Dichtungen aus dem Jahre 1837

Widmung
An den Vater

Schöpfung
Ferne zog auf leichten Wellen
Unerschaff’ner Schöpfergeist,
Welten wogen, Leben quellen,
Ewigkeit sein Auge kreist.
Seiner Blicke allbeseelend Walten
Brennt sich magischfester in Gestalten.

Räume beben, Zeiten wallen,
Betend um sein Antlitz hin,
Fluten branden, Sphären schallen,
Und die gold’nen Sterne ziehn.
Segnend winkt sein Vaterhaupt Gewährung,
Liebend zieht sich um das All Verklärung.
Leis in selbstempfund’nen Schranken
Drängt sich Ew’ges sinnend fort,

Bis die heil’gen Urgedanken ,
Form verhüllt und Dichtungswort

Da ertönt’s, wie fern von Donnerleiern,
Wie ein ahndungsvolles Schönpferfeiern:

„Sterne ziehn und strahlen milder,
Welten ruhn in Urbergs Last,
Meines Geistes sel’ge Bilder,
Seid vom Geiste neu erfaßt,
Wenn die Busen wogend zu euch schlagen,
Sollt ihr Lebend-fromm die Deutung sagen.

„Nur der Liebe seid erschlossen,
Ihr des Ew’gen ew’ger Sitz,
Wie ich mild in euch ergossen,
Schlag’ aus euch mein Seelenblitz.
«Harmonie kann nur das Gleiche finden,
Seelen können nur die Seele binden.»

„Aus mir brannten eure Geister,
Zu Gebilden deutungshehr,
Rückwärts kehrt ihr zu dem Meister,
Seid nun keine Bilder mehr,
Von des Menschen Liebblick heiß umfangen,
Ihr in ihm und er in mir vergangen!“