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Dichtungen aus dem Jahre 1837

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Angereiht wirst du erblicken,
Dort gelehnt der Brüder Schar,
Die ich zeugt’ im Hochentzücken,
Wenn der Tag geschieden war.

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Alle tragen stolz und offen
Ihren Namen, siegbewußt,

An der Stirne, gleich wie Hoffen
Prangt er und wie Dichtungslust.

Drei nur zögern fern gesellet,
Rings vom Dunkel eingehüllt,

{ars amandi) Liebeskunst sie üppig schwellet,
Und den Busen Scherz erfüllt.

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Flieh’ sie oder ruf’ vermessen

Fluch und Unheils schwang’ren Rat,
Oedips frevelndes Vergessen,

Telegons verruchte Tat!

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Sänge, neulich kaum gerissen
Aus der Flamme jähem Tod,

Lassen dich Verwandlung wissen,
Und der Welten Geistgebot.

(Metamorphose)

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Zu verwandelt fremden Wesen,
Melde, wie mein Wort gebeut,

Sei mein Schicksal auserlesen,
Und es hab’ die Form erneut.

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Denn wie anders saugt’ ich Gluten
Von des Glückes Purpurmund,

Wo die Tränen jetzt umfluten,
Schlossen Götter ihren Bund!

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Wenn mich deine Blicke fragen,
Vieles möcht’ ich noch bestelln,

Doch die schlanken Horen schlagen
Weiter ihre raschen Welln.