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Sonderbeschreibungen:

eine Höhe von 18900 hl. Von Jahr zu Jahr wuchs
die Umsatzziffer, denn mit peinlicher Sorgfalt hält
auch die Wagnerbrauerei auf den guten Ruf ihres
Bieres, den sie bis heute beizubehalten vorzüglich
verstanden hat. Diesem Umstand ist es wohl zuzuschreiben,
 daß „Wagnerbräu‘“ weit über die Grenzen
Münchens bekannt geworden ist und der Absatz sich
ständig mehrte, so daß die Brauerei im Versandgeschäft
 mit den Münchener Großbrauereien im
Wettbewerb steht. Im April 1904 hat der Erbauer
und Besitzer der Brauerei zum Wagnerbräu das bekannte
 Hotel „Trefler‘“, jetzt Hotel „Wagner“, an
der Sonnenstraße erworben, und bildet der große
Eigenverbrauch in dessen ausgedehntem Saal und

Wirtschaftsräumen im Verein mit dem großen Bieribsatz
 im Hauptausschank an der Lilienstraße einen
ücheren Grundstock für das weitere Gedeihen der
3rauerei,
Dem erfahrenen Bierbrauer und zielbewußten
3esitzer des Unternehmens ist es gelungen,
;jeinen Betrieb während der schweren Kriegs- und
Jachkriegsjahre, in welchen sich viele kleinere
jrauereien an .größere anlehnen mußten oder von
liesen aufgesaugt wurden, zu erhalten und auch
ı1ach der Deflationskrisis zu befestigen. Außer der
\ugustinerbrauerei ist die Brauerei zum Wagnerräu
 das einzige Privatunternehmen unter den
Aünchener Brauereien geblieben.

Jos. Wagner, Bierbrauerei

zum Augustiner, München.

Die Augustinerbrauerei hat eine
sehr alte und interessante Geschichte.
 Ihr Ursprung ist zu
verfolgen bis zum Jahre 1328, zu
welcher Zeit nach vorhandenen
Urkunden im Augustinerkloster zu
München mit dem Brauen von
Bier begonnen wurde; so daß
sie die Älteste der zur Zeit
in München bestehenden Brauereien
 ist. Die Niederlassung der
Augustinermönche stand an der
Neuhauser Gasse, da, wo sich ‚heute noch der mit
„Augustinerstock‘“ bezeichnete Häuserblock befindet.
Der Einziehung geistlicher Güter im Anfang des
19. Jahrhunderts. fiel auch das Augustinerkloster
anheim. Am 1. Oktober 1803 mußten die „Eremiten
vom hl. Augustinus“ das Kloster verlassen, in dem
sie‘ über fünf Jahrhunderte gewirkt hatten. Der
bayerische Staat verkaufte das Augustinerbrauhaus
mit allen Gerätschaften an die bürgerlichen Fischer
Gröber und Lankes, im Austausch für das den Genannten
 verkauft gewesene Angerbräuhaus. Das
Gebäude des ehemaligen Augustinerklosters mußte
nämlich geräumt werden, weil es zu Gerichtszwecken
 Verwendung fand. Später im Jahre 1817
vertauschte die bayerische Regierung an Gröber und
Lankes das Angerbräuhaus mit dem Maltheserhaus
in der Neuhauser Gasse, ebenso die Braugerechtigkeit
des Äugustinerbräuhauses mit der Befugnis, sie auf
dem Maltheserhause auszuüben. Anton Wagner, der
Großvater der jetzigen Besitzer der Augustinerbrauerei,
 erwarb im Jahre 1829 von Gröber und
Lankes das Augustinerbräuhaus. Die Augustinerbrauerei
 konnte also im März 1929 ein Doppeljubiläum
 begehen, einmal das 100jährige, nachdem
sich seit 100 Jahren die Brauerei im Besitze der
Familie Wagner befindet und das 600jährige des Bestehens

 der Augustinerbrauerei überhaupt. Das
Joppeliubiläum wurde unter lebhafter Beteiligung
ler staatlichen und städtischen Behörden, wie der
\rbeiter- und Angestelltenschaft der Brauerei festich
 begangen und war ein Ruhmestag in der Ge-;cChichte
 der Brauerei. Nach dem Tode Anton
Vagners führte ‘dessen Witwe, Frau Therese
Vagner, das Geschäft fort, unter deren Besitz die
\ugustinerbrauerei mehrmals vergrößert werden
nußte, denn das Augustinerbier erfreute sich schon
lamals besonderer Beliebtheit. Im Jahre 1857 kaufte
"rau Therese Wagner den Buttlerkeller an der
„andsberger Straße, den Platz, auf dem heute noch
lie Augustinerbrauerei steht. Nach dem Tode der
?rau Wagner im Jahre 1858 übernahm deren ältester
5ohn Joseph die Brauerei. Damals wurden bereits
‚8000 hl Bier gesotten. Unter der Leitung Joseph
Nagners kam das Unternehmen zu immer weiterer
Iintwicklung. Der alte Brauereibetrieb reichte nicht
nehr aus, so daß Joseph Wagner sich entschloß, eine
ı1eue große, den technischen Errungenschaften ge-"echt
 werdende Brauerei zu erstellen. Der Bau beyann
 1884, am 28. Juli 1885 wurde bereits der erste
Sud gemacht, doch gewann unter Joseph Wagners
„eitung der Betrieb immer mehr an Ausdehnung,
velcher der Besitzer durch fortwährende Neubauten
ınd Neueinrichtungen mit vorbildlichem Unterıehmergeist
 Rechnung trug. Seit dem Tode Joseph
Nagners im Jahre 1900 führen dessen Söhne Max
ind Richard den Betrieb. Sie haben es musterhaft
zerstanden, den alten Ruf des ehemaligen Augustinerclosterbieres
 zu erhalten und das Unternehmen {fortresetzt
 .zu weiterer Höhe zu führen. Die große,
1ach, wie man heute noch sieht, einheitlichen Plänen
arstellte Anlage der Großbrauerei zum Augustiner an
ler Landsberger Straße leuchtet von weitem als ein
Nahrzeichen der Bierstadt München.