Gedichte

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Doch du wirst auch manchen finden,
Der in Seufzern zu dir spricht,

Zähren werden hold erblinden
Seines Auges Sehnsuchtslicht.

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Und aus seiner Brust wird’s tönen,
Leis in vollem Liebesdrang:

„Könnt’ er Cäsarn doch versöhnen,
Mildern, ach!, der Strafe Zwang.‘

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Und wer immer freundlich redet:
„Daß der Gott besänftigt sei!“

Sieh! mein Busen für ihn betet:
„Donner zieht an ihm vorhei!“

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Möchrt’ sein Wunsch sich doch gestalten.
Dürft’ ich sterben in dem Sitz,
Den die Götter inne halten,
Mög’ erkalten Cäsars Blitz!

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Wenn du so den Gruß entsendet,
Wirst du selbst wohl angeklagt,
Daß nicht süße Form gespendet,
Daß mein Geist nicht aufwärts ragt,

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Doch der Richter muß erkennen,
Welche Zeit die Tat gebar,
Wird man sie erwägend nennen,
Bisr du sicher vor Gefahr:

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Denn der Dichtung Zauberfülle
Strömt aus frohbewegter Brust,
Ach, und dunkle Nebelhülle
Deckt die Schläfe. bannt die Lust.

Und die Lieder alle trauern,
Daß der Sänger streng gebannt,
Sturm und Meer und Winter schauern
Um das Haupt, ihm unbekannt!

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