Dichtungen aus dem Jahre 1837

Den Jüngling faßt’s, wie Wähnen,
Es stürzen ihm die Tränen,
Es klopft die volle Brust.
Er kann den Blick nicht trennen,
Er muß für sie entbrennen,
Vergehn in heißer Lust.

Tief scheint sein Herz zu sinnen,
Will Fassung sich gewinnen,
Dann hebt es sich empor,
Blickt auf in stolzer Haltung,
In kühner Gottgestaltung,
Und laut erklingt’s zum Ohr:

„In euren kalten Gründen
Kann Hohes sich nicht künden,
Da brennt kein ew’ger Gott;
ihr prangt, mich zu bestricken,
Wollt nimmer mich beglücken,
Und euer Sang ist Spott,

„Es fehlt euch Busens Pochen,

Des Herzens heißes Kochen,
Der Seele hoher Flug;

In meiner Brust, da walten,

Die Götter all’ und schalten,
Und nimmer sinn’ ich Trug.

„Mich könnt ihr nimmer fassen,
Mein Lieben nicht, mein Hassen,
Und meine Sehnsuchtsglut;
Sie schlägt wie Blitz nach oben,

Von zarter Kraft gehoben,
In Melodienflut.*‘

Und die Sirenen sinken,

Vor seinem Drohn und Blinken,
In lichten Tränenquelln;

Es zieht sie mit von dannen,

Doch ach! die Fluten bannen,
Ind hiüllen sie in Welln.

Philisterverwunderung
„Ich weiß nicht, wie jemand mit sich zerfallen kann,
Knönft zu den Rock, ihr werd’t nicht bestohlen, Mann!“