U (34) 1841 März 28 Fakultät um Genehmigung derselben einkommen und zu dem Zweck sein Diplom, ein lateinisches curriculum vitae und die etwa von ihm heraus- gegebenen Schriften, jedenfalls aber eine gedruckte oder geschrie- bene Abhandlung aus dem Hauptfache vorlegen, über welches er Vor- lesungen zu halten beabsichtigt. Wenn die Fakultät aus den vorgelegten * Schriften seine gelehrte Tüchtigkeit hinlänglich zu erkennen mein t, so kann sie ihm jene Genehmigung erteilen, s on s t muß sich der Kandidat einem Kolloquium zum Behufe der Nostrifikation unterwerfen.“ $ 57. Wenn die Zulassung — (nämlich nach Einreichung der geschrie- benen Abhandlung und der Doktordissertation) — beschlossen ist, so hat ler Kandidat binnen 4 Wochen eine Probevorlesung vor der Fakultät zu halten —; auf diese folgt das Kollo quium über den Inhalt der Probevorlesung. Nach geendigtem Kolloquium wird die Habilitierung genehmigt. $ 58. Nach drei Monaten hat der Privatdozent eine Jö deutsche Probevorlesung vor den Studenten zu halten. $ 59. Die Kosten der Habilitierung auswärts Promovierter be- ragen 25 Taler, welche vor der Vorlesung bei der Universitäts- quästur zu erlegen sind. Für eine Nostrifikationsprüfung (Kolloquium) und Ausfertigung der diesbezüglichen Akte werden 30 Taler bei der 20 Quästur entrichtet. $ 59 verstehe ich nicht, ob beide Summen zu entrichten sind. Das Ding ist unklar, da ja die Vorlesung und das Kolloquium zusammenfallen. Mit den Fristen von vier Wochen, drei Monaten ist es, wie mit allen Universitätsgesetzen, sie sind da, um nicht gehalten zu werden. Zu diesem 25 Zwecke mußt Du, wie in jedem: Falle zu jedem anderen Zweck, Laden- berg angehen und zu bewirken suchen, daß Du an jene Fristen nicht ge- bunden bist. Wenigstens mußt Du versuchen, ob Du davon dispensiert werden kannst. Es kann doch sein, daß man Malice gebraucht und Dich daran bindet, und wer weiß, ob es Dich dann nicht aufhalten kann. Um 30 mehr wird man Malice fürchten müssen, da die Leute es nicht gern sehen werden, wenn sich ein Neuer habilitiert. Fichte ist ganz gesunken. Fast gar keine Zuhörer! Sie wissen hier, daß sie keine Philosophen sind and daß die Studenten doch Philosophie hören wollen. Also in jedem Falle mache, daß Ladenberg Dir den Weg ebnet, Deinetwegen hierher # schreibt und von vornherein den Intrigen aller Art, die sich ergeben könnten, vorarbeitet. Siehe auch, ob Du Eichhorn gewinnen kannst. Wissen sie hier, daß einer von ihnen sich für Dich erklärt. so wird alles <aduk sein. Wegen der Fristen, die am Ende doch gehalten werden müssen, % mußt Du also berechnen, wann Du hier sein mußt. 1) Nun kann ich es nicht mehr länger ansehen. Diesen Sommer muß die Zeitschrift zustande kommen, ihr Plan, Anordnung und alles eingerichtet werden, so daß zu Michaelis das Erste ausgegeben wird. Es ist nicht mehr auszuhalten. Das Berliner Gewäsch und die Mattigkeit der Hallischen # Jahrbücher — Ruge tut mir bei seinem guten Willen leid, daß er so im Bloßen steht, aber warum macht er es nicht besser und jagt das Gewürm 1) Nachträglich an den Rand der ersten Briefseite geschrichen.