Gedichte

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Mediziner-Ethik
Auf Reisen müßt’ mehre Hemden tragen,
Damit der Schweiß nicht kann zurückeschlagen,
Hüt’ euch vor solcher Leidenschaft,
Die Grimmen in Bauch und Därmen schafft.
Laßt eure Augen nie dahin schweifen,
Wo Flammen ihnen ans Leben greifen,
Mischt gehörig Wasser und Wein,
Gießt in den Kaffee Milch hinein,
Vergeßt nicht, uns rufen zu lassen,
Wollt’ ihr euch für das Jenseits fassen.

Erste Elegie
QUS
Ovids Büchern der Trauer
frei übersetzt

Kleines Büchlein, du darfst eilen
Hin zum frohen Siegersitz,

Und ich kann den Weg nicht teilen,
Denn mich traf des JTovis Blitz.

Geh! in dürftigen Gewanden,
Trag’ des Herren Trauerkleid,
Schmucklos, wie es ziemt Verbannten,
Wie’s gebeut der Sturm der Zeit.

2

Purpurn soll kein Schleier prangen,
Um dich in Violenblut,

Sehnsucht ach! und leer Verlangen
Schmückt nicht hohe Freudenglut.

3

4
Birg den Namen, schamhaft schweigend,
Dufte nicht von Zedersaft,

Und kein Silberbuckel neigend,
Stör’ das Schwarz’ am krummen Schaflt.

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Glückbeseelte Schrift erwählet
Solcher Zierde selt’ne Pracht,
Nur mein Schmerz sei dir vermählet,
Und der Trauer dunkle Nacht,
Marx-Engels-Gesamtausgabe, I. Abt., Bd. 1, 2. Hbd.