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Gegründet 1815

— Gruppe VI, Malz und Hopfen.

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Joachim Friedrich Ulrich Scheibel, gebürlig aus Waren in Mecklenburg,
gründete im Jahre 1815 unter seinem Namen ein Waren-Kommissionsgeschäft in Hamburg
in Hopfen, Getreide und Kolonialwaren. . ;
Die deutsche Brauindustrie befand sich. damals erst in den Anfangsstadien ihrer
Fniwicklung, und der Hopfenanbau Bayerns und Böhmens halte noch nicht annähernd die
Bedeutung, die er sich später erringen sollte. Es war daher verständlich, daß die Firma
sich nicht von Anfang an auf den Artikel Hopfen spezialisieren konnte, vielmehr ihr
Hauptinteresse dem größeren Artikel Geireide zuwandte.
Durch rastlosen Fleiß, zähe Energie und strenge Rechtlichkeit brachte JoachimFriedrich
Ulrich Scheibel sein Geschäft zu hoher Blüte, so daß es bald zu den angesehensten
Häusern Hamburgs gehörte.
__ Nach seinem Tode im Jahre 1850 übernahm sein ältester Sohn, Karl Scheibel, die
Firma, welche er im Geiste seines Vaters weiterführte. Im Jahre 1871 trat er aus dem
Geschäfte aus, um eine Brauerei in Kiel, die nachmalige „Aklien-Brauerei vorm. Scheibel
zu gründen und übergab das Hamburger Geschäft seinem jüngeren Bruder August, der
bisher Landwirt gewesen war, und seinem langjährigen Mitarbeiter Alexander M. Levy.
Bis zum Jahre 1882 arbeiteten diese beiden in vollster Harmonie zusammen, dann
zog sich August Scheibel in den Ruhestand zurück und überließ die Firma seinem alten
Sozius und Freund, der kurz darauf seine Söhne als Teilhaber aufnahm und in dessen
Familie sich der Besiß der Firma noch heute befindet.
Während in den ersten 50 bis 60 Jahren der Schwerpunkt des Geschäftes der Artikel
Getreide war, wandte sich das Interesse des Hauses, gleichzeitig mit dem phänomenalen
Aufblühen der Brauindustrie in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, mehr und
mehr dem Artikel Hopfen zu.
_ Heute verdankt die Firma ihren Namen und ihre Bedeutung fast ausschließlich
diesem Artikel.
Im Jahre 1886 wurde eine Zweigniederlassung in Nürnberg, einige Jahre später eine
solche in Saaz errichtet. Den Firmen in Nürnberg und Saaz oblag von jener Zeit ab der
Einkauf, die Verpackung und der Versand, während das Haupihaus in Hamburg nach
wie vor die Verkaufszentrale blieb. ; .
‚Ein vortrefflich organisierter Einkaufsapparat auf allen Produktionspläken ünd sachgemäße
 Verpackung nach modernsten Prinzipien in eigenen Magazinen sebten die Firma
in den Stand, den höchsten Ansprüchen zu genügen.
_ Dank dem Grundsak, steis nur das „Beste vom Besten“ zu liefern, gelang es,
eine große Anzahl der Brauereien Deutschlands und der anderen europäischen
Länder als regelmäßige Abnehmer zu gewinnen und zu erhalten. Die vielen überseeischen
Beziehungen des Hamburger Hauses ermöglichten es, Verbindungen mit Brauereien aller
Weltteile anzuknüpfen, auch die Export-Abteilung des Geschäftes befindet sich
in ständig wachsender Entwicklung.
Am 1. Januar 1915 wurde das hundertijährige Jubiläum entsprechend den ernsten
Zeiten in aller Stille gefeiert, doch mit dem befriedigenden Bewußisein, daß die
Firma zu den angesehensten der Branche zahlt. a
__ Auch heute noch hofft die alte Firma ]. F. U. Scheibel nicht am Ende ihrer. Entwicklung
 zu stehen.

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Die deutsche Brauindustrie der Gegenwart