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zationelle Hoptfenverwertung.

Das durch die Fachpresse hinreichend bekannte Horstsche
Verfahren zur Gewinnung hochwertiger Hopienextrakte hat
in den letzten Jahren einen derartig hohen Grad von technischer
 Vollkommenheit erreicht, daß es heute geradezu als
die ideale Lösung der aus privat- und volkswirtschaiftlichen
Gründen dringend einer Lösung harrenden Frage der rationellen
Hopfenverwertung angesprochen werden kann. Schon ‚seit
vielen Jahren haben sich die Brauchemiker der ganzen Welt
eingehend mit dem Horstschen Hopfenextraktionsverfahren
beschäftigt. So der bekannte englische Chemiker Dr. Chapman
vom Chemischen Laboratorium in London und Dr. Moritz vom
Londoner Chemischen Institut Dr. Moritz und Morris, ‚Auch
das Chemische Institut John Heron &amp; Son in London und das
Londoner Chemische Institut Briant &amp; Harman hat eingehende
Untersuchungen vorgenommen. Sie alle kamen zu dem Urteil.
daß der Hortsche Hopfenextrakt nicht nur kein Surrogat sei
sondern absolut reiner Hopfen lediglich in anderer Form,
somit auch den Rohhopien in jeder Beziehung vollwertig ersetze,
 daneben aber den großen Vorteil habe, recht erhebliche
Ersparnisse zu gestatten. Zu demselben Ergebnis gelangten
auf Grund ihrer Untersuchungen auch die anderen Institute,
die sich sehr eingehend mit dem Horstschen Verfahren beschäftigt
 haben, so The First Station for the Art of Brewing
in the United States of America, New York, das Chemische
Institut Wahl-Henius, Chicago, The National Brewers Academy
Francis Wyatt, New York, Handkees Brewer School and
Laboratories, Milwaukee, Wisconsin, und der bekannte
elgische Brauchemiker Prof, van Laer in Brüssel, -
Von deutschen Brauchemikern hat insbesondere Dr. Keil
von der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin eine
Anzahl sehr erfolgreicher Versuche in einer Westdeutschen
3roßbrauerei durchgeführt. Von ausschlaggebender Bedeutung
 jedoch waren die eingehenden Prüfungen, die Prof
Dr. Lüers von der Wissenschaftlichen Station für Brauerei in
München vorgenommen hat. Er machte zuerst eine Serie
von fünf verschiedenen Suden in einer oberbayerischen
Brauerei und faßte das Ergebnis dieser Prüfungen wie folgt
zusammen:
„Es gelang nach dem Horstschen Verfahren aus dem Naturhopien
 einen Extrakt herzustellen, der bei höchster Ausbeute
die brautechnisch. wichtigen Weichharze in sehr vollkommen
geschonter Form enthält, 75 % der üblichen Hopfengabe ließer
sich -durch diesen Hopienextrakt ersetzen, dabei aber noch
beträchtliche Mengen, nämlich 30 bis 50 % des Naturhopfens
einsparen, so daß die gesamte auf den ganzen Hopfen berechnete
 Einsparung 25 bis 40% beträgt. Die auf solche
Weise hergesteilten Biere schmeckten in jeder Beziehung
einwandfrei, unterschieden sich in ihrem Bittergeschmack
kicht sinnfällig von dem normalen, und waren ihm in der
Schaumhaltigkeit eine Kleinigkeit überlegen. Vom Publikum
wurden die mit Horstschem Fxtrakt hergestellten Biere
bevorzugt.
Wie ich schon eingangs erwähnte, habe ich mich erst
nach Anraten von seiten mehrerer angesehener Praktiker
dazu entschlossen, diese Versuche durchzuführen, denn ich
stand der Sache bisher interesselos, wenn nicht skeptisch
gegenüber. Nachdem die Versuche in objektiver, durch Zeugen
kontrollierter Weise durchgeführt worden sind und, wie ich
selbst gestehen muß, ein unerwartetes Ergebnis zeigten, stand
ich nicht an, wieder ermutigt durch Praktiker, meine bei den
Versuchen gemachten Erfahrungen bekannt zu geben,
Meine Ausführungen sollen weiter nichts als ein obiektiv
gehaltener Bericht über die von mir gemachten Versuche sein.
Jeder Brauer mag sich zu der Sache stellen wie er will. Ohne
Bedenken kann ich dazu anraten, durch Versuchssude, bei
welchen durchaus nichts riskiert ist, sich über die Brauchbarkeit
 von Hopfenextrakt zu überzeugen und dadurch mitzuhelfen,
 unter Variation der äußeren und inneren Bedingungen
das allgemeine Urteil zu gewinnen, das vom Standpunkt der
Wissenschaft und Technik als erstrebenswert zu bezeichnen
ist und dessen Erreichung nicht mehr in der Arbeitsmöglichkeif
eines einzelnen liert.“

Ein Jahr später, im Juni 1927, unternahm Lüers. dann, um
lie Verwendbarkeit der Horstschen Hopfenauszüge auch unter
zanz anderen Wasser- und Herstellungsverhältnissen und auch
ür einen völlig anderen Biertyp prüfen zu können, eine weitere
Serie von sieben verschiedenen Suden in einer Norddeutschen
3roßbrauerei. Auch diese Untersuchungen fielen hervorragend
zut aus, und Prof. Lüers konnte über das Ergebnis zusammen-‘assend
 berichten:
„Bei der großtechnischen Extraktion des Hopfens wird eine
juantitative Ausbeute an Gesamtharz erzielt und dabei werden
lie kostbaren Weichharze in sehr vollkommener Weise ge-‘cChont.
