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beiden Stellen sich die Brauereien heute noch befinden,
 nachdem sie fortgesetzt bedeutende Erweiterungen
 erfahren haben.
Die heutige Bedeutung beider Betriebe ist so bekannt,
 daß sie keiner Erwähnung bedarf. 1874 übergab
 Gabriel Sedlmayr die Spatenbrauerei seinen
3 Söhnen: Johann, Karl und Anton. Die beiden
Letzteren nahmen 1911 ihre Söhne Heinrich und
Fritz in die Firma auf, welche sie nach dem 1920
erfolgten Tode des letzten der Vorbesitzer weiterführten.

Die Franziskaner-Leistbräu hatte Joseph Sedlmayr
 im Jahre 1875 seinem Sohne Gabriel übergeben,
 der sie 1908 in eine Aktiengesellschaft als
Familiengründung unter der Firma Jos. Sedlmayr,
Brauerei zum Franziskanerkeller (Leistbräu) A.-G.
umwandelte. 1922 vereinigtensich die beiden Sedlmayr-Betriebe
 zu einer Familien-Aktiengesellschaft,

Sonderbeschreibungen:

lie jetzige „Gabriel u. Jos. Sedlimayr, Spaten-“ranziskaner-Leistbräu
 A.-G.“ Die beiden Betriebe,
n denen — wie eingangs erwähnt — gesotten wird,
nfassen in ihrer räumlichen Ausdehnung ganze
Stadtteile. Von der Gesamtfläche von 162000 am
ind nicht weniger als 68 500 am unterkellert. Die
Aälzereien können jährlich über 300 000 Ztr. Gerste
u Malz verarbeiten. Die Lagerkeller fassen 300 000 hl
er. Die technischen Einrichtungen sind musterrültig.
 In 157 eigenen Kühlwagen versendet die
irma ihre beliebten und berühmt gewordenen EFr-‚eugnisse
 in das ganze Reichsgebiet und ins Ausland,
vährend das Bier in Flaschen nach allen Weltteilen
‘xportiert wird. In München erfreuen sich die Spatenınd
 Leistbräubiere einer umfangreichen und anhängichen
 Kundschaft. Ein beträchtlicher Teil der
’roduktion kommt in eigenen Ausschankstellen zum
\usschank.

Aktiengesellschaft Paulanerbräu, Salvatorbrauerei
und Thomasbräu.

Mitte des 17. Jahrhunderts
lebten gegenüber von München
auf dem rechten Isarufer in der
sogenannten „Au“ die Paulanermönche.
 Strenge Vorschriften
 zwangen sie, sich zur
Nahrung nur mit Brot, Öl und
Fischen begnügen zu müssen.
Art und Menge des „Trankes‘“ aber waren ihnen {freizegeben.
 Was lag also näher, als daß sich die ehrwürdigen
 Brüder der Paulaner um die Erlaubnis zur
Errichtung eines Brauhauses, und zwar mit Eriolg,
bemühten, welche damals nur vom Landesfürsten
erteilt werden konnte. Mit viel Geschick und Sorgfalt
 übte man nun im stillen Kloster die Kunst des
Bierbrauens.
Unter den Klosterbraumeistern ist zur Berühmtheit
 geworden der Frater Barnabas Still (gestorben
 1795), denn jener hat zum ersten Male den
weltberühmt gewordenen „Salvator‘“ gebraut. Zum
Ordensfeste des hl. Franz von Paula, an dem das
„Heilig Vater Bier“ alljährlich zum Ausschank kam,
fand sich ganz München ein, auch der kurfürstliche
Hof wurde mit zu Gast geladen. Im Jahre 1806,
einige Jahre nach Aufhebung des Klosters, pachtete
der Münchener Bierbrauer Fr. Xaver Zacherl, von
der bayer. Regierung das Paulaner-Brauhaus. 1813
ging dasselbe käuflich auf ihn über „mit allen anhaftenden
 Rechten“. Als eines der wichtigsten betrachtete
 Zacherl das alte Privileg des Salvator-Ausschankes.
 Da er dieses Bier über dem amtlich

’estgesetzten Bierpreis vercaufte,
 verbot man ihm den
\usschank und die Regieruhg
nachte ihm den Prozeß. Noch
vor der Entscheidung des
Streites gelang es Zacher]
ıurch eine Eingabe an den
Cönig, sein Recht durch eine
zgl. Entscheidung durchzusetzen. Nach Zacherls
Tod ging die Brauerei im Jahre 1849 auf dem Erbvege
 auf die Gebrüder Heinrich und Ludwig
ichmederer über. Deren Söhne Franz Xaver und
udwig wandelten die Brauerei im Jahre 1886 in die
'eutige Aktien-Gesellschaft um.
Das Unternehmen, welches außer den anderen
)jekannten Biersorten zur Starkbierzeit den „Salzator““
 immer noch als Spezialbier in großen Mengen
n den Verkehr bringt, ist in fortgesetztem Aufstieg
äne der bedeutendsten Münchener Brauereien gevorden.
 Wo einst die Paulanermönche mit ihrer
lände Werk das Klosterbier brauten und in den geäumigen
 Klosterkellern lagerten, findet sich heute
iner der modernsten Großbetriebe. Dieser hat erst
n der jüngsten Zeit wieder eine bedeutsame Erveiterung
 dadurch erfahren, daß er neben einigen
(leineren Brauereien die Großbrauerei zum Thomas-»räu
 in sich aufgenommen hat. Der sichtliche Unterıehmergeist
 und die bemerkenswerte Schaffenskraft
ler Verwaltung werden die Gesellschaft zu weiterer
3lüte führen, wozu der Ruf der Erzeugnisse das
Seinige beitragen wird.