[0 Dichtungen aus dem Jahre 1837
„Hast getrunken die Seele,
Mein, mein deine Glut,
länz’, mein Juwele,
Glänz’, glänz’ Jugendblut!“

„ „Holder schaust so bleich,
Sprichst so wunderselten,
Sieh’, wie sangesreich
Ziehn am Himmel Welten!“ *

„Ziehn, ziıehn, Liebchen, ziehen,
Sprühn Sterne, sprühn,

Hinauf, hinauf dann entfliehen,
Seelen zusammenglühn.“

Spricht dann leise flüsternd,
Schaut gar hohl umher,

Blicke, Flammen knisternd
Glühn sein Auge leer.

„Liebchen hast Gift getrunken,
Mußt fort mit mir gehn,

Hat längst die Nacht gewunken,
Kann den Tag nicht mehr sehn!‘

Preßt sie krampfhaft ans Herz,
Tod in Brust und Hauche,

Sticht sie tiefinnerer Schmerz,
Öffnet nie mehr ihr Auge.

Verdingung
Madame. Nun sagt, was haltet ihr euch dann aus?
Magd. Das andre versteht sich, doch eins vor allen,
Mit meiner Gesippschaft nicht zu verfallen,
Bitt’ ich einmal im Mond mir — Theevisit ins Haus.

Sentimentale Seelen
Sie weinen! ach! der Metzger schlachtet ein Kalb!
Erst brüllte die Bestie noch, jetzt ist sie falb!
Sie lachen! Himmel, wie närrisch in seiner Art,
Natur, Natur! Ein Hund trägt keinen Bart!

Was sprudelt ihr hoch, als wärt ihr gesonnt?
Wir hören, wie Bileams Esel gar sprechen konnt!