Gruppe I Brauereien,
A ann

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Königliches Hofbräuhaus München.
(Bayerische Staatsbrauerei, gegr. 1589)

Ursprünglich deckten die baye-RE
 rischen Herzöge ihren und ihrer
X Hofhaltung Bedarf an Bier aus der
damals berühmten Braustätte Ein-DM
 beck in Hannover, bis Herzog Wilal,
 ja } helm der Fromme, dem wohl der
RB | Bezug seines Haustrunkes aus so
weiter Ferne zu umständlich und
auch zu kostspielig gewesen sein
mochte, sich im Jahre 1589 in München ein eigenes
Bräuhaus errichten ließ.
Bald wurde es unter den Bürgern Münchens bekannt,
 von welcher Schmackhaftigkeit und Bekömmlichkeit
 das in dem herzoglichen Hofbräuhaus erzeugte
 Bier war; sie wandten sich an den Herzog mit
der Bitte, ihnen von dem vorzüglichen Getränk
gegen Entgelt abzugeben, was der Herzog auch genehmigte,
 um die Brauer der Stadt mehr anzuspornen.
 Immer mehr nahm die Abgabe an das
Bürgertum zu. Der Münchener Hofbraumeister
hatte es aber auch im Brauen von „ainpockschem“
Bier zu solcher Meisterschaft gebracht, daß es sich
neben dem Gebräu aus Einbeck wohl kosten lassen
durfte; manch lustiges Märlein erzählt noch heute
davon. Aus der Bezeichnung „Ainpockisch“-Einbecker
 Bier entwickelte sich dann allmählich der
Name Bockbier, welches noch heute alljährlich in
iem aus diesem „Herzoglichen Hofbräuhaus‘“ hervorgegangenen
 „Königlichen Hofbräuhaus‘“ als
„H. B. Maibock“ zum Ausschank kommt. Der Maibock-Ausschank
 im Hofbräuhaus ist auch jetzt noch
sin Freignis für die Münchener. Männlein und Weiblein
 wandert dahin, um diese „Frühjahrskur‘“ mitzumachen.
 Freilich mußte das herzogliche Hofbräuhaus
 im Laufe der Zeiten manche Wandlung erfahren.
 Schon in der Mitte des 17. Jahrhunderts war
der Absatz von 2500 Eimern auf 11528 Eimer gestiegen
 und eröffnete für die Hofkammer eine ergiebige
 Geldquelle, die aber auch eine Vergrößerung
des Bräuhauses nötig machte. Doch schon im
Jahre 1808 war eine neuerliche Vergrößerung von-N



Brauerei zum Wagsnerbräti

ASS Die jüngste Münchener Brauerei ist
I ENR die „Brauerei zum Wagnerbräu“, die
LS N . von ihrem Besitzer Kommerzienrat
x () A Hans Wagner im Jahre 1901 erbaut
ZT und in der kurzen Zeit vom 25. März
SOAL bis zum Anfang August vollständig
SCHUTZMARKE, betriebsfertig eingerichtet wurde,
so daß am 18. Oktober mit dem Ausschank des

1öten, die auf dem alten Platz nicht mehr durchführjar
 war. Es erfolgte deshalb die Verlegung auf jene
Stelle, wo heute noch der Ausschank des Königlichen
Tofbräuhauses „am Platzl‘“ sich befindet, welcher
ılliährlich Hunderttausenden von Fremden und Einıeimischen
 eine beliebte Stätte der Labung und Er-‚olung
 bietet. Welche Mengen des braunen Gerstenaftes
 alliährlich allein in dieser einen Gaststätte
‚ertilgt werden, möge man aus der Jahresverrauchsziffer
 ersehen, welche im Frieden 40 000 bis
15 000 Hektoliter betrug. Beileibe soll man aber
ıicht denken, daß allein die Münchener dieser Quanität
 zur Löschung ihres Durstes bedürfen, denn zur
‚ommerlichen Reisezeit finden wir hier alle Nationen
ınd Rassen der Welt an dieser Quelle des Gambrinus
auchtiröhlich beisammen.
Seit in den letzten Dezennien des verflossenen
ahrhunderts der Lokalabsatz und der aufblühende
Neltexport den Umsatz ins Vielfache steigerten,
var der Raum der Brauerei „am Platzl“ wieder zu
;ng geworden,
Im Jahre 1890 erfolgte deshalb die Verlegung der
3rauereibetriebsgebäude auf ein Areal an der Wiener
Straße, wo wir heute eine umfangreiche, mit. allen
Irrungenschaften der Neuzeit arbeitende Großirauerei
 sehen.
Schon 1852, bei Errichtung der königlichen Zivilıste,
 war das bisher im Privatbesitz des Königs beindliche
 „Königliche Hofbräuhaus‘“ mit einer Reihe
ron Krondomänen an den Staat übergegangen und
nit dem zunehmenden Geschäftsumfang im Jahre
870 unter der Firma „Königliches Hofbräuhaus
Aünchen“ in das Handelsregister, der Schutz der
Marke „H-B“ und der Wortmarke „Münchener Hofjräu“
 beim Reichspatentamt eingetragen worden.
Ait dem Sturz des Königtums in Bayern im No-‚ember
 1918 verlor das Hofbrauamt als Staats-‚ehörde
 die Bezeichnung „königlich‘“. Die Firma
‚Königliches Hofbräuhaus München“ ist indessen
1eute noch ungelöscht und unverändert. .

ı., Hans Wagner. München.

‚elbstgebrauten Bieres begonnen werden konnte. Der
3rfolg übertraf alle Erwartungen. Der vortrefflich
relungene Stoff brachte einen Massenandrang, für
lien sich die großen, mit der Brauerei in der Lilien-;:traße
 erbauten Ausschanklokale als viel zu klein
ırwiesen. Hatte der Erbauer für den Anfang selbst
ıur mit einem Jahresabsatz von 8—10000 hl ge-‚echnet,
 so erreichte derselbe schon im ersten Jahre