsprechend gezüchtet
 und vermehrt, Eine mustergültige Flaschenüllereianlage
 bewältigt eine Menge von täglich weit
iber 100 000 Flaschen.
Außer der Hauptabteilung ist die frühere Bürger-)rauerei
 mit mustergültigen -Sud- und Miälzereiınlagen
 voll in Betrieb.

Hauptabsatzgebiet ist Bayern, aber auch im übrigen
Deutschland sind ihre Biere in jeder Stadt von nur
einiger Bedeutung anzutreffen. Sie betreibt auch ein
lebhaftes Exportgeschäft nach allen Ländern der
Welt. Ihre Marke, der stilisierte, aufrecht
schreitende, doppeltgeschwänzte heraldische Löwe
ist überall bekannt.
Dem Mälzereibetrieb dienen 121 Malztennen mit
22600 qm Flächeninhalt und 23 Malzdarren. Zur
Bierbereitung werden benötigt jährlich etwa
450 000 Ztr. Gerste, welche die Brauerei in ihren
eigenen Mälzereien in Malz zu verarbeiten vermag,
und über 3000 Ztr, Hopfen. In 7 Doppelsudwerken
können täglich etwa 5000 hl Bier hergestellt werden.
Für die Hauptgärung sind gewaltige moderne Gäranlagen
 vorhanden; hier vollzieht sich die Gärung
in großen, je bis zu 650 hl fassenden Großsgefäßen.

DPschorrbräu Aktiengesellschaft, München. '

Als junger Bursche
 wanderte der
Begründer der
Pschorrbrauerei,
Jos. Pschorr
(1770—1848), aus
dem benachbarten
Dorfe Kleinhadern
nach München. Beim
damaligen,.Kandlerbräu‘“
 fand er auf
seinen Zuspruch Aufnahme zur Erlernung des Brauerhandwerks.
 Als er ein tüchtiger Meister geworden
war, gab ilm sein letzter Lehrherr, Peter Hacker,
seine Tochter zur Frau und gleichzeitig sein Bräuhaus
an der Sendlinger Gasse in München — das Hackerbräu
 — zu Eigentum. Durch unermüdlichen Fleiß und
Sparsamkeit brachte der „Eidam“ das Geschäft vorwärts,
 so daß er im Jahre 1830 an die Vergrößerung
des Betriebes herantreten konnte. Gg. Pschorr
kaufte sich mehrere kleine Anwesen in der Neuhauser
 Gasse, an deren Stelle er ein großes Brauhaus
errichtete, das die Münchener mit Verwunderung
entstehen sahen, denn es war in für die damalige
Zeit außergewöhnlichem Ausmaße gehalten. Nach
alten Urkunden läßt sich der Bestand der durch den
Neubau verdrängten Bräustätten bis zum Beginn des
15. Jahrhunderts verfolgen. Das Hackerbrauhaus
an der Sendlinger Straße wurde zunächst mit weitergeführt.
 Ursprünglich waren also sowohl Hackerbräu
 als auch Pschorrbräu im Besitz von Jos.
Pschorr. Während das Hackerbräu 1881 in eine
Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, blieb die
Uschorrbrauerei bis heute in dem Besitz der Familie

Aschorr. Seit 1922 wurde der Besitz in die Form
ner Aktiengesellschaft umgewandelt, die Aktien
’efinden sich aber heute noch im alleinigen Eigentum
ler Familie. Die beiden Söhne des Begründets
los. Pschorr, Georg und Mathias, teilten sich in den
zäterlichen Besitz. Ersterer erhielt das Pschorryräuanwesen
 in der Neuhauser Straße, letzterer das
Tackerbräu an der Sendlinger Straße. Im Jahre 1864
ibergab Gg. Pschorr die Brauerei seinem einzigen
Sohne, der auch des Vaters Vornamen trug. Georg
7schorr, der jüngere, dessen Betrieb in der Neusauser
 Straße rasch emporblühte, legte bald darauf
len Grund zu der heutigen Großbrauerei an der
3ayerstraße, in die 1877 die gesamte Brauerei und
Aälzerei verlegt werden konnte. Die Ausdehnung
ier neuen Anlage kam dank der fortgeschrittenen
PFechnik, die sich Georg Pschorr fortlaufend dienstar
 machte, und dank der Beliebtheit, deren sich sein
irzeugnis erfreute, zu einer dauernden, raschen
intwicklung. Den weiteren Ausbau des Unteriehmens
 führten seine 3 Söhne: August, Georg
"heodor und Josef Pschorr durch, so daß der
jetrieb heute mit Recht zu den am neuzeitlichsten
ingerichteten Brauereien zählt. Im Jahre 1922 trat
ler Sohn August Pschorrs, Dipl.-Ing. Walter
&gt;schorr, und 1923 Hans Pfülf, der Schwiegersohn
ig. Th. Pschorrs, in den Betrieb ein. Nicht nur die
Aünchener, sondern die deutsche Brauindustrie hat
n mehr als 100 Jahren im Hause Pschorr ihre
‚ebenskraft bewährt. Vier Generationen haben an
lem prächtigen Blühen und Gedeihen dieser Weltruf
renießenden Braustätte teilgenommen. Es ist gewiß
n seltener Fall, daß ein Braubetrieb sich vom Urzroßvater
 auf den Urenkel in stetig steigender Beleutung
 fortgeerbt hat.