XVII Einleitung Besitz der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands überging und nach Berlin kam, waren die Reihen der Bücher sicherlich schon stark gelichtet. Hier, im Sozialdemokratischen Parteiarchiv, gestaltete sich das weitere Schicksal dieser Bibliothek derart, daß wir genug Grund haben zu der Annahme, daß manche Handexemplare aus ihr auf irgendwelche Weise ausgeschieden sind. Die Bibliothek von Marx und Engels wurde völlig vermischt mit den übrigen Büchern der Parteibibliothek; man hielt es nicht für nötig, ihr eine unterschiedliche Behandlung zuteil werden zu lassen. Dies ist auch der heutige Zustand. Um zu retten, was noch zu retten möglich war, veranlaßten wir vor zwei Jahren eine Durchsicht der ganzen Parteibibliothek. Die Bücher, die aus dem Besitze von Marx und Engels stammten, wurden, so gut dies eben noch ging, festgestellt und ein großer Teil für das Marx-Engels-Institut photographiert. Die ungünstigen Schicksale der Marxschen Bibliothek sind wohl auch der Grund dafür, daß von keinem einzigen der Bücher, die Marx nach- weisbar bis 1844 gelesen und in seinen frühesten, in diesem Bande be- handelten Exzerptheften bearbeitet hat, das Handexemplar erhalten ge- blieben ist. Aus Marxens eigenen Worten wissen wir, wann er sich die Gewohn- heit aneignete, aus den gelesenen Büchern Exzerpte zu machen. In dem großen Briefe an den Vater spricht er nämlich davon, daß er im Laufe des, ersten Berliner Semesters, also im Winter 1836/37, als er Poesie, Jurisprudenz, Geschichte und Philosophie trieb und ein großes rechts- philosophisches Werk niederschrieb, anfıng sich Auszüge zu machen. Er sagt dort: „Dabei hatte ich die Gewohnheit mir eigen gemacht, aus allen Büchern, die ich las, Exzerpte zu machen, so aus Lessings Laokoon, Sol- gers Erwin, Winckelmanns Kunstgeschichte, Ludens Deutscher Geschichte, und so nebenbei Reflexionen niederzukritzeln. Zugleich übersetzte ich Tacitus’ Germania, Ovids Libri tristium und fing privatim, d. h. aus Grammatiken, Englisch und Italienisch an, worin ich bis jetzt nichts er- reicht, las Kleins Kriminalrecht und seine Annalen und alles Neueste der Literatur, doch nebenhin das letztere.‘“1) Von den hier erwähnten Arbeiten ist nur eine einzige auf uns gekom- men: eine Elegie aus Ovids Büchern der Trauer, die in dem Gedichtheft enthalten ist, das wir in diesem Bande abdrucken.? Von den Exzerpthef- ten dagegen haben sich aus der Zeit, auf die sich der erste Band unserer Ausgabe erstreckt, abgesehen von den Vorarbeiten zur Doktordissertation. achtzehn im Nachlaß gefunden. 1) 1/2, 218 2) 1/2, 17—25