 Die mit Hopfenextrakt unter großer Variation der
Yersuchsbedingungen durchgeführten Sude lieferten als Ersebnis,
 daß es gelingt, aus Hopfenextrakt unter teilweiser Mitzerwendung
 von Naturhopfen, aber auch ohne letzteren, ein
3ier zu erzeugen, das dem normalen mit der vollen Hopfenrabe
 gebrauten in nichts nachsteht. . Dabei lassen sich per
Sud sehr erhebliche Einsparungen erzielen, so daß die Verwendung
 von Hopfenextrakt auch wirtschaftlich gewinnıringend
 erscheint.
Von wissenschaftlichem Standpunkt aus ist jedenfalls auch
lie Tatsache interessant, daß ein Bier, welches mit Extrakt
ınter einer effektiven Ersparnis von etwa 50% des gesamten
Äopfens hergestellt wird, in seiner Bittere sich von einem mit
ler vollen Hopfengabe gebrauten Normalbier nicht zu unterscheiden
 braucht. Man kann das damit erklären, daß die
Neichharze in Form des Extraktes sich anscheinend in der
Nürze anders verkochen und andere Adsorptionsbindungen
iefern, als wenn sie langsam aus dem Hopfen bzw. Lupulin
jerausgelöst werden müssen. Ferner scheint die Ausscheidung
ler ja immer in der Würze im. Überschuß vorhandenen Bitter-;toffe
 auf der Kühle, in den Decken der Hauptgärung und dem
jeläger der Lagerfässer eine geringere zu sein, so daß am
Inde eben doch eine genügende Menge im Bier erhalten bleibt.
Daß diese Verhältnisse nicht in jedem Betriebe gleich sich
zestalten werden, liegt auf der Hand. Deshalb kommt keine
Brauerei, die sich mit dem Hopfenextrakt befassen will, damit
aus, einen einzigen Versuch zu machen; nur durch‘ eine größere
Reihe variierter Bedingungen läßt sich vielmehr die zwecknäßigste
 Kombination von Hopfen und Extrakt ermitteln und
iber diese dann erst nach länger währender Anwendung ein
‘bschließendes Urteil in jedem einzelnen Betrieb fällen.“
Maßgebend für die weitere Einführung des Verfahrens sind
ıber schließlich die Erfahrungen der Praxis, die in den Unteruchungsergebnissen
 nur längst Bekanntes bestätigt fand. In
;tets steigendem Maße machte sich die deutsche Brauindustrie
lie Vorteile des neuen Verfahrens dienstbar, dessen allgemeine
Einführung nur dadurch verzögert wurde, daß das Reichs-'inanzministerium
 die Verwendung der Hopfenauszüge immer
aur von Jahr zu Jahr freigab und so den Brauereien die Möglichkeit.
 nahm, einen der Hauptvorteile auszunutzen, der darin
besteht, in billigen Hopfenjahren Hopien für teuerere auf
Vorrat extrahieren zu lassen und sich so unahhängig von der
Topfenspekulation zu machen.
‘Erst im November 1928 wurde auch dieses letzte Hindernis
’eseitigt. Auf Grund der vorliegenden wissenschaftlichen
Iutachten und der Ergebnisse der Erkundigungen, die das
veichsfinanzministerium im Brauereigewerbe eingezogen hatte,
ınd die zeigten, daß das Verfahren bereits mit großem Erfolg
n weitem Umfang eingeführt war, gestattete das Reichsinanzministerium
 durch besondere Verfügung ausdrücklich
lie Verwendung der Horstschen Hopfenauszüge für das Gebiet
ler ehemaligen Norddeutschen Brausteuergemeinschaft voräufig
 auf die Dauer von fünf Jahren. Die Folge dieser Freigabe
var, daß besonders das letzte günstige Hopfeniahr von vielen
3Zrauereien zur Anlage sehr erheblicher Hopfenvorräte in
Zxtraktiorm ausgenutzt wurde. Einzelne Großbrauereien ließen
Junderte von Zentnern Hopien extrahieren und sind so für lange
Zeit mit Hopfen zu billigsten Preisen eingedeckt. Das Horstsche
Verfahren bedeutet somit zweifellos einen der bedeutendsten
3ortschritte, den die Brauchemie überhaupt während der
zanzen letzten Jahre gemacht hat. Für Interessenten ist die
Horst Company, Berlin W 9, gern zu jeder Auskunft bereit.