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‚jesamtansicht der Farbmalz- und Caramelmalz-Fabrik Mich. Weyermann, Bamberg .
Zum 50jährigen Bestehen der Firma Mich. Weyermann,
Farbmalz- und Caramelmalz-Fabrik in Bamberg.

Am 4. Oktober 1929 begeht die Firma Mich. Weyermann
 die Feier ihres 50jährigen Bestehens. Der
Firmenname wurde von der alten Bamberger Getreidehandlung
 Mich, Weyermann übernommen, die in der
Fischerei Nr. 17 ihren Sitz hatte. Im Anwesen seiner
Schwiegereltern, der Apothekerseheleute Sippel, Laurenzistraße
 28 auf dem Kaulberg, errichtete der Gründer
der Malzfabrik Johann Baptist Weyermann, am 4. Oktober
 1879 die erste Rösterei. Aus kleinsten Anfängen
heraus wuchs das Unternehmen durch Fleiß und Geschick
 des Gründers bald zu einem ansehnlichen Werk.
fortlaufend durch Anbauten vergrößert. Im Jahre 1888
erwies sich das Kaulberger Terrain als zu klein für das
Unternehmen und eine Verlegung des Werkes wurde notwendig.
 An der Bahnstrecke Bamberg-Lichtenfels
VMemmelsdorfer Straße 68, bot sich geeignetes Baugelände,
 im selben Jahre noch wurde der Neubau er-‚richtet
 und die Fabrik dorthin verlegt. Dieser Neubau
ist der an der Memmelsdorfer Straße gelegene Teil des
aeutigen Werkes. Der Aufschwung der Fabrik vollzog
sich stetig. Jahr um Jahr schlossen sich neue Bauten
m Viereck an das erste Gebäude, die Inneneinrichtung
vervollkommnete sich fortdauernd, stete Verbesserunger
der Fabrikation vermehrten den Ruf der Firma über
Bayern und Deutschland hinaus. Steigender Auslandaxport
 kam dazu, die anerkannte Güte der Fabrikate
verhalf der Firma zu Weltruf. Die Leistungen des
Gründers Johann Baptist Weyermann fanden die Anerkennung
 der Krone Bayerns durch Verleihung des
Titels eines königlichen Kommerzienrates,
Beim Ausbruch des Krieges stand das Unternehmen in
vollster Blüte. Die Ernährungsschwierigkeiten der langen
Kriegsjahre und die Kontingentierung der Rohmaterialien
erschwerten in hohem Maße das Inlandgeschäft, der Auslandexport
 kam natürlich zum Erliegen. Lieferungen für das
Inland und den Heeresbedarf erhielten den Betrieb aufrecht.
Nach dem Ableben des Gründers, des kgl. Kommerzienrates
 Johann Baptist Weyermann, am 25, Oktober 1919
äbernahm die Witwe und die drei Kinder des Verstorbenen
 die Fabrik als offene Handelsgesellschaft, Die
Leitung des Werkes oblag den Hetren Rudolf und Carl!
Wevermann. In anstrengender Arbeit wurden nach dem

Kriege die alten Geschäftsverbindungen wieder aufgenommen,
 neue dazugewonnen. Die Schwierigkeiten der
Inflation, der so manche‘ Großunternehmen zum Opfer
fielen, wurden überwunden, der Neuaufbau des Geschäftes
 vollzog sich in rascher Folge, Bald war der
Friedensstand der Fabrikation erreicht, in wenigen Jahren
weit überschritten, das Auslandgeschäft systematisch
ausgebaut und bedeutend über den Friedensstand erhöht,
in Anbetracht der Schwierigkeiten, die nach dem verlorenen
 Kriege der deutschen Industrie überall im Auslande
 bereitet wurden, eine staunenswerte Leistung. In
allen Teilen der bewohnten Erde — nur das unfreiwillig
trockene Nordamerika ausgenommen — werden die
Spezialfabrikate der Firma verarbeitet. Die Firma Mich,
Weyermann ist in der ganzen internationalen Brauerwelt
 wohl bekannt.
Die Überwindung all dieser Schwierigkeiten erforderte
iußerste Hingabe der Firmeninhaber. Vorbildlich sind die
naschinellen Verbesserungen und Neubauten. Die Orzanisation
 des Betriebes wurde vervollkommnet mit den
nodernsten Büroeinrichtungen und Hilfsmaschinen. Die
Aürsorge für Beamte und Arbeiter tut sich kund in den
vesten sanitären Einrichtungen, Pensionskasse und
Altersfond für alle Angestellten erhöhen das Interesse
des Personals am Aufstieg des Werkes. Jeder Angestellte
bis zum letzten Arbeiter gilt als Mitarbeiter der Firma.
Als Anerkennung dieser bedeutenden wirtschaftlichen
und sozialen Leistungen verlieh die Regierung des Freistaates
 Bayern Herrn Rudolf Weyermann am 17. April
1924 den Titel eines Kommerzienrates,
Am 20. Mai 1926 verlieh die Philosophische Fakultät
der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Herrn
Kommerzienrat Rudolf Weyermann, „der durch Förderung
 wichtiger sozialer Aufgaben dem Volkswohl gedient
und sich um die reine und angewandte Wissenschaft
hervorragende Verdienste erworben hat“, ehrenhalber
Grad und Würde eines Doktors der Philosophie,
Der Aufstieg der Firma Mich, Weyermann vom kleinen
Werk auf dem Kaulberg zum angesehenen deutschen
Großbetrieb und zur größten Spezialfabrik der Welt ist
ein Ruhmesblatt in der Wirtschaftsgeschichte Bambergs
und Deutschlands. Dr. M. Müller.