Gedichte

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30
Glaub’ nicht, daß ein Unbekannter
Du betrittist die große Stadt,

Daß ein spurlos nicht genannter,
Du dem Volke dich genaht!

21
Fehlt dir Titel auch und Zeugen,
Deine Farbe nennt dich schon,
Wolltest du mich selbst verschweigen,

Ach, du sprächst dir selber Hohn.

32
Heimlich trete in die Pforte,
Daß dich nicht mein Lied verleizt,
Nicht mehr singt es Liebesworte,
Die das trunkne Herz ergetzt!

33
Wer dich schnöde von sich weiset,
Weil mein Mühen dich gebar,

Dich Verführer finster heißet,
ÜUppig schwellend von Gefahr;

24
Sag ihm: „lies nur meinen Namen,
Süße Liebe lehr’ ich nicht,

Ach! die strengen Götter kamen,
Hielten schon ihr Hochsgericht!“

535
Woll’ nicht zu der Halle steigen,
Die zum Himmel stolz sich wagt,

Nicht dich Cäsars Meuten zeigen,
Wo die Säule höher ragt:

Jene hochgeweihten Sitze
Kennen deinen Herren nicht,
Von der Burg entlodern Blitze,
Traf mein Haupt das Hochgericht!

37
Götter bergen zwar die Hallen,
Groß und gnadenreich und mild,

Doch, wenn Stürme ihm entwallen,
Fürchten wir des Lenzes Bild!