2

Dichtungen aus dem Jahre 1837

38
Ach! die Taube bebt erschrocken
Vor dem Zephir, der sich regt,
Küßt sie noch die Wunde trocken,
Die der Habicht blutend schlägt.

39
Und wenn aus des Wolfes Zähnen
Ängstlich sich das Lamm entwand,
Wagt es nur sich hinzulehnen
An des Pferges nied’re Wand!

40
Phaeton würd’ nimmer schwirren,
Lebt’ er, zu des Äthers Höhn,

Nicht die Rosse töricht schürren,
Die der Stolze sich ersehn.

A1
Und ich fürcht’ des Jovis Waffen,
Flieh’ vor seinem Flammenmeer,

Wenn die Himmel donnernd klaffen,
Glaub’ ich. treffe mich sein Speer.

Welcher Argoler auch immer,
Cypharischem Strand entsprang,
Seine Segel lenkt er nimmer,
Zu Euböas Flutendrang.

42

42
Und mein Kahn, vom Sturm gesenket,
Wagt der Stätte nicht zu nahn.
Zaghaft weg von ihr gelenket,
Kreist er fernwärts seine Bahn.

4A
Drum mein Buch, mit klugen Sinnen,
Siehe dich bedachtsam vor,

Woll’ nicht höh’ren Ruhm gewinnen,
Leiht die Masse dir ihr Ohr.

Icarus, als er vermessen
Hoch sich mit dem Flügel schwang,
Seinem Nam’ ward nicht vergessen,
Den des Meeres Welle sang.

45