0

Dichtungen aus dem Jahre 1837
22
Furcht darf nimmer eisig fassen,
Soll der Prachtgesang entglühn,
Und ich weine, dumpf verlassen,
Seh’ das Mordschwert schon entsprühn.

Was ich immer jetzt gegeben,
Staunen flößt’s dem Bill’gen ein,

Und er wird mein Wort erheben,
Wird gedenken meiner Pein.

24
Gib’ mir selbst den Maeoniden, (Homer)
Stürz’ ihn so in Unglücksschar,
Hin die Zauberkraft, geschieden,
Blickt sein Auge die Gefahr.

25
Doch mein Buch, nur hingegangen,
Sorglos um der Fama Wort,
Und sei nicht von Scham umfangen,

Wirft der Leser rauh dich fort.

26
Nicht des Glückes weiche Wellen
Tragen so mich liebehold,

Daß nach Lob die Geister schwellen,
Daß ich werbe Sangessold.

27
Als noch Lust mich süß gebettet,
Schlug Begeist’rung rieselnd auf,
An des Ruhmes Wahn gekettet,
An des Namens Weltenlauf.

28
Wenn jetzt noch die Zither klinget,
Wenn nicht ausgeflammt der Drang,
Dann genug mein Herz erringet,
Denn mich stürzte der Gesang,

20
Seh’ nun, geh’, dir ist’s verliehen,
Schau für mich du Romes Pracht,

Dürft’ ich jetzt statt deiner ziehen,
Mild von einem Gott bewacht!