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Sonderbeschreibungen:

Eichbaum-Werger-Brauereien A.:G., Worms.

Die Brauindustrie ist wohl der einzige Zweig der
deutschen Wirtschaft, der es verstanden hat, rechtzeitig
 die Lehre aus der veränderten Lage nach dem
Kriege zu ziehen. Nirgendwo hat die Rationalisierung
 so schnell eingesetzt wie hier, in keinem
Wirtschaftsgebiet ist der Prozeß der Gesundung
fast ohne ausländische Kredithilfe, unter der Übernahme
 großer Verluste auf das eigene Konto durchgeführt
 worden, wie in der Brauindustrie. Allenthalben
 haben führende Wirtschaiftspolitiker durch
Betriebszusammenlegung es verstanden, die Gesamtunkosten
 zu vermindern, und nur so ist es zu
begreifen, daß ohne übermäßige Erhöhung des Bierpreises
 Betriebsinvestitionen in außerordentlichem
Umfange vorgenommen werden konnten.
Ein Beispiel für dies Bestreben, durch vereinte
Kräfte eine erhöhte Leistungsfähigkeit zu erzielen,
zeigt die Geschichte der seit Januar 1929 vollzogenen
 Fusion der beiden süddeutschen Großbrauereien
 Werger - Brauerei Worms und Eichbaum
 - Brauerei Mannheim zu den „Eichbaum-Werger-Brauereien
 A.-G. Worms“ mit

lem Sitze in Worms. Bereits seit 1924 bestand
ne Interessengemeinschaft zwischen den beiden
3rauereien, außerdem befanden sich 90% der
lichbaum-Aktien im Besitze der Werger-Gesellichaft,
 deren rechtsrheinisches Geschäft zum Teil
an die Eichbaum-Brauerei abgetreten war. Durch
lie Fusion entstand einer der bedeutendsten Groß-)jetriebe
 der badisch-hessischen Brauindustrie, zu
lem noch in enger Verbindung das Frankenthaler
3rauhaus, Frankenthal, die Aktienbrauerei Saarlouis
ınd die Brauerei Fay G. m. b. H., Darmstadt, stehen.
Diesem Gebilde steht Generaldirektor Louis
&lt;xühl vor. Die Abteilung Worms wird geleitet
ron den Direktoren Werger und Zaiß, die Ab-'eilung
 Mannheim von Generaldirektor Rühl und
Direktor Gsottschneider.
Beide Betriebsstätten stellen vorzügliche helle
ınd dunkle Biere her, die als hochwertige Qualitätsxere
 anerkannt sind. Die Braustätten sind sehr
ıusgedehnt und modern ausgestattet. Die weitlickende
 Leitung ist besorgt, die technische Ausstatung
 jeweils auf dem modernsten Stande zu halten.
Werger-Brauerei Worms.

Die stattliche Brauereianlagein Worms
erhebt sich hart an der Peripherie der Stadt auf
einem dreißig Morgen großen Areal an der Alzeyer
Straße, ihre räumliche Ausdehnung, die zweckmäßige
 Gliederung und die mustergültige Einrichtung
 zeigen in allen Teilen den modernen Großbetrieb.

Ein wesentlicher Teil des zur Biererzeugung
erforderlichen Malzes wird von der Werger-Brauerei
 in der eigenen Mälzerei in der
Speyerer Straße hergestellt. Vermittels Lastkraftwagen
 wird das Malz nach dem Braubetrieb befördert
 und in sechs große, in den oberen Stockwerken
 des Sudhausgebäudes befindliche Silos gelagert.
 Für die weitere Behandlung des Malzes
sind Putz- und Poliermaschinen, eine Sechswalzen-Großmühle
 vorhanden, über die das Malz selbsttätig
 seinen Weg ins Sudhaus nimmt.
Das Sudhaus selbst ist ein hoher und luftiger,
in freundlichem Blaugrau gehaltener und mit

sauberer Wandtäfelung versehener Raum, auszestattet
 mit einem modernen Doppelsudwerk, für
"euer- und Frischdampfkochung. Die Produktionsähigkeit
 dieser Anlage beträgt bis zu 300 000 hl pro
‚ahr. Vom Sudhaus führt ein Verbindungssteg zu
iem Nebengebäude, in dessen Iluftiger Höhe zwei
&lt;ühlschiffe untergebracht sind. Hier wird die
Vürze unter dem Einfluß der Außenluft vorgekühlt,
lurch einen modernen Berieselungsapparat auf Antelltemperatur
 herabgekühlt und sodann in den
larunter gelegenen Gärkeller geleitet. In dem
'einlich sauberen, von würziger Luft erfüllten Gäreller
 unterliegt die Würze nach dem Zusatz von
Ilefe in 15 großen Borsari-Betonbottichen der Vorrärung.
 Dem Gärkeller schließt sich ein großer,
vorzüglich gekühlter Hopfenraum mit reichen
3Zeständen erstklassiger Spalter, Hallertauer und
5aazer Hopfen, sowie die saubere Hefeanstellung
an. Die räumlich ausgedehnten und gut gekühlten
‚agerkellerabteilungen, 20 an der Zahl, sind zum