Gedichte

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Wollt” ich alles mit dir senden,
Was den Busen stürmisch faßt,

Ach! ich könnte nimmer enden,
Und den Träger beugt die Last,

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Lang der Weg! drum Büchlein eile,
Denn der Erde fernstes Land,

Ist’s, was ich mit Scythen teile,
Land vom Lande weggewandt!

Schluß-Sonett an Jenny

A

DE

Eines muß ich Dir, mein Kind, noch sagen,
Fröhlich schließt mein Abschiedssang den Reihn,
Denn die letzten Silberwellen schlagen,
Sich in Jennys Hauche Klang zu leihn,
So wird kühn durch Felsensprung und Ragen.
Lauf durch Flutenfall und Hain,
Fort der Stundenlauf des Lebens schlagen,
Zur Vollendung sich in Dir zu weihn.
Kühn gehüllt in weiten Glutgewanden,
Lichtverklärt das stolzgehob’ne Herz,
Herrschend losgesagt von Zwang und Banden,
Tret’-ich festen Schritt’s durch weite Räume,
Schmett’re vor Dein Antlitz hin den Schmerz
Und zum Lebensbaum entsprühn die Träume!

Die Wahnsinnige
Ballade

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Es tanzt ’ne Frau im Mondesschein,

Die glänzt gar weit in die Nacht hinein.
Ihr Kleid, das wallt, ihr Aug”, das blitzt,
Wie wenn Demant an Felsen sitzt,

„Blau Meer, komm’ hergegangen,
Laß dich holdsüß umfangen,

Kränz’ mir das Haupt mit Weiden,
Mußt’ schön grünblau mich kleiden!
„Ich bring’ zart Gold und rot Gestein,
Drin springt und tanzt das Herzblut mein,
Ein Trauter trug’s an warmer Brust,

Hat in die Flut hinweg gemußt.