Gedichte

1:

„Jüngling, schwebe und spiele,
Herrsche das horchende Meer,
Treibt dich wohl nach hohem Ziele,

Rusen schwillt dir hehr!
„Hier, in üpp’gen Wasserhallen
Tönt allein der Sang.

Wie die Fluten niederfallen,
Hebet sich der Klang;
„Tragen ihn spielend und treiben ihn weiter,
Daß er wirbelnd flieht,

Blick verklärt sich sehnendheiter,
Himmel niederzieht.
„Komm in unsre Geisterkränze,
Zauber lernt dein Herz,
Horch nur auf die Wogentänze,
Klingt wie Liebesschmerz.
„Welten sind der Flut entstiegen,
Geister trug das Meer,

Durfte schon die Hohen wiegen,
Ind das AN war leer.
„Wie die Himmel niederschauen,
Und der Sterne Glanz,

In die Wogen, in die blauen,
In der Welle Tanz,
„Wie die Tropfen zitternd beben,
Welten stolz umhülln,

So entsteigt der Geister Leben,
Die die Wogen fülln.

‚Treibt es dich das All zu kennen,
Auszuglühn Gesang,

in dem Himmelsschein zu brennen,
Rührt dich Saitenklang.

0)

Steige nur zu uns hernieder,
Reich’ uns deine Hand,
Seistig werden deine Glieder,

Blickst das tiefe Land.“

Sie heben sich, sie steigen,
Die Locke wallt in Reigen,
Das Haupt auf Äther ruht,
Und ihre Blicke glühen,
Und ihre Leiern sprühen
Und brennen durch die Flut.